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Nach Rücktritt des Vereinsarztes : Müller-Wohlfahrt und Bayern München: Keine ausführlichen Antworten

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Der Verein bedauert den Rücktritt seines Arztes. Auch Bayern-Trainer Pep Guardiola nimmt Stellung. Verweist aber auf andere Sorgen.

Der FC Bayern hat den überraschenden Rücktritt von Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt „mit Bedauern“ zur Kenntnis genommen - und sportlich zugleich einen weiteren Ausfall zu beklagen.

Der Mediziner und sein Stab hatten am Donnerstag bekanntgegeben, ihre Tätigkeiten für den Rekordmeister aus München niederzulegen. In einer Presseerklärung hatte Müller-Wohlfahrt mit Blick auf das 1:3 beim FC Porto gesagt, dass nach der Partie „aus uns unerklärlichen Gründen die medizinische Abteilung für die Niederlage hauptverantwortlich gemacht“ worden sei. Man sehe dadurch das für eine erfolgreiche medizinische Arbeit notwendige Vertrauensverhältnis nachhaltig beschädigt.

Wie Trainer Pep Guardiola am Freitag verkündete, werde bei der Bundesliga-Partie bei 1899 Hoffenheim auch Philipp Lahm fehlen. Der Kapitän könne am Samstag wegen einer Magen-Darm-Erkrankung nicht spielen. Damit muss der Fußball-Rekordmeister nach Franck Ribéry, David Alaba, Arjen Robben, Javi Martínez, Medhi Benatia und Bastian Schweinsteiger den nächsten personellen Rückschlag verkraften. Mario Götze und Xabi Alonso stünden dagegen wohl wieder für einen Einsatz bereit.

Zur spektakulären Trennung von Müller-Wohlfahrt wollten sich die Münchner bei der Spieltagspressekonferenz einen Tag vor der Partie in Sinsheim nicht ausführlich äußern. „Wir bedauern dies sehr, ausdrücklich“, sagte Mediendirektor Markus Hörwick lediglich. Der Mediziner „war uns über viele Jahre lang ans Herz gewachsen“.

Vorerst soll der Orthopäde und Unfallchirurg und Sportmediziner Volker Braun, bislang bei der zweiten Mannschaft der Bayern in der Regionalliga im Einsatz, Müller-Wohlfahrts Aufgaben übernehmen. Eine Entscheidung über die langfristige Nachfolgeregelung solle „zeitnah“ erfolgen, hieß es.

Coach Guardiola wertete den Rücktritt als persönlichen Entschluss. „Es war seine Entscheidung“, sagte der Coach. „Ich habe großen Respekt, ich kann diese Entscheidung nur respektieren.“ Zuletzt war mehrfach über Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Trainer und dem Mediziner berichtet worden.

Guardiola sagte vor dem Hoffenheim-Spiel: „Wenn ein Spieler verletzt ist, ist das nicht die Verantwortung vom Doktor.“ Hadern wolle er mit der Situation nicht. „Ich habe keine Zeit zum Lamentieren.“ Mit Verweis auf die angespannte Verletztensituation beim designierten deutschen Meister stellte sich der Coach vor seine Schützlinge. „Diese Spieler sind meine Helden“, sagte er und nahm dabei namentlich Abwehrspieler Dante in Schutz, der bei der Niederlage in Porto den zweiten Gegentreffer durch einen Abspielfehler eingeleitet hatte.

Der langjährige Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld sieht im Rückzug des Mannschaftsarztes einen großen Verlust für den deutschen Fußball-Rekordmeister. „Er ist ein genialer Arzt, einer der besten der Welt. Dass er zurücktritt, schwächt das Team“, sagte Hitzfeld am Freitag in München.

Die Entscheidung Müller-Wohlfahrts sei sicherlich kein spontaner Entschluss nach dem verlorenen Champions-League-Spiel beim FC Porto gewesen. „Es muss Einiges im Vorfeld passiert sein, so etwas entwickelt sich, das muss reifen“, sagte Hitzfeld bei der Präsentation eines Dokumentationsfilms des Pay-TV-Senders Sky über ihn.

Hitzfeld betonte, er habe in seinen zwei Amtszeiten beim FC Bayern stets „vertrauensvoll“ mit Müller-Wohlfahrt zusammengearbeitet. Den Arzt habe neben seiner hohen Fachkompetenz eine „absolute Loyalität dem Verein gegenüber“ ausgezeichnet. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Spieler nicht privat weiter zu ihm gehen“, sagte Hitzfeld voraus. Das sei auch so gewesen, als Müller-Wohlfahrt in der Amtszeit von Jürgen Klinsmann als Trainer kurzzeitig das Team nicht mehr betreute. „Er hat unglaubliche Fähigkeiten, wenn es darum geht, Diagnosen zu stellen. Das macht ihn einmalig“, schwärmte Hitzfeld.

Der Zeitpunkt des Rücktritts von Müller-Wohlfahrt kurz vor dem Viertelfinal-Rückspiel gegen Porto am kommenden Dienstag sei problematisch: „Das wird die Aufgabe nicht erleichtern.“ Hitzfeld ist jedoch „felsenfest davon überzeugt“, dass die Münchner noch ins Halbfinale einziehen werden. „Bayern wird sich nicht zweimal so präsentieren wie in Porto. Bayern gehört für mich mit Barcelona und Real Madrid nach wie vor zu den Favoriten auf den Titelgewinn.“

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erstellt am 17.Apr.2015 | 10:55 Uhr

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