Trainer-Sorgen : Bundesliga: 70 Verletzte zum Rückrundenstart

Selten zuvor beklagte die Bundesliga vor dem Rückrundenstart so viele Ausfälle. Etwa 70 Spieler stehen den 18 Trainern aus verschiedensten Gründen nicht zur Verfügung. Den Nordclubs fehlen acht Akteure.

shz.de von
29. Januar 2015, 16:30 Uhr

Sperren, Länderspielabstellungen, Verletzungen: Der erste Ball ist in der Rückrunde noch nicht einmal gerollt, da beklagt die Fußball-Bundesliga schon so viele Ausfälle wie nie. Vor dem Start in die zweite Halbserie an diesem Wochenende stehen den 18 Eliteclubs rund 70 Spieler nicht zur Verfügung. Der FC Schalke 04 wie schon in der Hinserie am stärksten betroffen. Gleich neun Profis kann Trainer Roberto Di Matteo im Heimspiel am Samstag gegen Hannover 96 nicht einsetzen.  Der 1. FC Köln muss hingegen nur auf Dauerpatient Patrick Helmes (Knorpelschaden in der Hüfte) verzichten und ist damit in dieser Rangliste spitze.

Beim Hamburger SV fehlen vier Akteure:  Dennis Dieckmeier fällt wegen eines Risses im Kniegelenk aus.

<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Dennis <a href="https://twitter.com/hashtag/Diekmeier?src=hash">#Diekmeier</a> muss leider auch über die engl. Woche pausieren. Dies waren die Erkenntnisse einer erneuten MRT-Untersuchung.</p>&mdash; Hamburger SV (@HSV) <a href="https://twitter.com/HSV/status/560456638864564225">28. Januar 2015</a></blockquote>

<script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script>

Der Mittelfeldspieler Valon Behrami fällt wegen einer Knie-Operation. Voraussichtlich steht er dem Team ab Ende Februar wieder zur Verfügung. Ein Muskelfaserriss im Oberschenkel stoppt Clébers Einsatz beim Rückrundenstart.

Lewis Holtby musste wegen eines Schlüsselbeinbruches Mitte Januar operiert werden. Eine Rückkehr ins Team vor März ist eher unwahrscheinlich. Er gibt sich auf Twitter jedoch kämpferisch.

<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Operation ist gut verlaufen!! &#10;Positiv Thinking...&#10;Cant wait To be back on the pitch.. This won&#39;t stop me..:-)))... <a href="http://t.co/Xors1ZnZZU">http://t.co/Xors1ZnZZU</a></p>&mdash; Lewis Holtby (@LewisHoltby) <a href="https://twitter.com/LewisHoltby/status/556084964375023617">16. Januar 2015</a></blockquote>

<script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script>

Rivale Werder Bremen muss ebenfalls auf vier Spieler verzichten. Allerdings fehlt Mittelfeldspieler Cedric Makiadi wegen seines Einsatzes beim Afrika-Cup. Mitspieler Melvyn Lorenzen plagt sich mit einem verletzten Außenmeniskuss. Besser geht es Sebastian Prödl und Özkan Yildirim - die beiden befinden sich bereits im Aufbautraining. Für Yildirim ist am Donnerstag sogar ein ganz besonderer Tag. Seit zehn Monaten betrat er zum ersten Mal wieder den Trainingsplatz.

Das Krankenlager der königsblauen Schalker hat es da schon schlimmer getroffen. Es ist wie über weite Strecken in der Hinrunde schon vor dem ersten Spiel im neuen Jahr prall und prominent gefüllt. Zu den Langzeitverletzten Sead Kolasinac, Jefferson Farfan, Julian Draxler, Chinedu Obasi und Leon Goretzka gesellten sich in der Vorbereitung noch Torhüter Ralf Fährmann (Kreuzbandzerrung), Kaan Ayhan (Zerrung im Oberschenkel) und Dennis Aogo (Muskelfaserriss).

