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Hoffenheim feiert Retter Gisdol - Neuer Kurs bleibt

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erstellt am 28.Mai.2013 | 02:11 Uhr

Kaiserslautern (dpa) - Markus Gisdol sah das Unheil kommen, doch er nahm es mit einem Lächeln zur Kenntnis. Eine Stunde nach der Rettung im Kampf gegen den Abstieg aus der Bundesliga erhielt der umjubelte Trainer der TSG 1899 Hoffenheim in der Pressekonferenz die obligatorische Bierdusche.

Bewaffnet mit ein paar Büchsen Gerstensaft hatte sich ein Teil der Mannschaft auf das Podium geschlichen und den Beginn einer langen Partynacht eingeläutet.

«Ich habe zwei Stunden Schlaf gehabt. Es war schön und intensiv, was dazugehört, wenn man eine tolle Sache zur Krönung bringt», berichtete Gisdol über die ausgelassenen Feierlichkeiten in Heidelberg und räumte ein: «Wenn man im Trinken und Feiern nicht so trainiert ist, kann es seine Spuren hinterlassen.»

Der 43 Jahre alte Fußball-Lehrer war nach dem 2:1 im Relegations-Rückspiel beim 1. FC Kaiserslautern der gefeierte Mann beim Dorfverein aus dem Kraichgau. «Der Trainer ist eine sehr positive Erscheinung und tut den Spielern gut», würdigte TSG-Präsident Peter Hofmann die Verdienste des Trainers.

Dessen Verpflichtung vor acht Wochen als Nachfolger des entlassenen Marco Kurz erwies sich für die TSG als Glücksgriff. Gisdol fand die richtige Ansprache und brachte die Mannschaft wieder auf Kurs. «Markus war unfassbar authentisch. Er hat von vornherein gesagt, wir gehen unseren Weg, unabhängig von der Ligazugehörigkeit», lobte Alexander Rosen, Leiter der Hoffenheimer Profi-Abteilung. Der von Gisdol ausgegebene Kurs soll nun beibehalten werden: «Wir definieren uns über unsere Spielweise, das Auftreten und wollen junge Leute integrieren», so Rosen. Gisdol war nach dem Happy End im Abstiegskampf sichtlich gerührt. «Wir waren eigentlich tot in dieser Saison und haben es jetzt noch gepackt. Das ist unglaublich», stellte er erleichtert fest. «Wir haben übernommen mit neun Punkten Rückstand auf Düsseldorf und vier Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz», erinnerte Rosen an die Ausgangslage beim Amtsantritt. «Wir waren danach dreimal weg vom Fenster, doch die Jungs sind immer bei sich geblieben, haben immer weitergemacht. Ich bin beeindruckt, was die Mannschaft geleistet hat.»

Innerhalb von zwei Monaten formte Gisdol aus vielen Einzelkönnern wieder eine Gemeinschaft, in der jeder für den anderen rannte und rackerte. «Jeder hat seine Interessen hintenangestellt und sich ins Team eingeordnet. Das ist eine ganz tolle Sache, deshalb möchte ich mich bei meinem gesamten Team bedanken», erklärte der Coach fast schon demütig.

Die Spieler gaben das Kompliment umgehend zurück. «Der Trainer hat alles im Griff. Er kommt in der Mannschaft sehr gut an. Seine Ansprachen sind top, er motiviert uns immer fantastisch», berichtete Mittelfeldspieler Sebastian Rudy. «Ich denke, wir haben einen Riesenteamgeist bewiesen. Wir standen schon öfter mit einem Bein in der 2. Liga, aber der Trainer hat uns immer wieder Mut gemacht», pflichtete der 17-jährige Niklas Süle bei.

Defensivmann Tobias Weis hatte ebenfalls nur Gutes über Gisdol zu berichten. «Der Trainer hat einen Riesenanteil. Er hat es geschafft, dass wir wieder ein Team sind. Wir haben immer davon gesprochen, dass wir eine Mannschaft sind, aber das war nicht immer so», sagte Weis und brachte die Gefühlslage in Hoffenheim auf den Punkt: «Wir sind mit zwei blauen Augen aus der Saison gegangen.»

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