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Hamburger SV - Borussia Dortmund : HSV gegen den BVB: Das shz.de-Fanduell

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Im Norden gibt es viele HSV-Fans. Und im Norden gibt es viele BVB-Fans. Auch in der Redaktion von shz.de. Zwei Vorausblicke auf das Spiel am Freitagabend.

shz.de von
erstellt am 20.Nov.2015 | 09:28 Uhr

Hamburg | Am Freitagabend kommt es zum Duell Borussia Dortmund gegen den HSV. Spielbeginn ist um 20.30 Uhr im Volksparkstadion. Die Fans fiebern dem Spiel entgegen, auch in der Redaktion von shz.de. Dort herrscht, trotz der größeren Entfernung, ein Übergewicht von BVB-Fans. Aber wer hat die besseren Argumente für seine Mannschaft?

Die letzten Spiele der beiden Mannschaften gegeneinander:

7. März 2015 0:0
4. Oktober 2014 1:0 für den HSV
22. Februar 2014 3:0 für den HSV
14. September 2013 6:2 für den BVB

 

Die Sicht des HSV-Fans: Wir sind ganz entspannt

Warum? Sechs Siege, zwei Unentschieden und eine Niederlage: So lautet die Statistik der  letzten neun Heimspiele gegen die Schwarz-Gelben. Da hat der HSV deutlich schlechtere Statistiken vorzuweisen. Es ist also quasi schon ein Gesetz der Serie, dass wir gegen Dortmund zu Hause gewinnen.

Zugegeben, unser Sturm ist nicht der erfolgreichste. Elf Tore sind schon mies. Dortmund fragt sich, wie viele Tore Aubameyang in einem Spiel schießt, wir fragen uns, wer überhaupt mal ein Tor schießt. Dortmund lässt über die schönsten Tore abstimmen? Der HSV könnte da eher über die schönsten verpassten Chancen abstimmen lassen.

Aber dafür steht seit langer Zeit mal wieder eine Mannschaft auf dem Platz, der es Spaß macht, zuzusehen. Und darauf haben wir schließlich lange genug gewartet. Ganz vergessen sind die Leiden der letzen beiden Saisons noch nicht, dafür war es einfach zu schlimm. Aber es gab immer ein Happy-End. Gesetz der Serie eben.

Drittes Relegationsspiel in Folge? Kein Problem für uns, sollte es soweit kommen:

Wird es aber nicht. Gegen die Dortmunder wird mit einem Heimsieg dafür ein weiterer Schritt getan. Unsere Abwehr steht stabil – Labbadia lässt zurzeit außerdem mit einem 4-3-3 System mit Holtby, Kacar und Jung als Abräumer trainieren.

Es müssen auch gar nicht solche Traumtore wie beim 3:0 Sieg am 22. Februar 2014 sein, um zu gewinnen.

Wir geben uns auch schon mit einem Kopfballtreffer nach einer Ecke zufrieden. Und mit einem 1:0. Drei Punkte sind drei Punkte. Tut mir leid Dortmund, aber für euch gibt’s bei uns im Volkspark nichts zu holen.

Miriam Richter

Die Sicht des BVB-Fans: Der HSV ist gut drauf. Das spricht für uns.

Im Grunde ist der HSV kein Gegner, er ist Opfer. Dafür spricht nicht nur die fußballerische Entwicklung der letzten Jahre. Oder der Tabellenplatz. Oder das Umfeld, der Verein insgesamt. Dafür spricht vor allem die Torstatistik dieser Saison. Gerade mal elf Tore in zwölf Spielen. Niemand außer Ingolstadt hat weniger. Dass man mit einem derart miserablem Sturm auf Platz 11 der Tabelle steht, gleicht einem Wunder.

Dagegen die Torfabrik BVB: 35 Treffer in der Liga. Pierre-Emerick Aubameyang traf in 20 Pflichtspielen 22 mal. Der BVB hat gerde die - natürlich inoffizielle - Ablöse auf 60 Millionen Euro festgesetzt. Dazu Reus, Mkhitaryan, Auch die Abwehrspieler sind immer für Tore gut. Alle.

Doch Spiele gegen den HSV sind anders. Stehen immer jenseits der Statistik. Je angeschlagener der HSV, je mehr der BVB vor Kraft nicht laufen kann, umso überraschender die Ergebnisse. Das 1:0 des HSV am siebten Spieltag der Vorsaison war damals der erste Saisonsieg der Hamburger überhaupt. Im Westfalenstadion! Vor der Süd! Im Rückspiel im Volksparkstadion reichte es dann immerhin für ein 0:0 :-(

Richtig Schmerzen verursacht dem BVB-Fan die Erinnerung an die Saison 2013/14. Nein, nicht das 6:2 zu Hause am fünften Spieltag. Normal halt. Aber das Rückspiel! Ein gewisser Mirko Slomka feierte damals mit einem physisch wie psychisch angeknacksten HSV einen „Traumeinstand” („Kicker”) als Trainer. Das genaue Ergebnis habe ich vergessen.

Nicht vergessen sind dagegen zwei Traumtore, über die der BVB angesichts der aktuellen Begegnung per Twitter abstimmen lässt. Beide stammen aus dem Spiel am 25. März 2006 im Volksparkstadion. Der HSV hatte 2:1 geführt, Tomáš Rosický ausgeglichen. Dann diese zwei Tore für den BVB:

Florian Kringes 3:2.

Und Rosickýs 4:2. HSV-Torwart Sascha Kirschstein hatte sich zuvor als Torjäger versucht.

Am Ende der Saison 2005/06 wurde der HSV übrigens Dritter, der BVB Siebter. So gut war der HSV, betrachtet man die gesamte Saison, seitdem nie wieder.

Was heißt das nun alles für Freitagabend? Der BVB sollte das machen. Der HSV ist nicht angeschlagen. Dafür spricht die einigermaßen stabile Abwehr mit nur 16 Gegentoren. Der HSV ist aktuell kein Abstiegskandidat. Gegen den haben wir uns immer am schwersten getan. Und der HSV hat einen Trainer, der schon so lange im Amt ist (sieben Monate!), dass man sich an die Vorgänger kaum noch erinnern kann. Außerdem: Bei spektakulären Niederlagen gegen den BVB klappt es für den HSV meist im Rest der Saison. Das würde mich freuen.

Also: 6:2 für den BVB.

Joachim Dreykluft

 

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