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Fußball : Trotz Euphorie: Hertha will Tore gegen Abstieg schießen

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Die Frage schien Hertha-Trainer Jos Luhukay etwas unangenehm zu sein. «Wie viele Tore schießt ihr Team denn dieses Mal?», wollte ein TV-Reporter vor dem Fußball-Bundesligaspiel der Berliner gegen den aus dem Gleichgewicht geratenen Hamburger SV wissen.

shz.de von
erstellt am 23.Aug.2013 | 12:02 Uhr

Der spektakuläre 6:1-Auftaktsieg gegen Eintracht Frankfurt und das ansehnliche 2:2 in Nürnberg haben in der Hauptstadt eine große Euphorie und Erwartungshaltung entfacht.

Es ist nun die Aufgabe des Niederländers, diese mit der Realität eines Aufsteigers auszubalancieren. «Das Spiel gegen den HSV hat die besondere Bedeutung wie alle Heimspiele: Wir werden alles daran setzen, zu gewinnen, um in der Liga zu bleiben», betonte Luhukay.

Der Hertha-Coach ist sich bewusst, dass die Unruhe beim HSV die Aufgabe am Samstagabend im Olympiastadion nicht unbedingt erleichtert. «Da ist das ein oder andere passiert», beschrieb Luhukay zurückhaltend die Situation beim Gegner. Der 1:5-Heimniederlage gegen Hoffenheim folgte die Suspendierung der Spieler Dennis Aogo und Tomas Rincon wegen einer Mallorca-Reise und die Rangelei eines Ordners mit dem HSV-Aufsichtsratsmitglied Hans-Ulrich Klüver. «Der HSV kommt nicht hierher, um die Punkte abzuliefern. Er strebt danach zu gewinnen, um das 1:5 gut zu machen», meinte Luhukay.

Von Mitleid mit seinem Ex-Club kann bei Herthas Änis Ben-Hatira keine Rede sein. Er will die Krise beim Bundesliga-Dino verschärfen. «Jetzt muss der HSV dran glauben», äußerte sich der Deutsch-Tunesier martialisch in der «Bild». Was derzeit in der Hansestadt passiert, wundere ihn nicht. «Das ist immer dasselbe. In der Mannschaft herrscht keine Konstanz», erklärte der Mittelfeldspieler. Eine Konstante im HSV-Spiel ist normalerweise Regisseur Rafael van der Vaart. Ihn zu stoppen, könnte die Aufgabe von Hajime Hosogai sein. «Hajime kann sich in spezielle Aufgaben verbeißen, kann die Stars des Gegners hervorragend ausschalten», lobte Luhukay seinen japanischen Neuzugang.

Allzu sehr möchte sich Luhukay aber nicht damit beschäftigen, wie und mit welcher Taktik die Hanseaten auflaufen werden. «Wir wollen unser Spiel durchsetzen und durch eine frühe Balleroberung das Spiel des Gegners zerstören», erklärte er. Wie schon gegen Frankfurt wollen die Berliner versuchen, mit schnellem Umschaltspiel und Effizienz Tore zu erzielen. «Wir haben in der Offensive eine gute Qualität und Spieler, die Tempo ins Spiel bringen», stellte Lukukay fest. So einer ist Ronny, Herthas Aufstiegsheld. Mittlerweile sei der Brasilianer, der wegen Fitness-Defiziten seinen Stammplatz aus der Vorsaison verloren hatte, laut Luhukay «auf einem guten Weg in die erste Elf».

Gegen den HSV wird es aber noch nicht so weit sein. Auch wenn es Luhukay durchaus «eine Überlegung wert» findet, Ronny zusammen mit dem bisherigen Offensivgestalter Alexander Baumjohann zu bringen. Wie auch immer die Aufstellung aussehen wird - die über 60 000 erwarteten Zuschauer dürfen sich auf Tore im Olympiastadion einstellen. In der Historie blieben die Duelle zwischen der Hertha und dem HSV selten torlos. Besonders gern erinnern sich die Fans in der Hauptstadt an die Jahre 1999 und 2002. Da zerlegten die Herthaner die Hanseaten mit 6:1 und 6:0.

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