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Nach Boykott des FC St. Pauli : „Bild“-Aktion für Flüchtlinge: Auch Union Berlin sagt ab

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Union Berlin engagiert sich seit langem für Flüchtlinge. Doch auch die „Eisernen“ zeigen der „Wir helfen“-Aktion die rote Karte.

Hamburg/Berlin | Das „Wir Helfen“-Logo soll am kommenden Wochenende von den 36 Bundesligisten auf den Trikots getragen werden. Laut Bild-Zeitung soll mit der Aktion gezeigt werden, dass „Schreihälse und Fremdenhasser nicht in unserem Namen grölen“. Seit Beginn der Aktion für Flüchtlinge wird kontrovers diskutiert, denn das Logo macht Werbung für die Boulevardzeitung. Nach St. Pauli hat jetzt der zweite Verein angekündigt, auf das Logo zu verzichten.

Der FC Union Berlin teilte auf seiner Homepage am Donnerstag mit, am Wochenende in der 2. Bundesliga gegen Greuther Fürth, ohne das Logo am Ärmel aufzulaufen. „An der für den kommenden Bundesligaspieltag geplanten Aktion einer Boulevardzeitung wird der 1.FC Union Berlin hingegen nicht teilnehmen“, heißt es in der Pressemitteilung.

Der 1. FC Union kündigt darin auch an, die eigenen Pläne für ein Fanhaus in unmittelbarer Stadionnähe vorerst zurückzustellen und die Anfang des Jahres erworbene Immobilie dem Land Berlin als Unterbringungsmöglichkeit für geflüchtete Menschen in den Wintermonaten zur Verfügung zu stellen.

„Berlin ist darauf angewiesen, alle Reserven zu erschließen, um das Unterbringungsproblem zu lösen. Wir haben die Möglichkeit, dazu einen Beitrag zu leisten, indem wir selber verzichten. Natürlich hätten wir unser Fanhaus sehr gerne anlässlich unseres 50. Vereinsgeburtstag im Januar eröffnet, aber wenn wir akute Not lindern können, dann tun wir das selbstverständlich“, erläutert Fanhaus-Leiter Sven Mühle die Zwischennutzung des künftigen Fanhauses.

Union-Präsident Dirk Zingler ergänzt: „Wir können Flüchtlingsströme nicht beeinflussen oder die internationale Politik verändern und als Fußballverein ist es auch nicht unsere Aufgabe, aber wir sind humanistischen Grundwerten verpflichtet und können hier in unserer Stadt, in unserem Umfeld denjenigen helfen, die unsere Hilfe brauchen. Wenn durch die Bereitstellung unserer Flächen nur eine Sporthalle in Berlin weniger umgewidmet werden muss, ist allen geholfen“.

Der FC St. Pauli hatte am Mittwoch mitgeiteilt, sich an der für alle 36 Vereine aus der 1. und 2. Fußball-Liga geplanten Aktion nicht zu beteiligen. „Der FC St. Pauli steht für eine Willkommenskultur, und wir handeln damit auf eine Art und Weise, die unseren Club schon seit Jahrzehnten ausmacht. Wir leisten ganz praktische und direkte Hilfe dort, wo sie gebraucht wird“, erklärte der kaufmännische Geschäftsleiter Andreas Rettig. Der FC St. Pauli sei seit vielen Wochen auf verschiedenen Ebenen zu dem Thema aktiv, um den Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, zu helfen. „Unser Testspiel gegen Borussia Dortmund, das private Engagement unserer Spieler sowie verschiedenste Aktionen unserer Fans und Abteilungen für die Flüchtlinge in Hamburg sind Beleg dafür.“

Die Ankündigung der Kiezkicker sorgte für einen Shitstorm gegen die „Bild“. Nicht nur, weil Chefredakteur Kai Diekmann twitterte „Beim FC St. Pauli sind Flüchtlinge nicht willkommen“.

Der FC St. Pauli will zwei signierte Banner mit den Aufschriften „Refugees“ und „Welcome“ von dem Freundschaftsspiel des Hamburger Fußball-Zweitligisten gegen Dortmund (1:2) versteigern. Zur Partie waren 1000 Flüchtlinge eingeladen worden. Kinder aus einer Erstaufnahme-Einrichtung hatten die Mannschaften aufs Spielfeld begleitet. Signiert wurden die Banner unter anderen von BVB-Trainer Thomas Tuchel sowie den Profis Roman Weidenfeller und Sven Bender. Der Erlös der Auktion geht an Projekte der Flüchtlingshilfe.

Auch die Fans von Borussia Dortmund und Schalke 04 wünschen sich von ihren Vereinen einen Verzicht auf die Bild-Kampagne. Das berichtet derwesten.de.

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erstellt am 17.Sep.2015 | 13:59 Uhr

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