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0:3 gegen Hoffenheim : HSV stürzt tiefer in die Krise

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Hamburg, diese stolze Stadt, ohne Bundesligaverein? Der Zustand des HSV macht dieses Szenario immer wahrscheinlicher.

shz.de von
erstellt am 01.Feb.2014 | 18:15 Uhr

Der Absturz des Hamburger SV hält an. Der Tabellendrittletzte verlor am Samstag auch das Krisenduell bei 1899 Hoffenheim mit 0:3 (0:2) und droht nun am Sonntag sogar auf einen der beiden Abstiegsplätze der Fußball-Bundesliga durchgereicht zu werden.

Die Tore von Roberto Firmino (4.), Niklas Süle (44.) und Andreas Beck (61.) bescherten einem erschreckend schwachen und völlig verunsicherten HSV bereits die fünfte Niederlage nacheinander - eine solche Negativserie hatte der Traditionsclub zuletzt in der Saison 1970/71 erlebt. Dadurch steigt auch der Druck auf den stark in die Kritik geratenen Trainer Bert van Marwijk.

Der Niederländer wurde am Samstag vor 25.603 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena bereits vor dem Anpfiff von Fotografen umringt. Das ist kein gutes Zeichen für einen Trainer, speziell van Marwijk steht seit Tagen im Mittelpunkt einer kampagnenartigen Debatte, nach der er vermeintlich zu wenig und zu lasch trainieren lässt.

Der 61-Jährige reagierte darauf, indem er den wachsenden Druck an seine Spieler weitergab ("Wenn einer negativ ist, schmeiße ich ihn raus") und die Mannschaft im Vergleich zur 0:3-Pleite gegen Schalke 04 auf gleich vier Positionen umstellte: Jacques Zoua spielte im Sturm für den verletzten Torjäger Pierre-Michel Lasogga, der wiedergenesene Dennis Diekmeier in der Abwehr für den angeschlagenen Marcell Jansen (Knie-Prellung). Dazu waren die beiden Winter-Neuzugänge Ouasim Bouy und Ola John zum ersten Mal von Beginn an dabei, Tolgay Arslan und Ivo Ilicevic blieben dafür draußen.

Erfolg brachten diese Maßnahmen jedoch nicht. Die Hamburger wurden zu Beginn geradezu überrollt von den deutlich spielstärkeren Hoffenheimern, bereits in der ersten Minute hatte Kai Herdling per Freistoß die erste gute Chance für die TSG.

Beim fast schon folgerichtigen Führungstreffer hatten die geplagten Gäste das Pech, dass Torschütze Roberto Firmino beim Pass von Kevin Volland im Abseits stand. Es hatte sich zuvor aber auch kein Hamburger die Mühe gemacht, den Vorbereiter bei dessen Lauf durchs Mittelfeld zu stören.

Die Mannschaft des HSV bestätigte somit gleich zu Beginn die am häufigsten gegen sie vorgebrachte Kritik: Dass sie sich nicht energisch gegen die Krise wehrt und stattdessen emotions- und leidenschaftslos ihren Stiefel herunterspielt.

Auch als die TSG nach einer Viertelstunde ihren Würgegriff lockerte und dem HSV mehr Spielanteile gestattete, wusste der damit nichts anzufangen. Im Gegenteil: Ausgerechnet im Duell der beiden schwächsten Abwehrreihen der Liga lag das Hauptproblem der Hamburger diesmal im völlig uninspirierten und trägen Spiel nach vorn. Hinten kamen dann noch Schwächen bei Standardsituationen hinzu - das 2:0 durch den 18 Jahre alten Süle fiel nach einem Eckball.

Hoffenheims Trainer Markus Gisdol hatte seine Mannschaft nach dem 0:4 von Nürnberg auf fünf Positionen verändert und neben Volland und Herdling auch David Abraham, Sejad Salihovic sowie und Tobias Strobl von Beginn an gebracht. Der TSG merkte man die jüngsten Rückschläge nie an, die blutjunge Mannschaft beherrschte den harmlosen HSV auch in der zweiten Halbzeit, ohne sich dabei zu verausgaben. Das 3:0 von Beck nach einem schönen Angriff über Salihovic und Roberto Firmino zerstörte auch die letzten Hoffnungen der Hamburger. Deren Fans sangen danach nur noch: "Wir haben die Schnauze voll."

Der FC St. Pauli ist derzeit auf dem sechsten Tabellenplatz in der 2. Bundesliga, aber punktgleich mit dem Dritten Kaiserslautern. Denkbar wäre demnach, dass es zum Abschluss der Saison zur Relegation um einen Bundesligaplatz ausgerechnet zwischen den beiden Hamburger Vereinen kommen könnte. Dann wäre zumindest das Schreckensszenario, Hamburg ohne Bundesligisten, vermieden.

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