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Nach Korkut-Entlassung : Michael Frontzeck neuer Coach von Hannover 96

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Nur einen Tag nach der Entlassung von Tayfun Korkut nimmt Michael Frontzeck bei Hannover 96 seine Arbeit auf.

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2015 | 11:04 Uhr

Hannover | Startschuss für Michael Frontzeck bei Hannover 96: Nach seiner Vertragsunterschrift am Montagabend begann der neue Trainer der Niedersachsen mit der ersten Übungseinheit am Dienstagmorgen seine Fünf-Spiele-Mission. Viel Zeit zum Einarbeiten bleibt dem Ex-Nationalspieler nicht. Frontzeck muss mit seinem Assistenten, dem früheren 96-Kapitän Steven Cherundolo, der völlig verunsicherten Mannschaft in einem Schnellkurs neues Selbstbewusstsein vermitteln.

Korkut war am 31. Dezember 2013 als Nachfolger von Mirko Slomka verpflichtet worden. Der jetzt 41-Jährige hatte bis dahin keine Erfahrung im Profibereich. In der ersten Saison schaffte der Coach den Klassenerhalt und landete auf Rang zehn. Zum Ende der Hinrunde der laufenden Saison lagen die Hannoveraner noch auf Rang acht.

Bereits am Samstag kommt es zum so wichtigen Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim. Denn nach zuletzt 13 Spielen ohne Sieg beträgt der Vorsprung zum Relegationsplatz gerade einmal zwei Punkte. „Wir werden es auch dieses Mal schaffen“, sagte der 51-Jährige der „Bild“-Zeitung. Der frühere Nationalspieler war bereits vor zehn Jahren bei Hannover tätig und erhielt nun einen Vertrag bis Ende der Saison. „Eine sehr reizvolle Aufgabe. Damals in den anderthalb Jahren als Co-Trainer unter Ewald Lienen habe ich mich schon sehr wohl gefühlt in Hannover.“ Sein Assistent wird nach Clubangaben der Amerikaner Cherundolo.

Die Hoffnungen und Erwartungen, die der Traditionsverein in den Nachfolger des glücklosen Tayfun Korkut setzt, sind groß. „Michael Frontzeck hat als neuer Cheftrainer unser volles Vertrauen, die Mannschaft zum Klassenerhalt zu führen“, erklärte Clubchef Martin Kind. Nach der Beurlaubung von Korkut - die Jobgarantie für den Deutsch-Türken erwies sich letztlich als wertlos - entschied sich der starke Mann bei den Niedersachsen bei der Trainersuche gegen den als Feuerwehrmann bekannten Peter Neururer und für Frontzeck.

Die Retter-Bilanz des 51-Jährigen fällt zwiespältig aus. Bei seiner ersten Profi-Station als Cheftrainer stieg er 2006/07 mit Alemannia Aachen aus der Bundesliga ab. In Bielefeld schaffte er zwar ein Jahr später den Klassenverbleib, in der darauffolgenden Saison wurde er aber vor dem letzten Spieltag entlassen. Auch in Mönchengladbach und beim Zweitligisten FC St. Pauli, wo er zuletzt bis November 2013 tätig war, ereilte ihm das vorzeitige Aus.

Bisherige Trainerstationen:

2000-2003 Borussia Mönchengladbach (Co-Trainer)
2004-2005 Hannover 96 (Co-Trainer)
2006-2007 Alemannia Aachen
2008-2009 Arminia Bielefeld
2009-2011 Borussia Mönchengladbach
2012-2013 FC St. Pauli

Trotz der relativ langen Pause vom Fußball-Geschäft traut die 96-Führung dem neuen Coach die Rettung zu. „Er kennt die Bundesliga und verfügt über vielfältige Erfahrungen“, urteilte Sportdirektor Dirk Dufner über Frontzeck. Sollte er den Abstieg bei seiner Fünf-Spiele-Mission verhindern, verlängert sich Frontzecks Vertrag nicht automatisch um ein Jahr. Das sagte 96-Boss Martin Kind. „Wir halten uns alle Optionen offen.“ Frontzeck sagte: „Es ist die klare Absprache für fünf Spiele. Was im Sommer ist, weiß kein Mensch.“ Über die Zeit danach „habe ich mir keine Gedanken gemacht, erklärte der Nachfolger Korkuts.

Das Restprogramm der 96-Mannschaft ist im Vergleich zu den anderen Abstiegskandidaten anspruchsvoll. Es bietet aber bei drei Heimspielen gegen Hoffenheim, Werder Bremen und den SC Freiburg durchaus Chancen, die nötigen Punkte zu sammeln. Auswärts muss Frontzeck mit seinem neuen Team in Wolfsburg und in Augsburg antreten.

Fans reagieren größtenteils entsetzt auf die Verpflichtung von Frontzek:

Dufner hat seine Zukunft beim Fußball-Bundesligisten Hannover 96 indes offen gelassen. „Wir schauen nur auf diese fünf Spiele, alles andere dann später - das gilt auch für mich“, sagte Dufner am Dienstag bei der Vorstellung von Michael Frontzeck. Der Manager gilt in Hannover als angeschlagen. Sein Engagement soll nach übereinstimmenden Medienberichte zum Ende der Saison enden.

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