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Entschuldigung von Nagelsmann : Flaschenwurf geht daneben - Hoffenheims Heimserie reißt

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Mit einem ganz starken Auftritt beendet Borussia Mönchengladbach die fast eineinhalb Jahre dauernde Heimserie von 1899 Hoffenheim. Die «Nagelsmänner» haben zunehmend mit der Mehrfachbelastung zu kämpfen.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2017 | 12:23 Uhr

Bei 1899 Hoffenheim und Julian Nagelsmann geht zur Zeit einiges daneben. Die Plastikflasche, die der Trainer aus Wut über den zwischenzeitlich Ausgleich hinter die Bank feuern wollte, landete am Samstag auf den Zuschauerrängen und traf einen Mann direkt am Kopf.

Mit der 1:3 (1:0)-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach endete danach die lange Heimserie der Kraichgauer in der Fußball-Bundesliga. Und vor dem Europa-League-Spiel am Donnerstag bei Istanbul Basaksehir heißt es fast schon: Flasche leer bei der TSG. Den Hoffenheimern schwinden Kräfte und Personal.

Nagelsmann eilte direkt nach dem Schlusspfiff auf die Haupttribüne der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena und entschuldigte sich für seinen Fauxpas bei dem Mann, der offensichtlich unverletzt blieb, sich aber heftig die getroffene Schläfe rieb. «Ich hatte heute eine sehr dämliche, dumme Aktion», sagte der 30 Jahre alte TSG-Coach später. «Es tut mir leid. Das war eine dumme Aktion, die mir nicht passieren darf - und auch nicht mehr passieren wird.» Der Flaschenhals sei an seinem Pulli hängen geblieben, erklärte Nagelsmann.

Thorgan Hazard hatte mit seinem Treffer in der 61. Minute zum 1:1 Kerem Demirbays Führung (25.) ausgeglichen und damit Nagelsmanns Wutanfall ausgelöst. Der Trainer ahnte da wohl, dass es an diesem Tag nichts mehr wird mit einem Sieg. Matthias Ginter (79.) und Jannik Vestergaard (82.) drehten den Spieß dann vollends um. So konnten die Gastgeber zum siebten Mal in dieser Saison eine Führung nicht in einen Dreier umwandeln - was dieses Mal allerdings nicht auf Nachlässigkeit, sondern auf die starke Borussia zurückzuführen war.

Nur eines von den vergangenen sieben Spielen im Liga-Alltag, DFB-Pokal mit dem Zweitrunden-Aus in Bremen unter der Woche und Europacup haben die Hoffenheimer gewonnen. Zudem endete vor 30 150 Zuschauern die Serie von 22 zuvor ungeschlagenen Heimspielen. Die letzte Niederlage gegen Schalke 04 stammte vom letzten Spieltag der Saison 2015/2016. «Am Ende haben die Gladbacher aufgrund der Chancen, ihrer Chancenverwertung und der Power, die sie auf das Feld bekommen haben, verdient gewonnen», räumte Nagelsmann ein.

Gladbachs Trainer Dieter Hecking sprach von einer «tollen Energieleistung» und einem «perfekten Auswärtsspiel». «Wir hatten heute etwas gut zu machen von vergangener Woche. Das 1:5 gegen Leverkusen wollten wir nicht auf uns sitzen lassen», erklärte Weltmeister Ginter, der erstmals für die Borussia auf der Sechs spielte - und das mit Bravour. Mit diesem Erfolg zogen die Gladbacher in der Tabelle an Hoffenheim vorbei auf Rang sechs. Die Freude über den Sieg wurde am Sonntag allerdings getrübt. Denn Mittelfeldspieler Jonas Hofmann zog sich einen Innenband-Teilabriss im rechten Knie zu und fällt für den Rest des Jahres aus.

Schmerzlich traf die Hoffenheimer auch das frühzeitige Aus von Torjäger Mark Uth und Flügelflitzer Pawel Kaderabek, beide erlitten Muskelverletzungen. In Istanbul ist wenigstens der am Samstag gesperrte Abwehrspieler Benjamin Hübner wieder dabei, den Kraichgauern ist der Kräfteverschleiß aber allmählich anzumerken.

«Ich muss sagen, dass wir als TSG schon an die Grenzen kommen», sagte Sportchef Rosen erstmals. Für Nagelsmann besteht die Schwierigkeit bei der Mehrfachbelastung eher darin, immer wieder schnell auf den Punkt fit und konzentriert zu sein. Aber einige wie Andrej Kramaric oder Nationalstürmer Sandro Wagner, der auch keine Länderspielpause und zuletzt Adduktorenprobleme hatte, kämpft mit seiner Form. Zudem wird die dauerverletzte Bayern-Leihgabe Serge Gnabry vermisst.

«Wir haben jetzt leider einen viel zu hohen Schnitt pro Spieltag, was Verletzte betrifft. Gerade was diese muskulären Themen angeht», sagte Rosen, wollte aber nicht hadern: «Das ist ein Fakt, mit dem wir umgehen müssen.»

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