Trainer-Beben in der Bundesliga : Schaaf weg, Di Matteo weg, Stevens weg

Gleich bei drei Bundesligisten kündigen sich Trainerwechsel an. Die Chefcoaches von Schalke, Stuttgart und Frankfurt trennen sich von ihren Vereinen.

shz.de von
26. Mai 2015, 12:32 Uhr

Gelsenkirchen | Der FC Schalke 04 wird ohne Cheftrainer Roberto Di Matteo in die neue Saison gehen. Der Schweizer legte am Dienstag sein Amt nieder. Der Chefcoach der Schalker habe den bis zum 30. Juni 2017 laufenden Vertrag aufgelöst, heißt es am Dienstag aus Gelsenkirchen. Der 44-Jährige habe diese Entscheidung nach Gesprächen mit Sportvorstand Horst Heldt über die Pfingsttage getroffen. „Obwohl die Diskussionen mit Horst Heldt dabei immer konstruktiv waren, wurde deutlich, dass der Club andere inhaltliche Schwerpunkte setzen möchte“, erklärte Di Matteo. Außerdem sei „die Hypothek der unbefriedigenden Rückrunde zu groß.“ Er könne unter diesen Bedingungen nicht garantieren, „dass wir an die Erfolge anknüpfen, die der Club erwartet.“ Deshalb erscheine „ein Neuanfang das Beste für alle Beteiligten zu sein“. Di Matteo hatte erst am 7. Oktober 2014 die Nachfolge des zuvor beurlaubten Jens Keller angetreten.

Schalke-Manager Horst Heldt will sich bei der Suche nach einem Nachfolger nicht unter Druck setzen lassen. „Es muss ein perfekte Lösung für die Zukunft sein. Es wäre ein Fehler, einen Schnellschuss zu machen“, sagte er am Dienstag auf einer Pressekonferenz des Bundesligisten. Konkrete Gespräche mit Trainerkandidaten hat Heldt nach eigenen Angaben noch nicht geführt. Als heiße Kandidaten werden unter anderem der frühere Stuttgarter Meistertrainer Armin Veh, aber auch Paderborns André Breitenreiter gehandelt. Sogar eine Rückkehr von Mirko Slomka und Huub Stevens scheinen nicht ausgeschlossen.

Auch aus Frankfurt gibt es Neuigkeiten. Cheftrainer Thomas Schaaf ist zurückgetreten. Das gab der Fußball-Bundesligist am Dienstag bekannt. Zuvor berichtete der Sender „Sky Sport News HD“ von der Entscheidung Schaafs.

<center><blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p lang="de" dir="ltr"><a href="https://twitter.com/hashtag/Schaaf?src=hash">#Schaaf</a> tritt zurück. Mehr dazu gleich bei <a href="https://twitter.com/SkySportNewsHD">@SkySportNewsHD</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/eintracht?src=hash">#eintracht</a></p>&mdash; Marc Behrenbeck (@Sky_Marc) <a href="https://twitter.com/Sky_Marc/status/603135368096014337">26. Mai 2015</a></blockquote></center>

Beide Seiten einigten sich darauf, den ursprünglich noch bis 2016 laufenden Vertrag wieder aufzulösen. Das gab der Fußball-Bundesligist am Dienstag bekannt. Grund für diesen Schritt ist das zumindest in Teilen der Vereinsführung fehlende Vertrauen in den langjährigen Coach von Werder Bremen. Vorstandschef Heribert Bruchhagen stand bis zuletzt hinter dem 54-Jährigen. Sein Vorstandskollege Axel Hellmann und ein Teil des Aufsichtsrats sahen ihn jedoch kritisch. „Die in der Öffentlichkeit getätigten Aussagen und die Darstellung meiner Person und meiner Arbeit, die sich in unglaublichen und nicht nachvollziehbaren Anschuldigungen und Unterstellungen in den Medien äußern, kann und will ich nicht akzeptieren. Deshalb ist es zu der Trennung gekommen“, teilte Schaaf am Dienstag in einer Presseerklärung mit.

Schaaf war erst vor einem Jahr als Nachfolger von Armin Veh zur Eintracht gewechselt. Mit 43 Punkten und Tabellenplatz neun erfüllte die Mannschaft unter ihm alle gesteckten Saisonziele. Dennoch war der erfahrene Coach in Frankfurt zuletzt immer wieder in die Kritik geraten. Ihm wurden ein belastetes Verhältnis zu vielen Spielern und die wechselhaften Leistungen der Mannschaft angelastet. Favorit auf den Trainerposten soll nun der langjährige Leverkusener Chef- und Jugendtrainer Sascha Lewandowski sein.

Am Wochenende hatte bereits Huub Stevens angekündigt, seinen im Juni auslaufenden Vertrag beim VfB Stuttgart nicht zu verlängern. Sein Nachfolger wird RB-Leipzig-Coach Alexander Zorniger. Seine Mission sei erfüllt, sagte Stevens nach der Rettung des Traditionsclubs am letzten Bundesliga-Spieltag nach dem 2:1-Erfolg über Paderborn.

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