zur Navigation springen

Bundesliga : Hoffenheim schlägt Bayern – BVB erstmals sieglos

vom

Die Bayern verlieren mit 0:2 bei 1899 Hoffenheim und Dortmund kommt in Freiburg nicht über ein 0:0 hinaus.

shz.de von
erstellt am 10.Sep.2017 | 10:47 Uhr

Ein eiskalter Mark Uth und eine heiß gelaufene TSG Hoffenheim haben erneut den FC Bayern München zu Fall gebracht. Drei Tage vor dem Champions-League-Auftakt gegen RSC Anderlecht kassierte der deutsche Meister am Samstag beim 0:2 (0:1) in Sinsheim seine erste Saisonniederlage in der Fußball-Bundesliga. Stürmer Uth traf im Stile von Bayern-Torjäger Robert Lewandowski doppelt (27./51. Minute). So blieb das Team von Trainer Julian Nagelsmann auch im 19. Heimspiel hintereinander ungeschlagen. Auch der BVB bleibt sieglos. In Freiburg kam das Team nicht über 0:0 hinaus.

Der erste Treffer war umstritten. Die Münchner um Mats Hummels protestierten heftig, aber vergebens, weil in der Szene zwei Bälle auf dem Rasen waren. Schiedsrichter Daniel Siebert gab den Treffer jedoch, auch der Videoassistent griff nicht ein. Für die Bayern entwickelt sich Hoffenheim allmählich zum Angstgegner: Vergangene Saison setzte es ein 0:1 in der Rhein-Neckar-Arena, zuhause gab es nur ein 1:1. So hat die erste wichtige Saisonphase mit sieben Spielen in drei Wochen denkbar schlecht für das Starensemble begonnen. Hingegen empfahlen sich die Kraichgauer für ihre Europa-League-Premiere am Donnerstag (19 Uhr) gegen die Portugiesen von Sporting Braga.

Die mehrtägige Debatte über den Stellenwert von Thomas Müller beendete Trainer Carlo Ancelotti zumindest vorläufig. Der Nationalstürmer spielte von Anfang an - und das ganz schwach. Dafür saßen die Routiniers Franck Ribéry und Arjen Robben sowie der genesene kolumbianische Neuzugang James Rodríguez beim Anpfiff auf der Bank. Rafinha ersetzte zudem den verletzten David Alaba als Linksverteidiger.

Die Hoffenheimer, ohne ihren Abwehrchef Kevin Vogt, Bayern-Leihgabe Serge Gnabry und Nationalstürmer Sandro Wagner, mussten sich von Beginn an der flankenfreudigen Münchner erwehren. Über die Außen versuchten die Gäste die TSG-Fünferkette zu knacken. So konnte Robert Lewandowski beim ersten Aufreger nach sieben Minuten beinahe eine Hereingabe von Müller nutzen: Der Ball touchierte die Oberkante der Latte.

Fast eine halbe Stunde lang konnten die Bayern den Ball laufen lassen, ohne aber weitere Chancen herauszuspielen, dann fiel völlig überraschend das 0:1: Nach einem schnell ausgeführten Einwurf von Andrej Kramaric düpierte der enteilte Uth Nationalkeeper Manuel Neuer mit einem Flachschuss ins linke Ecke.

Plötzlich spielten die bis dato in die Defensive gedrängten „Nagelsmänner“ mit. Steven Zuber zwang kurz vor dem Pausenpfiff Neuer zu einer Parade. Bis dato hatten der Ex-Hoffenheimer Sebastian Rudy und Thiago im Mittelfeld ziemlich ungestört schalten und walten können, jetzt standen ihnen die Männer in Blau mehr auf den Füßen.

Das galt auch für Müller, der zu Beginn der zweiten Halbzeit gleich einen folgenschweren Zweikampf verlor. Zuber schaltete blitzschnell und sein Zuspiel verwandelte Uth erneut reaktionsschnell und präzise.„Uth, Uth!“, skandierten die TSG-Fans unter den 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Arena. Mit den Hereinnahmen von Robben, Ribery und James Rodríguez versuchte Ancelotti seine Mannschaft anzutreiben, doch die Münchner fanden einfach zu wenig Lücken.

