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DFB-Skandal um Niersbach : Bundesliga-Kolumne: Über-Macht, Sturm-Flaute, Frage-Stunde

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Die Bayern sind in der Liga konkurrenzlos, während der HSV einen müden Auftritt nach dem anderen hinlegt.

shz.de von
erstellt am 09.Nov.2015 | 09:56 Uhr

Flensburg | Wie vom anderen Stern: Für die Bayern-Fans mag es demnächst langweilig werden. Das Spiel des Rekordmeisters ist von einer derart gravierenden Übermacht und Dominanz geprägt, die ihresgleichen im Weltfußball sucht. Da würden auch Bestechungsgelder an Schiedsrichter, die für solche kriminellen Spielchen zu haben sind, kaum helfen. Egal, wo der Ball ist, dort sind immer nur Rote. Das Spiel der Bayern zeigt Ansätze, als würde der Meister von einem Computer gesteuert. Und wenn - wie bei einem Halbzeitstand gegen den VfB Stuttgart von Vier zu Null - die Sache gelaufen ist, stellt der auf Schongang um. Was dann immer noch dicke reicht.

Abgesehen von Borussia Dortmund haben sich alle anderen Teams, die gern ein Wörtchen in dieser Liga mitreden, aus dem Verfolgerfeld verabschiedet. So der VfL Wolfsburg, der seit Bekanntwerden des Abgas-Skandals mit Sand im Getriebe über den Rasen stottert. Oder Bayer Leverkusen und auch Schalke 04. Reiner Durchschnitt, mehr nicht.

Müder Auftritt: Gern spricht Bruno Labbadia von verschenkten Punkten. So wie zuletzt bei der Heimpleite gegen Hannover 96. Der HSV-Trainer ist gut beraten, diese Platte nach dem glücklichen Unentschieden in seiner alten Heimat Darmstadt nicht aufzulegen. Erneut blieb die Angriffsreihe ohne Wirkung, ein Spielaufbau fand so gut wie nicht statt. Harmlos, dieser HSV, der mit nur elf erzielten Treffern, aber immerhin mit 15 Punkten und Rang elf in die letzte Länderspielpause dieses Jahres geht. Dann kommt Borussia Dortmund, danach geht es nach Bremen. Nicht ausgeschlossen, dass das brisante Nordderby von Abstiegsangst geprägt sein wird.

Frankfurter Runde: Heute ist Reisetag für die Verbandsfunktionäre des Deutschen Fußball-Bundes. Um 14.30 Uhr trifft sich in der Frankfurter Zentrale an der Otto-Fleck-Schneise am Rande des Stadtwaldes zunächst das DFB-Präsidium, ab 16.30 Uhr kommen die 16 Präsidenten der Landesverbände hinzu. Darunter auch Hans-Ludwig Meyer, der Chef des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes. Wie die meisten seiner Kollegen hält auch Meyer - jedenfalls noch - zum angeschlagenen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach. Der einstige Journalist, der sich in seiner aktiven Dienstzeit beim Sport-Informationsdienst mit einer Art von Hofberichterstattung beim DFB „hoch geschrieben“ hat, pflegt einen engen Draht zu den Landesfürsten. Dies wird ihm wohl auch heute in der Fragestunde zu Gute kommen. Es ist nicht damit zu rechnen, dass die Landeschefs ihren Präsidenten mit unbequemen Fragen zur Strecke bringen. Im Gegenteil: Wie zu hören ist, will man Niersbach „aufbauen und ermuntern“. Noch immer schweigt Niersbach zur ominösen 6,7 Millionen Euro-Überweisung. Die gesamte deutsche Fußballspitze hat sich kollektives Schweigen auferlegt.  Auch die Razzia der Staatsanwaltschaft in der DFB-Zentrale und in den Privathäusern von Niersbach und Co. hat die DFB-Spitze nicht zum Reden bewegen können. Schon gar nicht Franz Beckenbauer, der seine Freundschaft zu Niersbach aufgekündigt haben soll. Der Fußball-Kaiser allein könnte Licht ins Dunkel bringen. Das will er aber offenbar nicht. 

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