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Bayern-Sieg gegen Wolfsburg : Fünf-Tore-Wahnsinn: Robert Lewandowski schreibt Geschichte

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Nicht nur Bayern-Fans verneigen sich vor dem Münchener. Robert Lewandowski schießt alle Tore gegen Wolfsburg – in neun Minuten.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2015 | 07:22 Uhr

München | Mit phänomenalen fünf Toren in neun Minuten hat Robert Lewandowski den FC Bayern München im Bundesliga-Topspiel gegen Pokalsieger VfL Wolfsburg an die Tabellenspitze geballert. Beim verrückten 5:1 (0:1)-Sieg des deutschen Fußball-Meisters entpuppte sich der zur Pause eingewechselte Pole als Premium-Joker und schockte den VfL am Dienstagabend mit seinem Treffer-Reigen in der 51., 52., 55., 57. und 60. Spielminute. Daniel Caligiuri hatte die in der Lewandowski-Gala untergehenden Wolfsburger in Führung gebracht (26.).

Die 75.000 Zuschauer in der Münchner Arena kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Mit seinen ersten drei Treffern sorgte Ballermann Lewandowski auch noch für den schnellsten Hattrick in der Geschichte der Bundesliga. Er unterbot mit seinen vier Minuten Michael Tönnies, der 1991 beim 6:2-Sieg des MSV Duisburg gegen den Karlsruher SC fünf Minuten benötigt hatte.

Die schnellsten Hattricks der Liga-Historie:

4 Minuten: Robert Lewandowski (Bayern München) am 22. September 51.
bis 55. Minute beim 5:1 gegen den VfL Wolfsburg

5: Michael Tönnies (MSV Duisburg) am 27. August 1991
11. bis 16. Minute beim 6:2 gegen den Karlsruher SC

6: Norbert Dickel (Borussia Dortmund) am 13. September 1988
67. bis 73. Minute beim 4:0 gegen Hannover 96

7: Herbert Laumen (Borussia Mönchengladbach) am 30. September 1967
2. bis 9. Minute beim 5:1 gegen Hannover 96

8: Pierre-Michel Lasogga (Hamburger SV) am 6. Oktober 2013
59. bis 67. Minute beim 5:0 beim 1. FC Nürnberg

8: Sean Dundee (Karlsruher SC) am 28. August 1996
56. bis 64. Minute beim 4:0 gegen den FC St. Pauli

8: Dieter Hoeneß (Bayern München) am 25. Februar 1984
68. bis 76. Minute beim 6:0 gegen Eintracht Braunschweig

8: Rüdiger Wenzel (Eintracht Frankfurt) am 29. Januar 1977
68. bis 76. Minute beim 4:0 gegen den 1. FC Köln

8: Klaus Matischak (Schalke 04) am 14. Dezember 1963
49. bis 57. Minute beim 4:1 gegen den 1. FC Saarbrücken

9: Gerd Müller (Bayern München) am 30. April 1970
1. bis 10. Minute beim 6:2 gegen Eintracht Braunschweig

9: Wolfgang Solz (Eintracht Frankfurt) am 18. Februar 1967
68. bis 77. Minute beim 3:3 gegen Hannover 96

Mit dem Maximum von 18 Punkten und 20:3 Toren lösten die Bayern zumindest bis Mittwochabend Borussia Dortmund an der Spitze ab. Die gegen Lewandowski hilflosen Wolfsburger liegen nun schon sieben Punkte hinter den Bayern zurück.+

Nicht nur im Stadion war dank Lewandowski die Hölle los, bei Twitter herrschte Fassungslosigkeit und riesige Freude, zumindest bei den Bayern und seinen Fans:

Und auch Sportgrößen staunten nicht schlecht:

Aber soooo toll war das Ganze ja nun auch nicht, wie Philipp Lahm im Sportschau-Interview anmerkte:

Lange bevor die Lewandowski-Gala begann, hatte der erste Applaus des Abends Dante gegolten. Der kurz vor der Ende der Transferfrist vom FC Bayern nach Wolfsburg gewechselte Brasilianer erhielt vom Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor dem Anstoß einen Blumenstrauß. Auch beim ersten Torjubel war Dante noch mittendrin.

Einen Befreiungsschlag von Christian Träsch wehrte Bayerns Weltmeister Jérôme Boateng ungenügend ab. Über Bas Dost, der nach seinem Zwist mit Trainer Dieter Hecking für die Startelf nominiert worden war, und Julian Draxler kam der Ball zu Caligiuri, der mit einem satten Schuss aus halbrechter Position traf.

Zur Pause hätte es sogar 0:2 heißen können, denn die Bayern machten weiter Fehler. Nationaltorhüter Manuel Neuer lief weit aus seinem Tor heraus, um zu klären. Der Ball landete jedoch bei Josuha Guilavogui, der aus über 50 Metern schoss. Der Ball touchierte nur den Außenpfosten des leeren Münchner Tores. Die mit Mario Götze in der Startelf angetretenen Bayern bestimmten optisch das Spiel, ließen es aber gegen die massierte Wolfsburger Defensive an Dynamik, Spielwitz und Zielstrebigkeit fehlen. Im Strafraum herrschte Funkstille.

Thomas Müller verfehlte nach feinem Götze-Zuspiel das Tor (16.). Und VfL-Keeper Diego Benaglio parierte einen scharfen Schuss von Douglas Costa glänzend (31.). Unter dem Strich ging die Taktik von VfL-Coach Hecking bis zur Pause auf: Bayern durfte den Ball haben, Wolfsburg konterte.

Mit Lewandowski und Javi Martínez für die schwachen Spanier Thiago und Juan Bernat erzwang Bayern-Coach Pep Guardiola nach dem Wechsel die Wende. Der Plan ging fulminant auf: Eine Kombination über Götze, Arturo Vidal und Müller schloss Lewandowski zum Ausgleich ab. Keine 60 Sekunden später legte der Pole mit einem patzierten Flachschuss nach. Beim 3:1 traf der Pole erst den Pfosten, scheiterte dann an Torwart Benaglio und traf doch im dritten Versuch.

Lewandowski gelang in seinem Spielrausch nun praktisch alles gegen eine geschockte VfL-Abwehr um die Brasilianer Naldo und Dante. Letzterer musste sich vorkommen wie beim 1:7 im WM-Halbfinale 2014 gegen Deutschland. Lewandowski hatte sogar noch Tor Nummer sechs auf dem Fuß, aber VfL-Verteidiger Ricardo Rodriguez wehrte seinen Schuss auf der Torlinie ab.

Fassungslosigkeit herrscht auch noch am Morgen danach bei Twitter. Und einige lassen sich sogar von Lewandowskis Toren inspirieren.

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