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Fußball : Anführer beim VfB: Die Lehren des Alexandru Maxim

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Alexandru Maxim zeigte gegen den Hamburger SV sein Potenzial. Da spielte er den Ball an der Strafraumgrenze zu seinem Stuttgarter Kollegen Vedad Ibisevic und erhielt ihn per Doppelpass zurück. Maxim lief noch ein kurzes Stück und schlenzte den Ball gekonnt zum 1:0 ins lange Eck.

Eine gute halbe Stunde später zirkelte der rumänische Nationalspieler einen Freistoß von links auf den Kopf von Kapitän Christian Gentner - es war der zweite Treffer der Schwaben.

Die Partie in der Hamburger Arena endete zwar 3:3, einen Sieger gab es auf Stuttgarter Seite dennoch: Maxim. Technik, Spielwitz und enorm gefährliche Standards, das sind die Stärken des 23-Jährigen. Innerhalb eines guten halben Jahres hat er sich beim VfB neben Ibisevic und Gentner oder Ibrahima Traoré zum Anführer im offensiven Mittelfeld entwickelt und damit maßgeblich zum sportlichen Aufschwung des Clubs beigetragen. «Er ist momentan relativ konstant in seinen Leistungen. Ich glaube aber, dass er noch Luft nach oben hat», sagte VfB-Trainer Thomas Schneider. «Was die ganze Person angeht und seinen Umgang mit dem Job.»

Nachdem VfB-Sportvorstand Fredi Bobic den filigranen Maxim Ende Januar für nur rund 1,5 Millionen Euro Ablöse vom rumänischen Club Pandurii Targu Jiu verpflichtet hatte, deutete der Neuzugang in der Rückrunde der vergangenen Saison schon seine Qualitäten an - und musste sich nach der Sommerpause doch herbe Kritik anhören.

Der damalige Trainer Bruno Labbadia warf ihm vor, in einem schlechten körperlichen Zustand aus dem Urlaub gekommen zu sein. Maxim bestritt zwar später, dass er Übergewicht hatte. Der Saisonstart war aber verpatzt. Doch unter Labbadias Nachfolger Schneider fand er wieder aus dem Loch heraus. Das hat auch etwas mit seiner Vergangenheit zu tun.

Vor wenigen Jahren galt er beim spanischen Erstligisten Espanyol Barcelona als riesiges Talent, schöpfte sein Potenzial zu Beginn der Profikarriere aber bei weitem nicht aus. Barcelona sei eine Stadt, «in der man viel Blödsinn anstellen kann», sagte Maxim kürzlich der «Stuttgarter Zeitung». «Ich dachte, alles läuft von alleine, ich habe nicht mehr so konzentriert trainiert», erklärte der 1,77 Meter große Blondschopf. «Ich habe Lehrgeld bezahlt und begriffen, dass man ganz schnell weg vom Fenster sein kann, wenn man nicht immer alles gibt.»

Das scheint er nun in Stuttgart zu beherzigen. Mit vier Toren und sechs Vorlagen lag er nach dem Hamburg-Spiel auf dem vierten Rang der Bundesliga-Scorer-Liste. Dass er Spaß am Leben hat und auch mal unter die Leute geht - warum sollte das Maxim nicht einräumen? «Das heißt aber nicht, dass ich meinen Job als Fußballprofi locker nehmen würde. Ich weiß genau, wann es ernst wird und wann es Zeit ist, hart zu arbeiten.»

Schneider will dennoch mehr von dem «ganz, ganz feinen Jungen» sehen. «Wie er aus dem Urlaub kam und in welcher Verfassung er sich jetzt befindet, da hat er schon einen Schritt gemacht. Aber da können wir noch mehr erwarten», betonte der 40-Jährige. Schließlich erinnert ihn Maxim vom Spielertyp her an den früheren VfB-Star Krassimir Balakow. Schneider würde sich freuen, wenn «der Alex» irgendwann die Konstanz des Bulgaren hätte. Aber bis dahin ist es noch ein Stück.

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erstellt am 25.Okt.2013 | 10:02 Uhr

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