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Fußball : Hannover knackt Mainz - Slomka: «Freuen uns irre»

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Der beste Bundesliga-Start seit 1965 eröffnet Hannover 96 ungeahnte Perspektiven. Das beeindruckende 4:1 (2:1) gegen das zuvor ungeschlagene Überraschungsteam FSV Mainz 05 macht die nächste 96-Partie beim Supercup-Gewinner Bayern München zum Spitzenspiel.

«Wir haben neun Punkte und dort nichts zu verlieren. Unser Trainer stellt uns auf den Gegner immer sehr gut ein», erklärte der 19 Jahre alte Leonardo Bittencourt selbstbewusst nach dem Sprung auf Platz drei.

Der angesprochene Trainer Mirko Slomka, ein Mathematik-Lehrer, kann wegen der Länderspiel-Pause zwei Wochen über die richtige Taktik in München tüfteln. Im eigenen Stadion klappt das schon seit Jahren fast perfekt. Seit Mai 2011 hat Hannover 96 nur 3 von 38 Heimspiele verloren - lediglich die Bayern können in dieser Statistik mit den Niedersachsen mithalten. Die ungewöhnliche Heimstärke ist der Konkurrenz zwar bekannt, das richtige Gegenmittel fanden in dieser Saison aber weder Wolfsburg, Schalke noch Mainz.

«Hannover hat diese eine brutale Stärke, dass sie bei Ballgewinn schnell umschalten. Das wussten wir und trotzdem haben sie uns damit geknackt», sagte der Mainzer Manager Christian Heidel. «Wir freuen uns irre und waren sehr effektiv in der vorderen Reihe», kommentierte 96-Trainer Slomka die drei Stürmer-Tore von Mame Diouf (31.), Artur Sobiech (37.) und Didier Ya Konan (80.). Der Ex-Fürther Edgar Prib (82.) traf vor 38 600 Zuschauern zum Endstand. Für Mainz erzielte Torjäger Nicolai Müller (12.) sein fünftes Saisontor.

«Für mich war es ein super Gefühl, mein erstes Tor zu erzielen. Der Sieg zu Hause tut unheimlich gut», sagte Prib. Kein Wunder, in Fürth hatte er eine ganze Saison vergeblich auf einen Heimsieg gewartet. In Hannover sind die Erwartungen anders, das hat auch der neue Manager Dirk Dufner schnell verinnerlicht. «Wir sind zu Hause eine Macht und haben den Anspruch, zu Hause jedes Spiel zu gewinnen», hatte er bereits vor dem Mainz-Spiel gesagt.

Was vielleicht etwas überheblich klingt, hat einen realen Grund. Mit starken Standards, schnellem Umschaltspiel, aufopferungsvollem Einsatz und konsequenter Ausnutzung der gegnerischen Fehler macht Hannover 96 vor eigenem Publikum spielerische Defizite häufig wett. Die Mainzer, die 30 Minuten dominierten, gerieten nach einer Ecke und einem Patzer von Torwart Heinz Müller zum 1:1 ins Hintertreffen. «Uns fehlte die Galligkeit», sagte Trainer Thomas Tuchel, der sich zudem über ein nicht geahndetes Handspiel von 96-Verteidiger Marcelo ärgerte.

«Wir freuen uns alle, dass wir diese Heimstärke haben», sagte Hannovers Mittelfeldmotor Leon Andreasen. Der Däne hat klare Vorstellungen. «Mein großes Ziel ist Europa. Da waren wir, und da wollen wir wieder hin», sagte Andreasen. Anders als vor 48 Jahren, als «96» schon einmal mit drei Siegen aus vier Partien in die Saison startete, will das Team diesmal oben dran bleiben. 1965/66 sprang trotz des Super-Starts am Ende nur Rang zwölf heraus.

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erstellt am 01.Sep.2013 | 10:14 Uhr

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