Nachfolger von Jupp Heynckes : Nico Kovac wird neuer Trainer des FC Bayern

Nico Kovac ist jetzt Favorit auf den Trainerposten beim FC Bayern München.
Die wochenlange Trainersuche ist beendet: Neuer Trainer des FC Bayern wird Niko Kovac, der aktuell noch bei Eintracht Frankfurt tätig ist.

Der Frankfurter wird Medienberichten zufolge Heynckes ablösen. Der Ex-Bayern-Profi wird ein schweres Erbe antreten.

shz.de von
13. April 2018, 13:03 Uhr

Frankfurt/Main | Niko Kovac wird neuer Trainer des FC Bayern München. Der Coach von Eintracht Frankfurt wird beim deutschen Fußball-Meister mit einem Vertrag für drei Jahre die Nachfolge von Jupp Heynckes antreten, wie Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic am Freitag mitteilte. Die „Bild“-Zeitung, „Sport Bild“ und der „Kicker“ hatten den Wechsel bereits am Donnerstagabend als perfekt vermeldet. Bislang hat sich noch keiner der beiden Vereine offiziell dazu geäußert. Die Eintracht verschob am Freitag aber kurzfristig eine Pressekonferenz mit Niko Kovac von 13.00 auf 15.00 Uhr, damit auch Sportvorstand Fredi Bobic daran teilnehmen und sich zu dem Thema äußern kann.

Mit der Verpflichtung von Kovac beenden die Bayern eine monatelange Trainersuche. Zunächst scheiterte ihr Versuch, den 72 Jahre alten Jupp Heynckes zum Weitermachen zu überreden. Vor drei Wochen sagte auch der frühere Dortmunder Trainer Thomas Tuchel den Münchenern ab.

Im Vergleich zu weiteren Kandidaten wie Ralph Hasenhüttl von RB Leipzig oder Julian Nagelsmann von 1899 Hoffenheim sprechen aber vor allem drei Faktoren für die Verpflichtung von Kovac: Der Frankfurter Trainer ist verfügbar, weil nach einem Bericht des „Kicker“ in seinem noch bis 2019 laufenden Vertrag mit der Eintracht eine Ausstiegsklausel für den Wechsel nach München verankert ist.

Kovac kennt den FC Bayern sehr gut, weil er von 2001 bis 2003 selbst für den deutschen Rekordmeister spielte. Und er ist international erfahren, weil er die kroatische Nationalmannschaft 2014 zur Weltmeisterschaft in Brasilien führte.

In Frankfurt arbeitet Kovac seit dem 8. März 2016 mit großem Erfolg. Zunächst führte er die Eintracht in zwei Relegationsspielen gegen den 1. FC Nürnberg zum Klassenverbleib in der Fußball-Bundesliga. In den vergangenen zwei Jahren formte er aus einem Abstiegskandidaten einen Champions-League-Anwärter. Zudem könnte er die Hessen in der nächsten Woche zum zweiten Mal nacheinander ins DFB-Pokalfinale führen. Möglicher Gegner dort: der FC Bayern München.

Die Bosse des FC Bayern hatten lange versucht, Heynckes zu einem Weitermachen bewegen zu können. Der Anfang Oktober als Nachfolger des beurlaubten Carlo Ancelotti eingesprungene 72-Jährige will aber über den Sommer hinaus nicht mehr weitermachen. Der Triple-Trainer von 2013 hat die Münchner erneut zur deutschen Meisterschaft geführt und mit ihnen auch das Halbfinale im DFB-Pokal erreicht. In der Champions League steht der FC Bayern außerdem in der Vorschlussrunde, der Kontrahent wird am Freitag ausgelost.

Trophäen wie Heynckes kann der frühere kroatische Nationalcoach aber nicht vorweisen. Dafür hat er bei der Eintracht durchaus imposante Entwicklungsarbeit geleistet. Nach seiner Verpflichtung im März 2016 bewahrte Kovac die Hessen in der Relegation vor dem Abstieg und führte sie 2017 bis ins DFB-Pokal-Finale. In dieser Saison hat die Eintracht sogar Chancen auf einen Champions-League-Platz und könnte erneut das Pokal-Endspiel erreichen. Selbst ein Finale in Berlin gegen den FC Bayern ist möglich.

Der Münchner Vorstandschef Rummenigge hatte sich in der Trainerfrage zuletzt weiter entspannt gegeben. „Wir warten das in aller Ruhe ab. Ich habe ja gesagt, dass ich davon ausgehe, dass wir bis Ende des Monats den Trainer präsentieren werden“, sagte Rummenigge und wurde auch darauf angesprochen, ob er ausschließen könne, dass Kovac im Sommer neuer Trainer werde. „Einschließen kann ich es auch nicht“, sagte Rummenigge damals und lachte.

Kovac stand auf der Kandidatenliste der Münchner – ebenso wie zum Beispiel Thomas Tuchel. Der frühere Dortmunder Trainer entschied sich aber für einen anderen Verein und übernimmt Medienberichten zufolge den französischen Top-Club Paris Saint-Germain. Deutschsprachig und von Format: So lautete in Kurzfassung das Anforderungsprofil an den künftigen Bayern-Trainer. Nun soll es also Kovac werden.

Nach Informationen der „Bild“ will er seinen Bruder Robert als Co-Trainer mitbringen, dazu soll Heynckes-Assistent Peter Hermann für eine weitere Zusammenarbeit gewonnen werden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen