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Fußball : Olic genießt nach der Kritik die Lobeshymnen

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Mit schelmischem Grinsen und auf Socken schlurfte Ivica Olic durch die Kellergänge der Volkswagen-Arena. «Der alte Mann ist da», sagte der 34 Jahre alte Kroate verschmitzt und musste selber über seinen Witz schmunzeln.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2013 | 10:39 Uhr

Der Routinier hatte allen Grund, fröhlich zu sein. Dank seines Doppelpacks hat der VfL Wolfsburg mit dem 2:1 (1:1) gegen 1899 Hoffenheim auch sein drittes Heimspiel gewonnen und seine makellose Serie daheim fortgesetzt. «Heute bin ich müde», gab der völlig verschwitzte Olic zu, den viele schon längst abgeschrieben hatten. «Vor drei Wochen, als ich in der Kritik stand, habe ich dem Trainer gesagt, dass ich wieder treffe.» Der älteste Spieler des VfL behielt recht. Olic traf gegen Hertha BSC, er traf gegen Bayer Leverkusen, und er traf nun in der 44. und 48. Minute gegen Hoffenheim.

«Wenn man Tore geschossen hat, ist es einfach zu reden», sagte der sonst eher schweigsame Olic, der das Spiel nach der frühen Führung der Hoffenheimer durch Anthony Modeste (15.) drehte. Und so erzählte der Routinier: «Ich habe gut trainiert. Ich bin in einem guten Zustand und wusste, dass die Tore kommen.»

Die Saisontreffer drei und vier waren eine passenden Antwort auf die Diskussionen um seine Position. «Man hat ihn nach drei Spieltagen schon kritisiert», berichtete Trainer Dieter Hecking. Und nicht nur in Wolfsburg wurde debattiert über «das Gesamtthema: Reicht das im Sturm?»

Bas Dost zu schwach und zudem verletzt, Patrick Helmes zum Zweitligisten 1. FC Köln transferiert - und Olic zu alt? Der VfL schien den Kritikern auf der Mittelstürmer-Position nicht stark genug besetzt für die hohen Ansprüche. Vorerst herrscht nun Ruhe.

«Ich habe jetzt noch mehr Erfahrung», betonte der laufstarke Doppeltorschütze. Davon profitierte er gegen Hoffenheim. Beim ersten Treffer stand Olic nach einer Energieleistung von Christian Träsch gegen den überforderten Robin Szarka an der richtigen Stelle und staubte ab. Beim zweiten nutzte er geschickt die Fehler von Fabian Johnson und Jannik Vestergaard, lupfte den Ball gekonnt über Koen Casteels ins Tor. «Sensationell», lobte Mitspieler Marcel Schäfer.

«Das zweite Tor war schöner», sagte auch der Torschütze: «Das war ein wichtiger Treffer, denn es war wichtig, dass wir das Spiel noch gewinnen.» Nach einem Sieg des VfL sah es bis zu Olic' erstem Streich nicht aus. Keine einzige Chancen hatte sich der VfL bis dahin herausgespielt. Entscheidend war daher, dass der früher beim HSV und bei Bayern spielende Olic gleich die erste und die zweite Einschussmöglichkeit nutzte.

«Der kann das gern jedes Wochenende machen», meinte der Trainer, kritisierte aber auch die Medien: «Es geht immer zu schnell, vor allem in der Kritik.» Trifft er ein paar Spiele nicht, geht die Diskussion von vorne los. Das weiß Hecking, und das weiß auch Olic. Vorerst aber hat der Stürmer zwei weitere Argumente für die gewünschte Vertragsverlängerung gesammelt. «Ich will einfach gesund bleiben und spielen. Bis zur Winterpause möchte ich eine Entscheidung, ich brauche Planungssicherheit für meine Familie», sagte der vielgefragte Olic, bevor er endlich in die Kabine schlurfen und duschen durfte.

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