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Restprogramm der Abstiegskandidaten : Bundesliga-Analyse: Was passieren muss, damit der HSV (nicht) absteigt

vom
Aus der Onlineredaktion

Erneut Platz 16: Der Klassenerhalt wird für den HSV eine ganz schwere Kiste. Doch es gibt auch Hoffnung.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2017 | 20:15 Uhr

Hamburg | Drei Spieltage hat diese Bundesliga-Saison noch in petto. Während der Meister bereits feststeht, wird im Abstiegskampf so kräftig geschwitzt wie nie – mal durch Kampf und mal durch Angst. Sieben Mannschaften könnte die Degradierung in Liga 2 rechnerisch noch erwischen: Neben dem Bundesliga-Dino HSV sind dies die drei diesjährigen Europokalteilnehmer Bayer Leverkusen, 1. FSV Mainz 05 und VfL Wolfsburg, der FC Augsburg, FC Ingolstadt 04 und Schlusslicht Darmstadt 98. Womöglich könnte der ewige Logos der „rettenden 40 Punkte“ sogar zum Mythos werden, so eng geht es im Keller zu.

Der HSV schien nach Siegen gegen Hertha, Gladbach und Hoffenheim schon gerettet, doch nun steckt er nach katastrophalen Auftritten wieder voll drin im Abstiegs-Schlamassel. Die Frage, die Fußballfans im Norden dabei am meisten beschäftigt: Blühen dem HSV zum dritten Mal in vier Jahren zwei unrühmliche Finals in der Relegation? Oder muss man angesichts des erkennbaren Formtiefs des Dinos sogar mit dem direkten Abstieg rechnen? Die Situation in der Tabelle stellt sich vor den drei ausstehenden Herzschlagfinals so dar:

Die Abstiegszone der Bundesliga-Tabelle vor dem 32. Spieltag

Platz Verein Tore Tordiff. Punkte
12. Bayer 04 Leverkusen 44:50 - 6 36
13. FC Augsburg 33:49 - 16 35
14. 1. FSV Mainz 05 40:51 - 11 33
15. VfL Wolfsburg 30:49 - 19 33
16. Hamburger SV 30:59 - 29 33
17. FC Ingolstadt 04 33:54 - 21 29
18. SV Darmstadt 98 26:58 - 32 24

 

Der Hamburger SV hat nach Darmstadt 98, das trotz einer beachtlichen Siegesserie nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt besitzt, mit einer Differenz von -29 klar das schlechteste Torverhältnis. Deshalb liegen die Rothosen punktgleich mit Wolfsburg und Mainz auf Rang 16, müssten nach jetzigem Stand also zum dritten Mal in vier Jahren in die Relegation. Das miserable Torverhältnis wird kaum mehr zu kitten sein, darum muss man die Rivalen punktemäßig ausstechen. Wenigstens sechs an der Zahl sind allein nötig, um den nach jetziger Situation festen Absteiger FC Ingolstadt auf Distanz zu halten. Selbst mit besagten 40 Punkten könnte man am Ende unter Umständen auf Platz 16 stehen und sich so einem erneuten Abstiegsduell mit einem Zweitligisten ausgeliefert sehen. Gejubelt werden kann frühestens am 34. Spieltag gegen 17.19 Uhr.

Viel entscheidet sich über das Restprogramm und das sieht für die Gisdol-Elf wie folgt aus:

32. Spieltag Hamburger SV - 1. FSV Mainz 05
33. Spieltag FC Schalke 04 - Hamburger SV
34. Spieltag Hamburger SV - VfL Wolfsburg

 

Es wird ein Krimi, denn zwei direkte, derzeit punktgleiche Mitkonkurrenten um die rettenden Plätze kommen im Mai zur überlebenswichtigen Punktejagd ins Volksparkstadion. Das ist nach den peinlichen Niederlagen kürzlich gegen Darmstadt und Augsburg nicht unbedingt ein gutes Omen. Beide Spiele vor heimischer Kulisse müssen aber gewonnen werden, damit der Klassenerhalt erreicht werden kann. Deshalb ist Markus Gisdol mit seiner Mannschaft ins Kurztrainingslager nach Rotenburg (Wümme) aufgebrochen. Das hat sich in vergangenen Krisenzeiten bewährt.

Eine Niederlage gleich im nächsten Spiel gegen Mainz (Sonntag, 7. Mai, 15.30 Uhr) würde womöglich schon ein Erreichen des rettenden 15. Platzes unmöglich machen. Sollte Ingolstadt überdies gleichzeitig zu Hause gegen Leverkusen gewinnen, nähme die Dramatik im Abstiegskampf an den letzten beiden Spieltage fast schon historische Formen an. Nur noch einen Punkt wäre der HSV dann vor dem Spiel auf Schalke (33. Spieltag) von einem direkten Abstiegsplatz entfernt. Bei eigenem Sieg und Niederlage Ingolstadt hingegen hätte der Club das Abstiegsgespenst schon mal wenigstens in den Käfig der Relegationsspiele gescheucht.

Das Restprogramm von Bayer Leverkusen

Ingolstadt - Leverkusen

Leverkusen - Köln

Hertha - Leverkusen

Das Restprogramm des FC Augsburg

Bor. Mönchengladbach - FC Augsburg

FC Augsburg - Bor. Dortmund

1899 Hoffenheim - FC Augsburg

Das Restprogramm des 1. FSV Mainz 05

HSV - Mainz 05

Mainz 05 - Eintracht Frankfurt

1. FC Köln - Mainz 05

Das Restprogramm des VfL Wolfsburg

Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg

VfL Wolfsburg - Bor. Mönchengladbach

HSV - VfL Wolfsburg

Das Restprogramm des FC Ingolstadt 04

Ingolstadt - Leverkusen

Freiburg - Ingolstadt

Ingolstadt - Schalke 04

Das Restprogramm des SV Darmstadt 98

Bayern München - Darmstadt 98

Darmstadt - Hertha BSC

Bor. Mönchengladbach - Darmstadt 98

Wo der HSV Vorteile hat und woraus er Hoffnung schöpfen kann

Ein nennenswerter Bonus für den HSV ist, dass er neben Ingolstadt der einzige Club unter den bedrohten Sieben ist, der noch zwei Heimspiele hat. Die Konkurrenten müssen zwei Mal auf fremden Plätzen um Punkte kämpfen. Es ist aus eigener Kraft zu schaffen. Und die HSV-Fans wissen, wie sie ihre Mannschaft in solch schwierigen Situationen zu unterstützen haben.

Auch fällt das Restprogramm der Rothosen vergleichsweise harmlos aus. Insbesondere den FC Augsburg trifft es im Schlussspurt viel härter: Er muss in Mönchengladbach und Hoffenheim sowie daheim gegen Dortmund seine Erstligatauglichkeit unter Beweis stellen. Für die Fuggerstädter dürfte es schwer werden, aus diesen drei Spielen mehr als drei Punkte zu ernten. Bei nur einem Dreier hätten die Augsburger 38 Punkte und wären im Falle zweier Siege durch den HSV einzuholen.

40 Punkte werden zwar in diesem Jahr unter Umständen erstmals nicht für Rang 15 ausreichen. Dem HSV allerdings schon – sofern er seine Heimspiele gegen die direkten Konkurrenten gewinnt und auf Schalke einen Punkt holt.

Im Falle eines Abstiegs würde es in der folgenden Spielzeit womöglich zu diversen pikanten Nord-Derbys kommen. Zum FC St. Pauli könnte sich Holstein Kiel gesellen, das derzeit gute Chance hat, nach 26 Jahren wieder ins Bundesliga-Unterhaus zurückzukehren.

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