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Fußball : Leverkusen überzeugt und ist bereit für Manchester

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Das 3:1 gegen den VfL Wolfsburg war schnell abgehakt. Schon am Sonntagmorgen begann für die Fußball-Profis von Bayer Leverkusen die Vorbereitung auf den Start in der Champions League mit dem Highlight bei Manchester United.

Ungewohnt locker plauderte Bayer-Coach Sami Hyypiä nach dem vierten Erfolg im fünften Bundesliga-Spiel über die Rückkehr in seine langjährige Wahlheimat England. «Dort weiß man noch, dass ich zehn Jahre lang in Liverpool gespielt haben», sagte der Finne. «Wir dürfen in Manchester nicht mit zu großem Respekt auftreten. Ich hoffe, dass meine Spieler sich nicht nur das traditionsreiche Stadion anschauen und Autogramme von Rooney holen.»

Dass er eigentlich gut gelaunt sein musste, merkte man Hyypiä, der stets etwas grimmig dreinschaut, mal wieder nicht an. Dabei hatte sein Team zwei Wochen nach dem 0:2 auf Schalke gegen die «Wölfe» vor allem in der 2. Spielhälfte spielerisch überzeugt und nach Toren von Sydney Sam (24.) und des überragenden Stefan Kießling (65./90.+2) letztlich einen souveränen Sieg eingefahren. Sam und Kießling waren damit an 16 der 17 Leverkusener Pflichtspiel-Tore in dieser Saison direkt beteiligt. Während Sam «viel Spaß» hatte und sich mit seinen Kollegen über den besten Saisonstart der Bayer-Geschichte freute, war Ivica Olic trotz seines Ausgleichstreffers (39.) die Geburtstagslaune vergangen.

17-mal traten die Wolfsburger in Leverkusen zum Punktspiel an, zum 13. Mal verließen sie die BayArena als Verlierer, ein Sieg gelang dort in der Bundesliga noch nie. «Dass wir mit null Punkten am Ende der Auswärtstabelle stehen, ist desolat», stellte Marcel Schäfer nach seiner Rückkehr in die Startelf und der dritten VfL-Pleite in der Fremde ernüchtert fest.

Trainer Dieter Hecking stufte den Bayer-Sieg aufgrund der zweiten Hälfte als verdient ein, ärgerte sich gleichwohl mächtig über die zweite Gelb-Rote Karte für Luiz Gustavo in Serie. Am 3. Spieltag beim 0:2 in Mainz wurde der Brasilianer bereits des Feldes verwiesen, musste gegen Hertha (2:0) zuschauen, und flog nun nach einem Rempler gegen Schiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart) und einem harmlosen, taktischen Foul in der Schlussphase (85.) erneut vom Platz. Gustavo, der ansonsten nicht durch rüde Attacken auffiel, fühlt sich von den Referees ungerecht behandelt: «Wenn das so weitergeht, bekomme ich diese Saison fünf- bis zehnmal Rot. Ich habe in zwei Spielen nur vier Fouls gemacht.»

Auch Hecking fand die Bestrafung von Gustavo zu hart, auch wenn er sie letztlich «akzeptiert». Manager Klaus Allofs empfahl Gustavo, sich künftig «mehr zurückzuhalten». Als der Brasilianer noch das Bayern-Trikot trug, seien «diese Sachen» nicht so oft geahndet worden. Im fünften Saisonspiel kassierten die Niedersachsen bereits den vierten Platzverweis. Für Allofs eindeutig zuviel: «Wir müssen cleverer spielen.»

Angesichts der Topform von Torjäger Kießling und Wirbelwind Sam muss der Bundesliga-Dritte auch in Old Trafford am Dienstag (20.45 Uhr) nicht bange sein. Die Werkself ist jederzeit für ein Tor gut, auch wenn der englische Meister in der Ära nach Trainer-Legende Alex Ferguson kaum schwächer sein dürfte als vorher. «Sie haben zwar einen neuen Trainer, spielen aber den gleichen Fußball», befand England-Kenner Hyypiä. «ManUnited ist eine große Mannschaft. Sie haben in den letzten zehn Jahren alles gewonnen. Aber schon vor dem Spiel aufgeben - das mache ich nicht. Sonst könnten wir ja unsere zweite Mannschaft hinschicken.»

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erstellt am 15.Sep.2013 | 10:54 Uhr

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