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Zum Bundesliga-Start : Herzblut oder Siegeswille? Die Tippspiel-Typen

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Fast so schön wie Fußballgucken ist das Tippen. In der langen Bundesliga-Saison werden viele ihr wahres Gesicht zeigen. Ein Überblick über die Spieler-Typen.

shz.de von
erstellt am 21.Aug.2014 | 17:34 Uhr

Die Vorfreude ist groß: Am Freitagabend beginnt die neue Bundesliga-Saison. 40 Tage nach dem WM-Finale. Aber nicht nur die Tatsache, dass der Ball endlich wieder rollt, lässt Fan-Herzen höher schlagen. Denn mit dem Eröffnungsspiel zwischen Meister Bayern München und dem VfL Wolfsburg startet auch die Tipp-Saison.

Vor allem innerhalb von Unternehmen sind Tipp-Gemeinschaften beliebt. Meist existieren sie schon seit Jahren. In diesen Tagen geht der „Verwalter“ auf seine Mitarbeiter zu, um ihren Einsatz einzusammeln. Und das muss finanziell gar nicht wehtun. Beispielsweise kann der Einsatz pro Spieltag einen Euro pro Mitspieler betragen. Also 34 Euro pro Saison. Das ist durchaus verkraftbar. Und bereitet Spaß. Auch weil der Montag im Büro oft mit Gesprächen über die gelungenen oder völlig misslungenen Tippabgaben beginnt.

Wer das Prozedere kennt, der weiß, wie einfach alles funktioniert: In Online-Tippspielen loggt sich jeder für die jeweilige Gruppe ein – gegründet vom „Verwalter“ – und gibt vor jedem Spieltag seine Tipps für die Spiele ab ein. 34 Mal, bis zum letzten Spieltag.

Das Interessante am Ganzen: Nicht jeder Mitspieler verhält sich gleich. Es gibt unterschiedliche Tipp-Typen. Ein Überblick:

Der Experte

Wer dieser Gruppe angehört, kann auf ein großes Fußball-Fachwissen zurückgreifen. Welche Spieler verletzt sind, welche Mannschaft in welchem System spielt und wie erfolgreich sich das gegen Gegner xy auswirken wird – das und mehr spielt in die Tippabgabe für jedes Spiel beim Experten mit ein. Dementsprechend überzeugt er auch in analytischen Gesprächen mit Kollegen über Gewinner und Verlierer eines Spieltags.

Der Verbissene

Diesem Spieler-Typ geht es gar nicht unbedingt um den Fußball an sich. Er will vielmehr einfach jeden Spieltag gewinnen – und am Ende von der Tabellenspitze auf die Tipprunde herunterblicken. Dieses Ziel kann natürlich automatisch dazu führen, dass sich der Verbissene während einer Saison zum Analysten entwickelt –  indem er Spieler- und Mannschaftsdaten durchforstet und Kollegen mit seinen Erfolgsnachrichten nervt. Nicht selten ist auch der Experte dieser Gruppe angehörig.

Der Fan

Nicht immer ganz leicht wird es für eingefleischte Fans einer bestimmten Mannschaft. Wenn das Herz für den HSV schlägt, muss man sich überlegen, ob man auch mal „gegen“ seine Mannschaft tippt. Denn manchmal ist es ja ziemlich sicher, dass es mal wieder nichts wird mit einem Sieg gegen Bayern München. Das Problem: Eigentlich ist es ein No-Go, auf eine Niederlage seines Vereins zu tippen. Sozusagen ein ungeschriebenes Gesetz. Das bringt einen – vor allem als Fan des HSV – in Schwierigkeiten. Denn auf die Hanseaten zu setzen, verhieß zumindest in der vergangenen Saison nichts Gutes.

Der Laie

Unberechenbar. So lässt sich diese Art von Tipp-Spieler wohl am besten beschreiben. Denn wer wenig bis gar keine Ahnung von der Stärke der Mannschaften hat, kann ja kaum anders, als das Ergebnis zu raten. Das kann fürchterlich nach hinten losgehen, aber genauso von Erfolg gekrönt sein. Denn gewinnt der Außenseiter völlig überraschend, werden das Experten kaum vorhergesehen haben. Der Laie hingegen vielleicht schon.

Der Genervte

Diese Gruppe wird erfahrungsgemäß im Laufe der Saison immer größer. Zeichnet sich ab, dass die eigenen Tipps Spieltag für Spieltag von wenig bis gar keinem Erfolg gekrönt sind, verliert man fast automatisch die Lust am Spiel. Die Folge: Die Tippabgabe wird nicht mehr allzu ernst genommen, oftmals bewusst „vergessen“.

Der 2:1-Tipper

2:1. Das klingt nach einem typischen und oft wiederkehrendem Ergebnis für Fußball-Spiele. Das denkt sich auch so manch Mitspieler – und gibt dieses Ergebnis auch konsequent für so gut wie alle Partien an. Der Gedanke dabei: Wird schon stimmen.

Der Ex-Spieler

Dieser Kategorie können früher oder später sowohl Experten, Verbissene, Fans, Laie, 2:1-Tipper und Genervte angehören. Vor allem Letztere. Denn wer schon über Jahre seine Leistung in der Tipprunde nicht bringt, hat Motivationsprobleme. Das ist menschlich. Wer dem Spielleiter vor der Saison also mitteilt, dass er eine Auszeit braucht, sollte vergeben werden. Vielleicht geht es ja nach einem Sabbatjahr wieder weiter.

 
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