Dass Eric Maxim Choupo-Moting, der am Mittwochabend mit Kamerun beim Afrika-Cup ausschied, nach seiner Rückkehr schon gegen Hannover wieder stürmt, ist sehr unwahrscheinlich. „Aber das werden wir nicht als Ausrede gelten lassen. Das haben wir auch im vergangenen Jahr nicht gemacht, als viele Spieler verletzt pausieren mussten“, sagte Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes zur prekären Situation.

Kurz vor dem mit großer Spannung erwarteten Auftakt-Duell beim Verfolger VfL Wolfsburg am Freitag (20.30 Uhr) erwischte es auch Spitzenreiter Bayern München. Im Training zog sich Franck Ribéry einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu, Rafinha erlitt eine Außenbandverletzung. Beide müssen nach Bayern-Angaben vom Donnerstag rund zwei Wochen pausieren. Weil sich Philipp Lahm, Thiago Alcantara und Javi Martinez noch im Aufbautraining befinden, kann Trainer Pep Guardiola auf fünf Spieler nicht bauen.

Der Spanier steht damit aber nicht allein. Seinem Augsburger Kollegen Markus Weinzierl fehlen im Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim sogar acht Akteure, dahinter rangieren Mainz 05 (5) sowie Hannover 96, Hertha BSC, Hamburger SV, Werder Bremen und Borussia Dortmund mit jeweils vier Ausfällen.

Die Gesamtzahl von circa 70 Spielern ist diesmal besonders hoch, im Regelfall fehlten den 18 Clubs in den vergangen Jahren zum Rückrundenstart nicht mehr als 50 Profis. Allerdings spielen auch Länderspielabstellungen für die derzeit laufenden Turniere um den Asien- und den Afrika-Cup eine Rolle. Insgesamt zehn Legionäre sind oder waren dort so lange aktiv, dass sie in den Überlegungen ihrer Trainer noch keine Rolle spielen.

Bei Borussia Dortmund kehrten immerhin der Japaner Shinji Kagawa und Pierre-Emerick Aubameyang (Gabun) so rechtzeitig zurück, dass Jürgen Klopp das Duo beim Härtetest in Leverkusen einsetzen könnte. „Beide stehen voll im Saft, aber sie müssen sich jetzt von den Turnieren auf Abstiegskampf umstellen“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc im „Kicker“. Trainer Jürgen Klopp ist trotz der Verletzten-Misere sicher:

<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Klopp: &quot;Wir sind in der Lage, wieder unangenehm zu sein.“ <a href="https://twitter.com/hashtag/b04bvb?src=hash">#b04bvb</a></p>&mdash; Borussia Dortmund (@BVB) <a href="https://twitter.com/BVB/status/560804718138507264">29. Januar 2015</a></blockquote>

<script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script>

Dass die medizinischen Abteilungen alle Hände voll zu tun haben, hat viele Gründe: Langzeitschäden, Nachwirkungen der Extrem-Belastungen im WM-Jahr, größte Intensität in der Vorbereitung, die große Zahl an Spielen sowie Verletzungen durch Zweikämpfe spielen eine Rolle. Die häufigsten Ausfallursachen sind Muskelblessuren (10) und vor allem Knieverletzungen. Knapp 20 Spieler haben sich an dem Gelenk Bänder- und Meniskusrisse sowie Knorpelschäden zugezogen.

Trotz der hohen Verletzungszahl: Alle Fußball-Fans können den Rückrundenanpfiff kaum erwarten. Und da sind sie in bester Gesellschaft. Günter Netzer gibt in einem Video seine Einschätzung ab.

<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>VIDEO: Günter <a href="https://twitter.com/hashtag/Netzer?src=hash">#Netzer</a> im exklusiven <a href="https://twitter.com/hashtag/Interview?src=hash">#Interview</a> über die Rückrunde, den <a href="https://twitter.com/FCBayern">@FCBayern</a> &amp; den <a href="https://twitter.com/BVB">@BVB</a>! <a href="http://t.co/6Ueju4AEyz">http://t.co/6Ueju4AEyz</a> <a href="http://t.co/FKBcx5HcKt">pic.twitter.com/FKBcx5HcKt</a></p>&mdash; BUNDESLIGA (@bundesliga_de) <a href="https://twitter.com/bundesliga_de/status/560739242343555072">29. Januar 2015</a></blockquote>

<script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script>

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen