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Fußball : Trainer Fink dank Calhanoglu-Coup beim HSV gefeiert

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Freistoßkünstler Hakan Calhanoglu stürmte über das halbe Spielfeld und sprang Motivator Thorsten Fink in die Arme. Der 19-Jährige machte mit seinem Tor-Doppelpack (80./90.+1) den Erfolg des Hamburger SV beim 4:0 (2:0) gegen Eintracht Braunschweig perfekt.

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erstellt am 01.Sep.2013 | 11:18 Uhr

Und der viel kritisierte Trainer hatte es vorausgesehen. «Ich hatte ihm gesagt, er soll ein Tor machen. Hakan hat sich für das Vertrauen bedankt», sagte der Coach recht cool. «Er hat eine unheimliche Technik». Schon in der dritten Liga traf der Deutsch-Türke siebenmal doppelt für den Karlsruher SC.

In die jüngste Entscheidung des in Mannheim geborenen Mittelfeldribblers für die türkische Nationalmannschaft mischt sich Fink nicht ein, sagt aber: «Ich habe Angst, dass wir ein Talent verlieren.» Wenn Calhanoglu am Freitag im Länderspiel der Türkei gegen Andorra eingesetzt wird, kann er nicht mehr für Deutschland spielen.

Sportdirektor Oliver Kreuzer weiß Calhanoglu aus KSC-Zeiten zu schätzen: «Er ist ein Straßenfußballer, der einem einfach Freude machen muss.» Für den mit Oberschenkelproblemen angeschlagenen Rafael van der Vaart spät eingewechselt, zeigte der Nachwuchsmann in elf Minuten Qualitäten, mit denen einst der Niederländer in seinen Anfangsjahren in Hamburg auffiel.

«Ich übe oft mit Rafa nach dem Training noch Freistöße und wenn er nicht da ist, muss ich sie schießen», sagte Calhanoglu. «Dieses Selbstvertrauen habe ich in mir.» Van der Vaart zeigte sich zuvor ebenfalls von seiner besten Seite: Mit seinem Tor (7.), exzellenten Freistößen und viel Laufbereitschaft tat er viel, um die Kritik an seiner Kapitänsrolle verstummen zu lassen. Nach dem Treffer formte er ein Herz in Richtung Freundin Sabia und Sohn Damian auf der Tribüne - mit seinem Privatleben ist er derzeit im Reinen.

Auch Fink ist zunächst aus der Schusslinie, nachdem seine Taktik mit den zwei Spitzen Jacques Zoua (Tor in der 17.) und dem zweifachen Vorlagengeber Maximilian Beister hervorragend aufging. «Natürlich bin ich sehr erleichtert. Das war ein guter Schachzug, wie wir gespielt haben», lobte Präsident Carl-Edgar Jarchow den Fußballlehrer. Der hohe Sieg gegen den Aufsteiger sei die richtige Antwort auf vernichtende Kritik gewesen, aber kein Grund «auszuflippen».

Beister betonte: «Für das Selbstvertrauen und die Stimmung in der Stadt war es ein Meilenstein.» Erstmals nach 12 Partien spielte der HSV zu Null. Einziger Wermutstropfen war die Verletzung des Kroaten Milan Badelj, der nach 30 Minuten mit Verdacht auf Faserriss im Adduktorenbereich ausgewechselt wurde. Auch van der Vaart und Johan Djourou verspürten erneut Muskelprobleme.

Der Befreiungsschlag wie in der Vorsaison nach drei sieglosen Partien war enorm wichtig, doch Gradmesser werden nach der Länderspiel-Pause die Reise nach Dortmund und das Derby gegen Bremen. Aber Fink wäre nicht Fink, würde er nicht mutig vorpreschen: «Wir haben aus dem letzten Jahr ein gutes Gefühl mit Dortmund.» Damals holte der HSV sechs Punkte gegen den Champions-League-Finalisten.

Und wahrscheinlich wird dann schon Pierre-Michel Lasogga dabei sein: Der lange verletzte U-21-Nationalstürmer von Hertha BSC sollte am Sonntag nach dem Medizinscheck seine Papiere unterschreiben. «Ich rechne mit ihm am Dienstag im Training», sagte Fink. Im Tausch geht Per Skjelbred in die Hauptstadt. «Lassoga wird der letzte Spieler, den wir holen. Definitiv», sagte Kreuzer.

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