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Fußball : Elferfrust in Hannover - Slomka kritisiert Regeln

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Nicht alle Entscheidungen von Christian Dingert wirkten durchdacht. Der Schiedsrichter verhängte beim 2:1 (0:0) von Hannover 96 gegen den FC Augsburg zwei umstrittene Handelfmeter - jeweils einen pro Mannschaft - und ahndete ein drittes Handspiel des Augsburgers Ragnar Klavan nicht.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2013 | 10:18 Uhr

Zufrieden war am Ende keiner der Beteiligten. Die fragwürdigen Entscheidungen versetzten die 39 200 Zuschauer des hitzigen Verfolgerduells noch mehr in Rage und entfachten erneut die Diskussion über Handspiel in der Fußball-Bundesliga.

«Ich finde es grundsätzlich schlecht, dass wir in einem frühen Saison-Stadium so viel über Handspiel diskutieren müssen. Es bedeutet, dass in der Regelauslegung etwas nicht funktioniert», erklärte 96-Trainer Mirko Slomka. Sein Gladbacher Kollege Lucien Favre hatte bereits am dritten Spieltag ähnlich argumentiert und von einer unfairen und katastrophalen Regel gesprochen.

Der Elferfrust ist groß. Die unterschiedliche Bewertung von Handspiel im Strafraum verärgert die Trainer und verunsichert die Spieler. Generell scheinen die Unparteiischen in dieser Saison viel schneller auf den Punkt zu zeigen, selbst wenn kein absichtliches Handspiel zu erkennen ist.

Dabei soll ein strafbares Handspiel nur dann vorliegen, «wenn entweder die Hand deutlich zum Ball geht oder eine unnatürliche Handhaltung vorliegt und diese zur Vergrößerung der Körperfläche beigetragen hat.» So lautet eine Empfehlung zur Umsetzung der Fußball-Regel 12, in der der viel strapazierte Begriff «Vergrößerung der Körperfläche» allerdings gar nicht auftaucht.

«Es wird mal Zeit, dass für die ganze Fußballwelt eine klare Linie reinkommt», sagte der Augsburger Jan-Ingwer Callsen-Bracker. «Sobald der Ball die Hand berührt, weißt du nicht, wie der Schiri das bewertet», klagte sein Kollege Marcel De Jong. 96-Coach Slomka konnte und wollte die strittigen Szenen in Hannover nicht kommentieren. Sein Team hatte das bessere Ende für sich und holte sich mit dem vierten Sieg im vierten Heimspiel viel Selbstvertrauen für das DFB-Pokalspiel bei Bayern München am Mittwoch.

Als »Witzelfer» empfanden die aufgebrachten 96-Fans das Augsburger 1:0 durch Paul Verhaegh (51. Minute). Verteidiger Salif Sane hatte mit dem Rücken zum Ball einen Schuss von Sascha Mölders mit dem Unterarm blockiert. Dingert entschied erst nach einem Zeichen seines Assistenten auf Handelfmeter. Drei Minuten später sprang Klavan der Ball an die Hand. Der Schiedsrichter stand genau richtig, der Pfiff blieb aber aus, weil dem Augsburger Profi - ebenso wie Sane - keine Absicht nachzuweisen war.

Nach dem Ausgleich durch 96-Stürmer Artur Sobiech (60.) verwandelte Szabolcs Huszti (89.) den zweiten Strafstoß eiskalt zum viel umjubelten Siegtreffer. Zuvor war FCA-Profi Matthias Ostrzolek der Ball auf die Brust und an die Hand gesprungen. Die Augsburger empfanden den Pfiff als ungerecht. «Da kann man nicht von Kontrolle, Absicht oder unnatürlicher Armhaltung reden», sagte Callsen-Bracker. «Der Siegtreffer tut uns unheimlich weh. Ein Punkt wäre möglich gewesen», stellte Trainer Markus Weinzierl fest.

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