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Bundesliga-Kolumne : Der 13. Spieltag: Lebens-Kraft, Tor-Flut und Haus-Krach

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Was für ein HSV-Sieg! Stunden nach dem Abpfiff wurde noch auf „Bruno“ angestoßen. Jürgen Muhl blickt auf das Fußball-Wochenende zurück.

shz.de von
erstellt am 23.Nov.2015 | 07:21 Uhr

Hamburg/Bremen/Frankfurt | Funktionierender Fußball: Die Bundesliga hat die passende Antwort auf die jüngsten Geschehnisse gegeben. Es wurde gespielt, es wurden Tore erzielt, es wurde gejubelt, es wurde gefeiert. Volle Stadien. Wie am Freitagabend in Hamburg. Zugegeben, beim Gang in die Arena im Volkspark war ein ängstliches Gefühl als ständiger Begleiter mit von der Partie. Dann aber bestimmte der Fußball mit seiner großen Lebenskraft das Abendprogramm. Ein Hamburger SV, der sich von der besten Seite zeigte. Der munter drauflos spielte, der seine Torchancen nutzte und in der Abwehr erneut Qualität präsentierte.

Wobei die Elf von Bruno Labbadia leichtes Spiel hatte. Der HSV hatte es mit einer Borussia aus Dortmund zu tun, die neben sich stand. Wie zumeist, wenn die Schwarz-Gelben in Hamburg gastieren. Der HSV überzeugte mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und konnte gar einen Statisten wie den früh eingewechselten Brasilianer Cleber verkraften. Vergessen war die Angst vor dem Terrorismus. Der Volkspark feierte seinen HSV, der unter Labbadia zu neuer Stärke gefunden hat. Noch zwei Stunden nach dem Abpfiff wurde in den VIP-Katakomben auf „Bruno“ angestoßen.

Die Bundesliga hat den Angriff, der in Paris und offenbar ja auch in Hannover auch auf den Fußball gerichtet war, vorerst überstanden. Wobei die Anhänger, darunter auch die Problemfälle, mitgespielt haben. Es blieb überwiegend ruhig in den Stadien. Keine Pyrotechnik. Keine Böllerschüsse, die leicht zu Panik hätten führen können. Es geht also doch ohne diese Krawalltechnik. Das ist auch eine Erkenntnis dieses besonderen Spieltags.

 

Die Schießbuden der Liga: Ein halbes Dutzend Tore kassierte Werder Bremen bei der Volkswagen-Betriebsmannschaft in Wolfsburg. Welch ein Desaster für Werder. Und das eine Woche vor dem Nordderby gegen den HSV. An der Weser steht Werder das Wasser bis zum Hals. Erst eine wirtschaftliche Bilanz mit tiefroten Zahlen, die der noch vor einigen Jahren kerngesunde Verein veröffentlichen musste. Und dann die Abstiegsgefahr, in der sich der einst so stolze Club befindet. Es sieht wahrlich nicht gut aus für die Grün-Weißen.

Wie auch nicht für den VfB Stuttgart, dessen oberlehrerhafter Trainer Alexander Zorniger nach der 0:4-Heimpleite gegen den FC Augsburg kaum noch zu halten ist. Am besten, Zorniger geht gleich im Doppelpack mit Sportvorstand Robin Dutt, der zuvor schon in Leverkusen und Bremen mit einer erfolgreichen Ausübung seiner Arbeit im Abseits stand.

 

Streit auf allen Ebenen: Beim Deutschen Fußball-Bund wird weiter scharf geschossen. Es geht um Posten, Geld und Lügen. Amateure gegen Profis. Die Bundesliga-Clubs wollen den von den Landesverbänden als Niersbach-Nachfolger auserwählten Reinhard Grindel partout nicht. Verständlich. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Grindel ist ein Amateur. Er versteht nicht viel von dieser Sportart.

Und Franz Beckenbauer hat in der „Süddeutschen Zeitung“ ein drei Seiten langes Interview gegeben und zur Sache selbst wenig gesagt. Das ist gar nicht so einfach. Dem Kaiser aber ist auch dieser Spagat gelungen.

 

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