zur Navigation springen

Fußball : Überraschungsteam Augsburg auf Freiburgs Spuren

vom

Markus Weinzierls strahlendes Gesicht passte so gar nicht zu seiner Zurückhaltung. «Das war ein unglaublich wichtiger Sieg. Aber das sind nicht mehr als schöne Randnotizen. Außer den neun Punkten haben wir noch nichts erreicht», mahnte Augsburgs Coach nach dem 2:1 gegen Freiburg.

shz.de von
erstellt am 15.Sep.2013 | 11:34 Uhr

Der ausgelassene Jubel im Schwaben-Lager nach dem dritten Sieg in Serie sprach eine andere Sprache: Immerhin steht das Überflieger-Team aus Augsburg erstmals in seiner jungen Bundesliga-Historie in der oberen Tabellenhälfte. Davon kann das letztjährige Überraschungsteam nur träumen, weiter ohne Sieg dümpelt Europa-Starter Freiburg auf einem Abstiegsplatz dahin. Was die Breisgauer in der vergangenen Saison so auszeichnete, scheint inzwischen ein Qualitätsmerkmal der Augsburger zu sein.

Alle im Lager des FCA waren nach dem dritten Streich hintereinander bemüht, Bodenhaftung zu bewahren. «Wir haben uns in den letzten Wochen in einen Rausch gespielt. Es war aber nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt», sagte Tobias Werner, der die Schwaben (90. Minute) zum späten Sieg geschossen hatte.

Doch die Art und Weise beeindruckte, wie die Hausherren nach durchwachsener erster Hälfte und dem Rückschlag durch Freiburgs Admir Mehmedi (46.) noch zum erstmaligen Sieg-Hattrick im Oberhaus kamen. Nur kurz waren Weinzierls Mannen vor 28 453 Zuschauern geschockt, berannten dann aber das Tor der Gäste - und wurden durch Halil Altintop (62.) und Werners finalem Schuss in Glück belohnt. «Nach dem Gegentor waren wir richtig sauer», erklärte FCA-Profi Jan-Ingwer Callsen-Bracker. «Wir haben uns eine gewisse Sicherheit erarbeitet. Ein Gegentor wirft uns nicht mehr um.»

Die Bedeutung des späten Dreiers wurde beim Blick in die Statistik deutlich. «Wir sind alle überglücklich, das wir schon so viele Punkte haben wie in der kompletten letzten Hinrunde», rechnete Werner genüsslich vor. Überhaupt drei Siege: In der Vorsaison mussten die Schwaben dafür bis zum 23. Spieltag warten, schafften dann mit einem tollen Endspurt noch den Klassenverbleib. «Wenn man so eine Rückrunde gespielt hat und nun so gestartet ist, kann man mit breiter Brust auftreten», sagte Daniel Baier. Der FCA-Profi schob aber hinterher: «Wie es in der Tabelle aussieht, ist egal. Am 34. Spieltag zählt es.»

Doch erst einmal hat Augsburg einen Lauf, Freiburg gerät dagegen vor dem Start in der Europa League in schweres Fahrwasser. Heftig wirkt der Aderlass des Sommers mit den Abgängen von Stammkräften wie Max Kruse und Jan Rosenthal nach.

Die Neuzugänge Mehmedi, Francis Coquelin oder Mike Hanke haben das System von Streich noch nicht so verinnerlicht, wie auch? Die Spielidee im Breisgau ist komplex, mit hohem Aufwand verbunden und nicht binnen weniger Wochen zu lernen. «Natürlich, ich brauche noch Zeit. Ich muss und kann noch besser spielen», sagte daher auch Mehmedi.

Zudem hat Coach Christian Streich weiter mit Verletzungsproblemen zu kämpfen: So konnten in Schwaben weder Rekord-Neuzugang Vladimir Darida noch Mensur Mujdza auflaufen. «Der Sieg für Augsburg ist verdient, aber es ist nie schön, wenn man so kurz vor Schluss das Tor bekommt», klagte Streich frustriert. Nun setzen die letztjährigen Überflieger ihre Hoffnungen auf Donnerstag.

Nach nur zwei Punkten und dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte braucht das Streich-Team dringend ein Erfolgserlebnis. Am besten schon gegen Slovan Liberec im Auftaktspiel der Europa League. «Dann müssen wir versuchen, es spielerisch besser zu machen», sagte Streich. Es klang nicht wirklich überzeugt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen