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Einsatz in der Bundesliga : Freistoß-Spray fällt durch den TÜV

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Der TÜV meint: „Nicht verkehrsfähig“. Pikant: Konkurrent Dekra sponsert die deutschen Top-Schiedsrichter.

shz.de von
erstellt am 26.Sep.2014 | 15:27 Uhr

Köln | Die Einführung des von der WM bekannten Freistoß-Sprays in der Fußball-Bundesliga könnte sich verzögern. Nach Ansicht des TÜV Rheinland in Deutschland darf das Spray wegen einer möglichen gesundheitlichen Gefährdung nicht benutzt werden. Zudem sei der Treibgasanteil so hoch, dass eine Gefahrstoffkennzeichnung für hochentzündliche Produkte zwingend sei. Das dafür vorgeschriebene Flammensymbol fehle auf der Dose.

„Das Produkt ist in seiner derzeitigen Form in Deutschland und der EU nicht verkehrsfähig“, sagte TÜV-Sprecher Ralf Diekmann am Freitag in Köln und bestätigte damit einen Bericht der „Bild“-Zeitung, die das Gutachten in Auftrag gegeben hatte. Nach bisherigen Planungen des DFB soll das weiße Spray vom 8. Spieltag (18./19. Oktober) an in der Bundesliga benutzt werden. Auch in der 2. Runde des DFB-Pokals Ende Oktober soll gesprüht werden.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) reagierte gelassen auf das Gutachten. „Dieser Sachverhalt ist uns neu und wird geprüft. Unabhängig davon sind wir bereits seit Wochen mit anderen Anbietern in Gesprächen, um nach Alternativen zu dem kostenintensiven Import aus Argentinien zu schauen“, sagte Lutz Michael Fröhlich, DFB-Abteilungsleiter Schiedsrichter.„Wir sind zuversichtlich eine Lösung ohne Mängel zu finden, schließlich haben wir Schiedsrichter mit der Dekra die besten Sachverständigen an unserer Seite“, meinte er weiter.

Die Prüfgesellschaft Dekra ist Sponsor der deutschen Spitzenreferees. „Wir haben unter anderem Parabene gefunden, die im Verdacht stehen, hormonell wirksam zu sein“, sagte indes TÜV-Sprecher Diekmann. Deshalb seien diese Stoffe zum Beispiel in kosmetischen Mitteln verboten. „Außerdem sind die Aufschriften auf dem Produkt mangelhaft, unvollständig und nicht in deutscher Sprache.“

Das Spray wurde bei der WM in Brasilien weltweit bekannt und insgesamt positiv bewertet. Mit einem sich auflösenden Schaum können die Unparteiischen den Abstand von der Freistoßmauer zum Ball markieren. Wie „Bild“ berichtete, darf das Spray nicht nur in Deutschland, sondern auch EU-weit nicht eingesetzt werden, da es nicht zugelassen sei.

Seit dieser Saison wird der Schaum auch in Europapokal- und EM-Qualifikationsspielen eingesetzt. „Nach einem erfolgreichen Test bei der U17-EM in Malta freut es mich, dass der Schiedsrichter-Ausschuss beschlossen hat, die Benutzung des Sprays in den Senioren-Wettbewerben zu genehmigen“, hatte UEFA-Präsident Michel Platini in einer Mitteilung der Europäischen Fußball-Union (UEFA) Anfang August gesagt.

Auch die Verbände von England, Frankreich, Italien und Spanien haben das Spray bereits eingeführt. Der DFB und die Deutsche Fußball-Liga sprachen sich im August für die Neuerung aus. Es gibt aber auch kritische Experten-Stimmen: „Das Freistoßspray kommt nicht durch den TÜV - bei mir ist es schon lange durchgefallen. Es ist nicht nur unpraktisch, sondern auch völlig unnötig“, schrieb der ehemalige bekannte Schweizer Referee Urs Meier bei „Focus online“.

Auf Twitter ließen die Reaktionen unter dem Hashtag #freistossspray nicht lange auf sich warten.

Dieser Nutzer glaubt, das deutsche Wesen erkannt zu haben.

Ein konstruktiver Vorschlag:

Und noch ein praktischer Hinweis, der die Frage offen lässt: Löst die sich schnell genug wieder auf?

Gefragt wird auch der Chefredakteur der Bild-Zeitung nach den Motiven für den Auftrag:

Und hier macht man sich Gedanken, was nun mit dem Spray passieren soll:

Was noch fehlt: Die Meinung von Ex-Fußballer und Dauer-Twitterer Hans Sarpei.

 

 

 

 

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