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Fußball : Trainerlose Nürnberger machen sich Mut

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Erst eine Stunde nach Mitternacht waren auf der Marathonsitzung des 1. FC Nürnberg alle Fragen geklärt - bis auf die nach dem neuen Trainer.

Sportvorstand Martin Bader hofft aber immer noch auf eine Vollzugsmeldung vor dem «verdammt wichtigen» Auswärtsspiel am Samstag bei Eintracht Frankfurt. Es könnte aber auch so kommen, dass Interimscoach Roger Prinzen zusammen mit Ex-Profi Marek Mintal im Spiel eins nach der Trennung von Michael Wiesinger das Kommando führen wird. Kopfschmerzen würde das Bader nicht bereiten, denn das Duo mache einen «überragenden Job».

«Kopf hoch, Brust raus, Ärmel hochkrempeln» - so lautete der emotionale Appell von Bader an die 1313 anwesenden Mitglieder auf der sechs Stunden dauernden Jahreshauptversammlung, die trotz der angespannten sportlichen Situation sachlich und konstruktiv verlief. «Es sind erst acht Spiele vorbei, es bleiben also noch 26», betonte Bader, der in der Trainerfrage nach den gescheiterten Gesprächen mit Wunschkandidat Christian Gross unter Druck steht.

«Unser Ziel ist, dass der neue Trainer in Frankfurt auf der Bank sitzt», bekräftigte Bader. Als Topkandidat wird nach wie vor Marcel Koller gehandelt, der aber am Dienstag noch zum Abschluss der WM-Qualifikation mit Österreich auf den Färöer antreten musste. In der Trainerfrage sei nicht der Zeitpunkt entscheidend, betonte Bader in der Meistersingerhalle: «Der entscheidende Faktor ist: Wir müssen aus vollster Überzeugung dahinterstehen.» Und dafür brauche es «professionelle» und «tiefgründige» Gespräche - sprich Zeit.

Die Verantwortlichen halten sich öffentlich auch deswegen mehr zurück, weil Aufsichtsratschef Klaus Schramm (74) bei Gross zu optimistisch und forsch vorangeprescht war. «Ich hätte mich mehr zurückhalten sollen», gestand Schramm auf der Versammlung und bat die Mitglieder reumütig um «Entschuldigung». Ein Dringlichkeitsantrag auf Abwahl des Aufsichtsratsvorsitzenden wurde abgelehnt.

Der Trainerwechsel wird auch die Vereinskasse belasten, aber den FCN «nicht das Genick brechen», wie Finanzvorstand Ralf Woy versicherte. Im Geschäftsjahr 2012/13 konnte der «Club» bei einem Umsatz von 54,4 Millionen Euro einen kleinen Gewinn von 750 000 Euro erzielen. Die Restschulden reduzierten sich auf 1,6 Millionen Euro. Woy versuchte sich auch sportlich als Mutmacher: «Platz zehn bis zwölf» bleibe das Saisonziel des noch sieglosen Tabellen-16..

Für das Übergangsduo Prinzen und Mintal geht es derweil darum, die Mannschaft «optimal» auf das Spiel in Frankfurt vorzubereiten. «Wenn ein Trainer später kommt, übernimmt er später», sagte der 44-jährige Prinzen. Ziel sei, dass jeder einzelne Spieler am Samstag «gut vorbereitet» sei.

Der verletzte Timo Gebhart wird nicht dazu gehören. Der 24-Jährige äußerte sich nach seinem nächtlichen Streit in einer Disco, für den er vom Verein einen «Denkzettel» erhalten hatte, reumütig. «Ich weiß, dass ich mich nicht wie ein Profi verhalten habe», sagte Gebhart der «Bild»-Zeitung. Er habe dem Verein, den Fans und der Mannschaft keinen Gefallen getan, gestand der Mittelfeldspieler und versicherte: «Es tut mir wahnsinnig leid.»

Interview Gebhart auf «bild.de»

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erstellt am 15.Okt.2013 | 12:50 Uhr

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