3:1-Sieg gegen Bayern München : Rebic schießt Frankfurt zum DFB-Pokalsieg

<p>Der Mann des Spiels: Frankfurts Ante Rebics traf zwei Mal.</p>

Der Mann des Spiels: Frankfurts Ante Rebics traf zwei Mal.

Eintracht Frankfurt schafft die Überraschung und siegt im DFB-Pokalfinale gegen Bayern München mit 3:1.

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19. Mai 2018, 22:30 Uhr

Die Münchener verpassten es so, ihrem Trainer das passende Abschiedsgeschenk zu machen. Jupp Heynckes beendet seine glanzvolle Trainerkarriere und verlor so sein letztes Spiel. Mitverantwortlich dafür ist sein Nachfolger. Niko Kovac verabschiedet sich mit dem sensationellen Gewinn des DFB-Pokals aus Frankfurt Richtung München.

Rebics erster Streich zu Beginn

Zu Beginn der Partie übernahmen die Frankfurter kurz die Initiative. Nach fünf Minuten bekam der Favorit aus München das Geschehen aber scheinbar in den Griff und ging in der 8. Minute beinahe in Führung. Robert Lewandowski zirkelte einen Freistoß aus guter Position an die Unterkante der Latte. Schiedsrichter Felix Zwayer, der die Partie an seinem 37. Geburtstag in seiner Heimatstadt Berlin leitete, schaute auf seine Uhr: Der Ball war vor der Linie wieder aufgekommen, es ging also weiter – und wie. James Rodriguez leistete sich im Mittelfeld einen einfachen Ballverlust gegen Ante Rebic. Der Ball kam zu Kevin Prince Boateng, der wiederum mustergültig Rebic schickte. Der Kroate hatte so freie Bahn, blieb vor Sven Ulreich cool und die Eintracht führte in der 11. Minute mit 1:0. Rebic hatte bereits im Vorjahr im Endspiel gegen Dortmund (1:2) das Tor für Frankfurt erzielt.

Drei Chancen der Bayern – alle vorbei

Dem Schock des überraschenden Rückstandes versuchten die Bayern mit Spielkontrolle zu begegnen. Nach einem Freistoß von James stand Thoma Müller eigentlich genau richtig, traf den Ball aber mit der Schulter statt dem Kopf, sodass dieser knapp am Tor vorbeiging (17.). Frankfurt verteidigte derweil aus dem Spiel heraus sehr engagiert und mit hoher Laufbereitschaft. Dennoch kamen die Münchener zu Chancen. Nach einer Müller-Flanke war Joshua Kimmich einen Tick eher mit dem Kopf am Ball als Eintracht-Keeper Lukas Hradecky, doch auch dieser Versuch ging vorbei (24.). Rund eine Minute später fand Lewandowski nach einem Konter wieder das gleiche Ziel – neben dem Frankfurter Tor.

Rebic verpasst das zweite Tor

Das Spiel beruhigte sich in der Folge etwas, da die Hessen sich noch besser auf die Angriffe der Münchener einstellten und auch selbst gefährlich blieben. In der 37. Minute ließ Rebic Niklas Süle auf der linken Seite aussteigen. Aus recht guter Position konnte sich der Torschütze aber nicht recht entscheiden, ob er selbst abschließen oder Jonathan de Guzman in der Mitte bedienen sollte. Heraus kam ein Zwischending und damit keine Gefahr für das FCB-Tor. Nach einem weiteren Ballgewinn stand Boateng dann noch knapp in aussichtsreicher Position im Abseits, dann war nach einer ungewöhlich langen Nachspielzeit von drei Minuten Pause. Die Statistik verzeichnete 10:2-Torschüsse und 75: Prozent Ballbesitz für die Bayern, dennoch hatte Frankfurt sich die Führung mit hohem Engagement durchaus verdient.

Nimmt alles den gewohnten Lauf?

Den zweiten Durchgang eröffnete Boateng mit einem allerdings eher harmlosen Kopfball (47.). Danach übernahmen die Bayern wieder die Initiative, allerdings mit einem Unterschied: Sie trafen. Süle stecke auf der rechten Seite zu Kimmich durch, dessen Hereingabe Lewadowski per abgefälschtem Schuss zum Ausgleich verwertete (53.). Das Spiel schien nun den erwarteten Verlauf zu nehmen. Die Überlegenheit der Münchener wurde nach und nach drückend, Frankfurt hatte so keine Möglichkeit mehr, wie in der ersten Hälfte schnell und mutig umzuschalten. Das zweite Tor war so eigentlich nur eine Frage der Zeit, doch die Hessen wehrten sich und zeigten Moral. Vor 74 322 im ausverkauften Berliner Olympiastadion blieben die Bayern aber das überlegene Team. In der 76. Minute kam Lewandowski seinem zweiten Tor näher, nach James-Flanke strich der Ball Zentimeter vorbei, kurz danach traf Mats Hummels nach einem Eckball per Kopf nur die Latte. Auf der Gegenseite schlenzte Rebic die Kugel nur knapp am Tor vorbei (80.).

Rebic bringt das Stadion noch einmal zum Kochen

Zwei Minuten brachte der Kroate die eine Hälfte des Stadions dann doch wieder richtig zum Kochen. Ein starken Spielzug schloss der Torschütze des ersten Treffers mit einem gefühlvollen Heber auf. Der explosionsartige Jubel wurde kurz gestört, da Schiedsrichter Zwayer den Videobeweis bemühte, jedoch nichts regelwidriges sah. Den Bayern lief nun also die Zeit davon, entsprechend warfen sie alles nach vorne. In der Nachspielzeit kam Kimmich frei zum Kopfball, war aber überrascht und verfehlte so deutlich. Zweimal bestürmten die Münchener nach Ablauf der regulären Zeit den Schiedsrichter, um einen Elfmeter zu fordern. In der fünften Minute der Nachspielzeit schaute Zwayer sich dann eine Szene im Frankfurter Strafraum an - und gab keinen Strafstoß. Im Gegenteil: Nach dem abschließenden Eckball fuhr Frankfurt einen Konter. Ulreich war aus dem Tor mit nach vorne geeilt und der eingewechselte Mijat Gacinovic hatte keine Probleme, das 3:1 zu erzielen. Direkt danach war das Spiel beendet und Eintracht Frankfurt zum ersten Mal seit 30 Jahren wieder DFB-Pokalsieger.

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