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S04-Torjäger Huntelaar nach 3:3 gegen HSV gefrustet

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erstellt am 12.Aug.2013 | 01:44 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Gefreut, gefeiert, gefrustet - am Ende einer ereignisreichen und eigentlich beglückenden Woche wurde Klaas-Jan Huntelaar die Geburtstagsstimmung durch das 3:3 gegen den Hamburger SV gründlich verdorben.

Nach einem laut Kapitän Benedikt Höwedes «chaotischen Spiel» zum Bundesliga-Saisonstart ging der Schalker Doppeltorschütze (2./45.+2) mit seinem Team hart ins Gericht. «Das war fußballerisch schwach», sagte Huntelaar enttäuscht und konstatierte wenige Stunden vor seinem 30. Geburtstag: «Unsere Heimspiele müssen wir eigentlich gewinnen, aber mit dem Unentschieden haben wir noch das Maximale herausgeholt.»

Huntelaar war genervt. Am vergangenen Dienstag war er zum dritten Mal Vater geworden, die Geburt seiner ersten Tochter hatte ihn vor dem Liga-Start zusätzlich beflügelt. Auch auf dem Rasen der Veltins-Arena fand die Ausschüttung von Glückshormonen zunächst eine Fortsetzung. Schon nach 84 Sekunden brachte der «Hunter» seine Elf nach einem Zuckerpass von Julian Draxler in Führung. Der Weg zu einem lockeren Auftaktsieg gegen die Hanseaten nach deren schwacher Vorbereitung schien vorgezeichnet. Doch dann kam alles ganz anders. Der schnelle Ausgleich durch einen Handelfmeter von Rafael van der Vaart (12.) und das frühe Aus von Jungstar Draxler (23.), der bei einem schmerzhaften Tritt einen «Cut» an der Achillessehne davontrug, brachten die Königsblauen total aus dem Konzept.

Statt weiter nach vorn zu spielen, zog sich das Team weit zurück und überließ den für viele überraschend engagiert, taktisch diszipliniert und mutig auftretenden Gästen das Feld. «Trotz der frühen Führung hatten wir überhaupt keine Sicherheit», rätselte Trainer Jens Keller, der sich vor allem über die zwei weiteren Kopfball-Gegentreffer von Maximilian Beister (23.) und HSV-Neuzugang Lasse Sobiech (49.) ärgerte. Bei beiden Toren half die S04-Abwehr kräftig mit. «Wir wollten in dieser Saison weniger Tore kassieren, jetzt fangen wir zu Hause schon mit drei Gegentoren an. Das ist viel zu viel», schimpfte Keller.

Wenigstens rettete der Champions-League-Aspirant dank Huntelaars insgesamt neuntem Tor gegen den HSV und Adam Szalais Premierentreffer für Schalke (72.) noch einen Punkt. Doch für den Geschmack des Niederländers war das viel zu wenig. «Wir haben das Potenzial, jede Mannschaft zu schlagen», meinte Huntelaar, der aus seinen ambitionierten Zielen in diesem Jahr keinen Hehl macht. «Letzte Saison waren wir Vierter. Aber wir wollen besser werden, dann müssen wir uns auch spielerisch steigern.»

Das wird ohne Draxler nicht so einfach werden. Der 19-Jährige musste nicht nur seine Teilnahme beim Länderspiel am Mittwoch gegen Paraguay absagen, auch sein Einsatz beim VfL Wolfsburg am Samstag ist nicht gesichert. Dabei ist Draxlers spielerische Klasse so schnell nicht zu ersetzen. Der für ihn eingewechselte Leon Goretzka besitzt zwar großes Potenzial, aber eben noch keine Bundesliga-Erfahrung. Zudem kam das Debüt für den Ex-Bochumer plötzlich und überraschend. Gleichwohl fand sich der erst 18-Jährige vor allem nach der Hereinnahme von Szalai als zweitem Stürmer und seinem Wechsel auf die Sechser-Position immer besser zurecht.

Auch Christian Clemens - einziger Neuling in Schalkes Startelf - hinterließ einen positiven Eindruck. Mit seinem Schuss, den HSV-Nationalkeeper René Adler durch die Arme rutschen ließ, bereitete Clemens den 3:3-Ausgleich vor. Adler redete nicht lang drum herum und nahm das Tor auf seine Kappe. «Das war einfach schlecht. Den Ball muss ich festhalten, dann gewinnen wir das Spiel.» Trotzdem war Hamburgs Trainer Thorsten Fink mit dem Auftritt und dem Ergebnis unter dem Strich zufrieden. «Nach dem 0:1 haben wir gut reagiert. Letzte Saison wären wir nach so einem frühen Gegentor wahrscheinlich mit 0:3 oder 0:4 untergegangen.»

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