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Fussball-Bundesliga : HSV gegen Hertha BSC Berlin: Das shz.de-Fanduell

vom

Der HSV wird unterschätzt und zeigt gegen Berlin wozu er im Stande ist. Hertha könnte gewinnen, weil die Statistik das sagt und die Elf bestens aufgelegt ist.

Warum der HSV gewinnt

von Maximilian Matthies

Eine gute Nachricht vorweg: Die Sportwetten stehen nicht unbedingt gegen den HSV, sondern tendieren eher zu einem Unentschieden. Darauf kann sich natürlich keiner verlassen. Aber es weckt Hoffnungen.  

Klar ist: Die Berliner sind zurzeit im Siegesrausch, sie gehen an derzeitigen sportlichen Erfolgen gemessen als Favorit in die Partie gegen den HSV. Und auch sonst stehen die Vorzeichen alles andere als gut für die Hamburger. Fünf Spiele in Serie gab es nun schon keinen Sieg gegen die Herthaner, der letzte datiert aus dem Jahr 2012. Und dann ist da auch noch die akute Absturzgefahr. Berlin hingegen kann befreit aufspielen. Und sich überschätzen. Das ist der Kardinalsfehler.

Denn den Bundesliga-Dino sollte niemand unterschätzen. Die Mannschaft von Bruno Labbadia ist immer für eine Überraschung gut. Das zeigen etwa Siege wie gegen Gladbach. Und jetzt ist eindeutig die Zeit für den nächsten Dreier gekommen.

Dafür wird der HSV kämpfen. Wenn es sein muss bis aufs letzte Hemd. Zu groß ist die Sorge wieder in einen Abwärtsstrudel zu geraten, dagegen werden sich Hunt, Lasogga und Co. stemmen. Getragen von ihren Fans, die nicht gerade erfolgsverwöhnt sind und dennoch nicht müde werden, ihre Mannschaft immer wieder nach vorne zu peitschen. HSV hat gegen Berlin diesen entscheidenden Heimvorteil. Und den Blick nach dem Schalke-Spiel schon wieder nach vorne gerichtet.

Bei den Herthanern wirkt es dieser Tage so, als würde es zu perfekt laufen. Oder wer kann sich schon vorstellen, dass die Alte Dame in der nächsten Saison tatsächlich deutscher Vertreter in der Champions League wird? Wahrscheinlich nicht mal die Berliner selbst. Und Erfolg macht auch müde. Im Idealfall bleiben sie auf Platz 3, wo sie derzeit stehen, höher geht es nicht. Hamburg kann noch klettern.

Wer Hertha-Trainer Pal Dardai vor dem Spiel genau zuhört, der erkennt Sorge, dass der Höhenflug seiner Mannschaft an der Elbe enden könnte. Seine Taktik wollte er geheim halten, und erstmal sehen, wie Labbadia seine Mannen aufstellt. Man könnte auch meinen: Dardai schwahnt Böses.

Und wenn die Statistik doch knapp gegen Hamburg spricht, gibt es noch einen Mutmacher: Die Zahl sechs. So konnte Berlin aus den letzten beiden Spielen sechs Punkte holen und der letzte HSV-Sieg im eigenen Stadion gegen Hertha liegt wie lange zurück? Genau: Exakt sechs Jahre. Damals im Volksparkstadion, wo die Hamburger jetzt wieder Zuhause sind und gegen Berlin gewinnen werden.

Warum die Hertha gewinnt:

von Leon Kühl

Die alte Dame gegen den Hamburger Spaß Verein. Der Hauptstadtclub gegen den Relegationsmeister und Absteiger der Herzen. Der Drittplazierte gegen den unangefochteten Spitzenreiter des Dilettantismus. Es sollte klar sein, wer hier der Favorit ist und wem Fußballdeutschland die Daumen drückt.

Wem das noch nicht genügt, sollte ein kurzen Blick auf die Statistiken beider Vereine werfen: HSV belegt in der Heimtabelle lediglich Platz 14. Heimstärke sieht anders aus. Und dass Hertha keine Laufkundschaft auf fremden Rasen ist, belegt der fünfte Platz der Auswärtstabelle. Außerdem konnten die Hamburger nur eins der letzten zehn Spiele gewinnen. Hertha hingegen fünf.

Desweiteren spielen die Berliner einen ansehnlichen Fußball und haben in den letzten Monaten eine Art Philosophie entwickelt, die man beim HSV nach wie vor schmerzlich vermisst.

Ich möchte die Ballvirtuosen des Tabellenvierzehnten nicht schlechter machen, als sie sind, weiß Gott nicht, immerhin schwimmen sie ja schon auf einer Art Welle des Erfolges, verglichen mit den letzten Jahren. Aber ob das reichen wird, die starken Hauptstädter zu ärgern? Ich hoffe und denke nicht.

Und wenn alle Stricke reißen sollten, steckt in der Dardai-Elf immer noch eine große Portion individueller Klasse. Sei es Salomon Kalou, der mit seinen Dribblings und seiner Kaltschnäuzigkeit den Gegner verzweifeln lässt, Vedad Ibisevic, der gerade den zweiten Frühling seiner Karriere erlebt oder Vladimir Darida, der Antreiber und Ballverteiler im Zentralen Mittelfeld.

Beim HSV sieht es nach dem Weggang von Weltklasseverteidiger und Bestie, Heiko Westermann, auch bekannt unter dem Künstlernamen „HW4“ und dem Spielmacher des Jahrhunderts, Raffael Van der Vaart, eher mau aus.

Doch am Ende zählt das, was auf dem Platz passiert. Sämtliche Ankündigungen und Vorzeichen sind wertlos, sollten die Mannen auf dem Platz versagen und überraschender Weise keine drei Punkte aus der Hansestadt entführen können.

Also liebe Hamburger, sollten wir es nicht schaffen, die Punkte auf normalem Wege zu ergattern, würde ich mich sehr darüber freuen, wenn ihr uns etwas unter die Arme greift und alles dafür tut, dass der Auswärtssieg am Ende des Tages eingetütet wird. Ob ihr unsere Spieler im Strafraum umkloppt oder rote Karten sammelt, ist mir egal.

Deutschland braucht einen Haupstadtverein, der international spielt! Vielleicht kommen wir euch dann in der nächsten Saison etwas entgegen, wenn es für die Jünger Kühnes um die Deutsche Meisterschaft geht.

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erstellt am 04.Mär.2016 | 17:55 Uhr

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