Freiburg erkämpft in Unterzahl Punkt: 0:0 gegen Borussia Dortmund

Der SC Freiburg hat in Unterzahl den schwungvollen Saisonstart von Borussia Dortmund gebremst und sich ein 0:0 erarbeitet. In einem hitzig geführten Duell mussten die Breisgauer am Samstag vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften Schwarzwald-Stadion mehr als eine Stunde mit zehn Mann überstehen, weil Neuzugang Yoric Ravet nach einem Foul an BVB-Kapitän Marcel Schmelzer mit Rot vom Platz ging (29. Minute). Dortmund hatte zwar einige Chancen, blieb aber insgesamt blass und konnte die Serie von zuletzt zwölf Siegen in zwölf Spielen gegen den SCF nicht ausbauen.

Zumindest bis zum Duell zwischen Hoffenheim und Bayern am Abend blieb der BVB aber Tabellenführer. Freiburg musste mit dem Punkt zufrieden sein, wartet nach drei Spieltagen in der Fußball-Bundesliga aber noch auf den ersten Saisonsieg.

Für Schmelzer dauerte das Comeback nach überstandener Verletzung am Sprunggelenk und wochenlanger Pause nur eine halbe Stunde. Nach einem Tritt in die Wade von Freiburgs Ravet musste der Linksverteidiger dem Augenschein nach verletzt mit einer Trage vom Platz gebracht und ausgewechselt werden. Der nicht souverän wirkende Schiedsrichter Benjamin Cortus zeigte dem Franzosen zunächst die gelbe Karte, entschied nach dem Einsatz des Video-Assistenten aber auf Rot.

Neben Ravet brachte SC-Trainer Christian Streich noch fünf weitere Profis, die beim 1:4 gegen RB Leipzig nicht in der Startelf standen. Auch der bislang einzige Bundesliga-Torschütze der SC-Saison, Florian Niederlechner, saß gegen den Tabellenführer lange nur auf der Bank. An seiner Stelle durfte Tim Kleindienst von Beginn an spielen und vergab nach sechs Minuten bereits eine riesengroße Gelegenheit zur Führung für den Gastgeber. Freigespielt von Christian Günter und Janik Haberer scheiterte der Stürmer mit einem schwachen Abschluss an BVB-Keeper Roman Bürki.

Mit bissigen Kontern und guter Defensivarbeit hätten sich die noch sieglosen Freiburger die Führung in der Anfangsphase verdient gehabt. Außer einem zu hoch angesetzten Kopfball von Pierre-Emerick Aubameyang brachte der BVB lange Zeit überhaupt nichts zustande und wirkte ideenlos. Allerdings musste Trainer Peter Bosz auch früh zweimal unfreiwillig wechseln. Vor Schmelzer musste bereits Innenverteidiger Marc Bartra nach 18 Minuten runter. Der Spanier hatte sich zuvor an die Leiste gefasst. Für ihn kam der ehemalige Freiburger Ömer Toprak.

In Unterzahl verlagerte sich das Spiel dann nahezu komplett in die Freiburger Hälfte. Nuri Sahin prüfte SC-Torwart Alexander Schowlow mit einem Distanzschuss (40.). Unmittelbar nach dem Seitenwechsel verhinderte Schwolow mit einer Parade gegen Christian Pulisic den Rückstand (46.).

Ein Kopfball von Aubameyang geriet erneut zu hoch (54.), wenig später rutschten drei Dortmunder an einer Flanke von Gonzalo Castro vorbei - die Borussen hatten Chancen, nutzten diese aber nicht und blieben oft einfach zu durchschauen. Lukasz Pisczeks Kopfball war nach langer Zeit die beste Chance zum späten Siegtreffer (81.). Auch der in der Schlussphase eingewechselte Neuzugang Andrej Jarmolenko konnte am 0:0 nichts ändern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert