Schock beim Vfl Wolfsburg : Autounfall: Junior Malanda war nicht angeschnallt

Die Fußball-Welt ist geschockt - dennoch reist der VfL Wolfsburg nach dem Tod des Spielers ins Trainingslager nach Südafrika.

shz.de von
12. Januar 2015, 12:10 Uhr

Wolfsburg | Zwei Tage nach dem Tod des Wolfsburger Fußballprofis Junior Malanda werden immer mehr Details zum Unfalldrama auf der A2 bekannt. Der belgische Mittelfeldspieler war vor dem Unglück nach Angaben der Bielefelder Polizei vom Montag auf dem Rücksitz nicht angeschnallt. Zudem war der Fahrer des Geländewagens bei Starkregen auf dem Autobahn-Abschnitt nahe Porta Westfalica am Samstagnachmittag zu schnell unterwegs. Malanda wurde aus dem Auto geschleudert, weil er seinen Gurt nicht angelegt hatte. Der 20-Jährige starb noch am Unfallort.

Spekulationen in belgischen Medien, der Fahrer des Wagens habe möglicherweise keinen Führerschein, widersprach die Polizei. Fahrer und Beifahrer verletzten sich bei dem Unglück schwer. Beide konnten das Krankenhaus aber bereits wieder verlassen, wie ein Polizeisprecher sagte. Neben Malanda saß auch der belgische Verteidiger Anthony D'Alberto aus der U 21-Mannschaft des RSC Anderlecht im Wagen. Zum Unfallzeitpunkt hatte es stark geregnet. Bei Nässe gilt auf dem Streckenabschnitt ein Tempolimit von 80 Kilometern pro Stunde. Der Wagen sei ins Schleudern geraten, habe sich mehrfach überschlagen und sei auf dem Dach gelandet, hieß es am Montag zum Unfallhergang. Die Ermittlungen dauerten an.

Unterdessen ist der VfL Wolfsburg am Montagmorgen im Winter-Trainingslager in Kapstadt angekommen. Die Niedersachsen hatten ihre Reise nach Südafrika wegen der tragischen Ereignisse um einen Tag verschoben und waren erst am Sonntagabend abgeflogen. Die erste Übungseinheit in Kapstadt war für den Nachmittag geplant. Zum Programm in Südafrika gehören auch die Testspiele am Mittwoch gegen Ajax Cape Town und am Sonntag in Port Elizabeth gegen Chippa United. Das Team wird in Kapstadt psychologisch betreut. „In einer anderen Umgebung, wo wir nicht jeden Tag Juniors Spind sehen, kann die Gruppe den Verlust besser aufarbeiten“, hatte VfL-Manager Klaus Allofs vor der Abreise erklärt.

Noch am Sonntagabend hatten sich etliche Fans rund um die Volkswagen Arena versammelt, um gemeinsam des Mittelfeldspielers zu gedenken. Sie legten Kerzen, Bilder, Schals und Blumen nieder. Die Nachricht von Malandas Unfalltod löste in der Fußball-Welt Entsetzen aus. „Geschockt und traurig über den tragischen Tod“, twitterte Weltverbands-Präsident Joseph Blatter. „Der Fußball verliert ein großes Talent. Meine Gedanken sind bei seiner Familie.“

<blockquote class="twitter-tweet" data-cards="hidden" lang="de"><p>Der Fussball verliert ein großes Talent. Meine Gedanken sind bei seiner Familie. (2/2) <a href="https://twitter.com/hashtag/RIPJuniorMalanda?src=hash">#RIPJuniorMalanda</a> <a href="http://t.co/BYF0wWKJga">pic.twitter.com/BYF0wWKJga</a></p>&mdash; Joseph S Blatter (@SeppBlatter) <a href="https://twitter.com/SeppBlatter/status/554000128563232769">10. Januar 2015</a></blockquote>

Christian Seifert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga, sprach den Angehörigen und Teamkollegen sein Mitgefühl aus: „Wir sind tief bestürzt über dieses tragische Unglück.“ Herbstmeister FC Bayern legte am Sonntag zu Beginn seines Trainings in Katars Hauptstadt Doha eine Gedenkminute ein. „Es ist schrecklich, und es ist für mich mit Worten nicht zu sagen“, erklärte der Münchner Sportvorstand Matthias Sammer. Die Bayern sind zum Auftakt der Rückrunde am 30. Januar Gegner des Tabellenzweiten Wolfsburg. Offen ist noch, ob es in allen Bundesliga-Stadien zum Start der zweiten Halbserie eine Schweigeminute geben wird.

Viele Bundesligisten drückten spontan ebenfalls ihre Trauer aus. Auch etliche Profis zeigten sich betroffen, unter ihnen die Nationalspieler Jérôme Boateng, Lukas Podolski, Mario Götze, Benedikt Höwedes, Toni Kroos, Marco Reus und Kevin Volland. Besonders groß ist die Anteilnahme in Belgien. „Der belgische Fußball verliert eines seiner größten Talente“, erklärte Nationaltrainer Marc Wilmots. „Das ist ein Schock für den ganzen Verein“, teilte Malandas früherer Club SV Zulte Waregem mit.

<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>RIP Junior Malanda! In unseren Herzen spielst du weiter. Unser Mitgefühl gilt deiner Familie und deinen Freunden.</p>&mdash; Benedikt Höwedes (@BeneHoewedes) <a href="https://twitter.com/BeneHoewedes/status/553977564356964352">10. Januar 2015</a></blockquote>

<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Tief betroffen macht uns die Nachricht über den Tod von Junior <a href="https://twitter.com/hashtag/Malanda?src=hash">#Malanda</a>. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und dem <a href="https://twitter.com/VfL_Wolfsburg">@VfL_Wolfsburg</a>.</p>&mdash; Hannover 96 (@Hannover96) <a href="https://twitter.com/Hannover96/status/553997881980747776">10. Januar 2015</a></blockquote>

<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Uns fehlen die Worte. Wir sind geschockt, traurig und bei Euch, <a href="https://twitter.com/VfL_Wolfsburg">@VfL_Wolfsburg</a>. <a href="https://twitter.com/hashtag/RIPMalanda?src=hash">#RIPMalanda</a></p>&mdash; Borussia Dortmund (@BVB) <a href="https://twitter.com/BVB/status/553977413924036610">10. Januar 2015</a></blockquote>

<blockquote class="twitter-tweet" data-cards="hidden" lang="de"><p>Uns fehlen die Worte. Unser größtes Mitgefühl gilt der Familie &amp; den Angehörigen. <a href="https://twitter.com/hashtag/RIPMalanda?src=hash">#RIPMalanda</a> <a href="https://twitter.com/VfL_Wolfsburg">@VfL_Wolfsburg</a> <a href="http://t.co/revL0Jz6dU">pic.twitter.com/revL0Jz6dU</a></p>&mdash; Hamburger SV (@HSV) <a href="https://twitter.com/HSV/status/553995116948766721">10. Januar 2015</a></blockquote>

Teamkollegen vom VfL oder aus der Nationalmannschaft veröffentlichten in sozialen Netzwerken Bilder mit Malanda. „Unbeschreiblich... Welche Trauer“, schrieb Vincent Kompany, Kapitän des Nationalteams. „So merkwürdig, wenn Du deinen Freund morgens noch gehört hast und dann diese Nachricht zu erfahren“, twitterte Wolfsburgs belgischer Mittelfeldspieler Kevin De Bruyne. „Wir haben einen großen Freund zu früh verloren. Ruhe in Frieden, Du wirst immer bei uns sein.“

<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>So strange to hear your friend in the morning and then hear this news. Lost a great friend way too early. RIP my friend. <a href="https://twitter.com/JuniorMalanda">@JuniorMalanda</a></p>&mdash; Kevin De Bruyne (@DeBruyneKev) <a href="https://twitter.com/DeBruyneKev/status/553980641545838592">10. Januar 2015</a></blockquote>

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