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Fußball : Petersen schießt Werder zum Derbysieg

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Nach dem Ende seiner 1366 Minuten dauernden Torflaute blickte Nils Petersen schmunzelnd auf seine neuen, blauen Fußballschuhe. «Die grünen Schuhe schmeiße ich weg, die blauen werde ich jetzt ein wenig streicheln», kündigte Werder Bremens Nordderby-Held noch in der HSV-Arena an.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2013 | 10:41 Uhr

Nach seinem Doppelpack beim 2:0 im 99. Bundesliga-Nordschlager muss er sich nun nicht mehr die leidigen Fragen zum Thema «Chancentod» anhören: «Ach, ich musste da ja immer wieder Stellung nehmen, das ging ja zu Hause weiter. Freunde, meine Familie, meine Freundin und letztlich auch mir selbst musste ich das immer wieder erklären, warum ich wieder nicht getroffen habe.»

Die Durststrecke des Ex-Bayern-Profis dauerte seit dem 16. Februar an - als er gegen den SC Freiburg doppelt getroffen hatte (2:3). Und der 24-Jährige war nur durch die Rotsperre von Franco di Santo überhaupt wieder in die Startelf gerutscht. Wohl niemandem mehr als ihm hätten die mitgereisten 4000 Grün-Weißen die ersten Werder-Stürmertore der Saison mehr gegönnt. «Das ist super für Nils und fürs ganze Team, aber wie er den zweiten Ball reingemacht hat, das weiß er doch selbst nicht», kommentierte Aaron Hunt amüsiert den Lupfer über den herausgeeilten HSV-Keeper René Adler (90+4.). «Seine Torflaute ist jetzt vorbei, aber ein ernsthaftes Thema war das in der Mannschaft nie. Wir wussten immer, was wir an ihm haben.»

Auch Trainer Robin Dutt freute sich für den Teamplayer Petersen: «Ich hätte nichts dagegen, wenn das nun jede Woche so weitergeht.» Petersen selbst hoffte, «dass jetzt der Knoten geplatzt ist». Bei ihm ebenso wie bei der ganzen Elf, der er die «beste erste Halbzeit seit Ewigkeiten» bescheinigte. Dabei kam der rundum verunsicherte HSV unter Interimscoach Rodolfo Cardoso als Aufbaugegner gerade recht. Während die Hamburger Nordkurve nach Abpfiff brüllte «Wir haben die Schnauze voll», sang der Anhang von der Weser nach dem Ende der jüngsten Drei-Pleiten-Serie wieder versöhnt: «Die Nummer eins im Norden sind wir». Und: «Derbysieger, Derbysieger, hey hey hey.»

Und neben dem Matchwinner Petersen feierten die Grün-Weißen auch zwei überzeugende Liga-Debütanten: Den 19-jährigen Offensivakteur Martin Kobylanski, Sohn des Ex-Bundesligaprofis Andrzej, und den als Linksverteidiger eingesetzten Santiago García. Der Argentinier schwärmte von der Atmosphäre beim «Clásico de Alemania».

Bremen zeigte gegen den Erzrivalen erstmals in dieser Spielzeit wirklich spielerische Ansätze. Was ist von der Wundertüte Werder in dieser Saison zu erwarten? Dutt philosophierte irgendetwas Kryptisches über noch zuzubilligende Inkonstanz. Sportchef Thomas Eichin sah, dass «die Mannschaft intakt ist», aber noch nicht alles «Friede, Freude, Eierkuchen» sei. «Wir haben drei Niederlagen und drei Siege, wohin die Reise geht, wissen wir noch nicht», meinte Clemens Fritz. Er nimmt das ganze Gerede nicht allzu ernst. «Letzte Woche war große Krise, jetzt wird über Europapokal geschrieben.»

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