Nach Pokal-Triumph : Eintracht Frankfurt plant für Europa

<p>Rund um den Römer feierten etwa 25.000 Fans mit den Pokalsiegern.</p>

Rund um den Römer feierten etwa 25.000 Fans mit den Pokalsiegern.

Der direkte Einzug in die Gruppenphase der Europa-League versetzt Frankfurt in die Lage, schneller zu wachsen als geplant.

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21. Mai 2018, 14:55 Uhr

Frankfurt/Main | Der überwältigende Empfang in der Heimat wurde für die Pokal-Helden von Eintracht Frankfurt zum Triumphmarsch und wirkte wie ein Fanal für die Zukunft. Es war das ganz große Gefühlskino, als die Hessen am Sonntag Zehntausenden Fans zum Abschied von Trainer Niko Kovac erstmals seit 30 Jahren wieder eine Trophäe präsentierten. Die ganze Stadt befand sich im Ausnahmezustand. „Das ist der Wahnsinn, was hier los ist“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic.

 

Die emotionalen Bilder vom Autokorso durch die Stadt und vom Empfang auf dem Römer verdeutlichten einmal mehr: Die Menschen am Main leben für diesen Verein, der für viele mehr als nur ein Fußballclub ist. Auch deshalb sprach Bobic nach dem 3:1-Sensationssieg im Endspiel gegen Bayern München von einem "epochalen Abend, an dem Geschichte geschrieben wurde".

„Ihr habt damit ein Feuerwerk in uns entfacht“, beschrieb ein Sprecher der Frankfurter Ultras auf dem Rathaus-Balkon die Stimmungslage bei den Anhängern. „Dass wir mit dem Pokal-Triumph so viel zurückgeben können, ist toll“, sagte Manager Bruno Hübner.

Raus aus dem grauen Fußball-Mittelmaß

Mit dem fünften Pokalsieg der Vereinsgeschichte hat die Eintracht den Weg aus dem grauen Fußball-Mittelmaß fortgesetzt und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft geschaffen. "Es ist unbeschreiblich, was uns das als Verein bringt", sagte Bobic über den so lange herbeigesehnten Erfolg.

Rund um den Römer feierten etwa 25.000 Fans ihre Lieblinge um „Fußball-Gott“ Alexander Meier, der sichtlich gerührt war. "„So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagte der Routinier, dessen Vertrag ausläuft. Ob es für ihn eine sportliche Zukunft bei der Eintracht gibt, erscheint trotz seiner in 14 Jahren erworbenen Verdienste fraglich. 

<p>Niko Kovac wurde zum Abschied mit Sprechchören gefeiert. In der kommenden Saison sitzt er auf der Trainerbank des FC Bayern.</p>
dpa

Niko Kovac wurde zum Abschied mit Sprechchören gefeiert. In der kommenden Saison sitzt er auf der Trainerbank des FC Bayern.

 

Wohin die Wege von Kovac führen, ist klar: Nach München. Unter dem frenetischen Jubel der Menge reckte der Eintracht-Coach den Pokal stolz in die Höhe. „Es ist ein wunderschöner Tag nach einem historischen Sieg“, rief Kovac, der zum Abschied mit Sprechchören gefeiert wurde. „Der Pokal ist ein Geschenk der Mannschaft an euch.“

Nun ruft Europa. Dank des Triumphes ergatterte die Eintracht doch noch einen internationalen Startplatz, der durch Rang acht in der Bundesliga schon verspielt schien. Der direkte Einzug in die Gruppenphase versetzt den Verein in die Lage, schneller zu wachsen als geplant. „Wir hätten unseren Weg auch ohne den Pokalsieg fortgesetzt, aber so sind die Voraussetzungen natürlich noch besser“, betonte Vorstandsmitglied Axel Hellmann.

<p>Torwart Lukas Hradecky (schwarze Jacke) wird den Verein nach drei Jahren verlassen.</p>
dpa

Torwart Lukas Hradecky (schwarze Jacke) wird den Verein nach drei Jahren verlassen.

 

Die internationale Präsenz macht die Frankfurter für Sponsoren noch interessanter. Und die zusätzlichen Millionen-Einnahmen - sowohl im DFB-Pokal als auch in der Europa League – verschaffen dem neuen Trainer Adi Hütter mehr finanziellen Spielraum bei der Kaderplanung.

Bislang steht nur fest, dass Torwart Lukas Hradecky den Verein nach drei Jahren verlässt. Auch der Finne war zum Abschied gerührt: „Dieses Erlebnis kann man nicht mit Geld kaufen.“ Für Hradecky wurde bereits Dänemarks Auswahl-Keeper Frederik Rönnow verpflichtet.

Kovac will den Weg der Eintracht auch künftig intensiv verfolgen. „Ich bin weg, aber ich werde diesen Club nie vergessen“, betonte er zum Abschied. „Ich habe hier die Möglichkeit bekommen, in der Bundesliga anzufangen. Das wird immer in meinem Herzen bleiben.“

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