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Fußball : Ronny gegen Raffael: Bruderkampf bei Hertha-Gladbach

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Brüder-Paare sind in der Fußball-Bundesliga eher eine Seltenheit. Die Brasilianer Ronny und Raffael gehören neben den Halbbrüdern Jerome und Kevin-Prince Boateng und den Bender-Zwillingen Lars und Sven zu den schillernsten Paaren in der deutschen Eliteliga.

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2013 | 10:31 Uhr

Am Samstag kommt es erstmals zum Duell der beiden Kreativ-Köpfe Ronny und Raffael, wenn Hertha BSC um 18.30 Uhr Borussia Mönchengladbach vor rund 60 000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion empfängt.

Von 2010 bis 2012 spielten die beiden noch zusammen für die Hertha, dann trennten sich ihre Wege. Nun gastiert der geniale Dribbler Raffael mit der Borussia bei seinem Ex-Club. «Ich freue mich ganz einfach sehr auf dieses Duell, auf Hertha BSC, auf Berlin und auf meinen Bruder», sagte der 28-Jährige, der ein Jahr älter ist als Ronny. Beide pflegen ein enges Verhältnis, schreiben sich fast täglich SMS.

Vor dem Bruderkampf haben sich Ronny und Raffael aber eine Kontaktsperre auferlegt. Sie wollen erst wieder nach dem Spiel miteinander reden. Für Ronny ist klar, wer dann der Sieger ist. «Gegen uns gibt es für ihn nichts zu holen», stellte der schussgewaltige Linksfuß fest, der jüngst in Hannover einen Freistoß mit 119 km/h ins Tor gedroschen hatte.

Sollte der Tabellenvierte Gladbach tatsächlich verlieren, hätte Raffael dazu noch eine Wette verloren. «Der Verlierer muss für eine Fußballschule in unserer Heimatstadt Fortaleza zahlen», erklärte er dem «Berliner Kurier». Am Niederrhein hat Raffael, der für Hertha in 110 Bundesliga-Partien 23 Tore erzielt hatte, nach Umwegen über Kiew und den FC Schalke wieder die Lust am Fußball entdeckt. In acht Partien erzielte der Mittelfeldspieler bereits vier Treffer für die Borussia. Lucien Favre, sein früherer Trainer beim FC Zürich und auch bei der Hertha, hatte den Wechsel Raffaels vehement vorangetrieben.

Die Eltern in Brasilien verhalten sich während des Duells ihrer Söhne ganz unterschiedlich. Vater Caetano wird das Spiel im Fernsehen verfolgen - im Gegensatz zu Mutter Fatima. «Das wäre zu viel für ihre Nerven», sagte Raffael der «Berliner Zeitung».

Laut Hertha-Trainer Jos Luhukay ist das Aufeinandertreffen von Ronny und Raffael «eher etwas für die Zeitungen». Am Samstag komme es zum «Spiel Hertha gegen Borussia und nicht Ronny gegen Raffael». Freilich räumte der Niederländer ein, dass beide Spieler «den Unterschied ausmachen können». Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: «Ich hoffe, dass es Ronny ist.» Auch wenn Luhukay versucht, die Relevanz einzelner Personen zu relativieren - für ihn selbst ist die Partie von besonderer Bedeutung.

Der 50-Jährige trifft wie auch sein Kollege Favre auf der Gegenseite auf seinen Ex-Club. Im Gegensatz zum Schweizer Favre kommt es für den Niederländer Luhukay erstmals seit seiner Entlassung in Gladbach im Jahr 2008 zum Wiedersehen mit dem alten Arbeitgeber. Der Hertha-Trainer möchte auch gar nicht verhehlen, dass die Borussia für ihn ein besonderer Verein ist. «Beim Spiel Gladbach gegen Dortmund saß ich auf der Tribüne, und es war unglaublich, wie die Fans auf mich reagiert haben. Sehr herzlich, sehr warm», erzählte er mit leuchtenden Augen: «Ich musste viele Autogramme schreiben.» Doch jetzt sei er «mit ganzem Herzen bei der Hertha».

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