Beim Aufsteiger schrillen die Alarmglocken

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24. Januar 2011, 08:05 Uhr

Nach dem FC Sylt, dem NTSV Strand 08 und dem SV Todesfelde hatte der TSV Bordesholm am 25. Mai als letzter Verbandsligist den Sprung in die SH-Liga perfekt gemacht. Erfolgstrainer Sönke Pries hatte ganze Arbeit geleistet und hoffte darauf, auch in der neuen Spielklasse für Farbtupfer sorgen zu können. Doch zum Lachen war dem Bordesholmer Übungsleiter - scheinbar ganz im Gegensatz zu seinen Spielern - schon nach dem 2. Spieltag nicht mehr. Während sich Pries nach der 2:5-Heimpleite gegen Flensburg 08 konsterniert in ein stilles Kämmerlein des Vereinsheimes zurückzog, zeigten sich zahlreiche Spieler nach der unrühmlichen Vorstellung schon wieder bei bester Laune. "Da fällt mir nicht mehr viel zu ein, das war ein Schlag ins Gesicht", zog Pries nach der Minusleistung und der für ihn völlig unverständlichen Reaktion seiner Akteure die Konsequenzen und stellte sein Amt zur Verfügung. Mit Peer Rogge stand ein "altgedienter" Kicker Gewehr bei Fuß und sprang als Interimslösung in die Bresche. Und das mit durchaus beachtlichem Erfolg. Unter Rogge konnte der TSV Bordesholm in den Partien gegen Büdelsdorf (3:3), Holsteins Zweite (0:0), Strand (2:1) und Kropp (4:1) hervorragende acht Zähler einfahren. Dann endete das erfolgreiche Intermezzo des 29-Jährigen.

Mitte September hatten die Verantwortlichen mit dem ehemaligen Eckernförder Jörg Meyer endlich einen Nachfolger für Sönke Pries gefunden. Peer Rogge konnte sich fortan wieder auf die von ihm deutlich bevorzugte Funktion als Spieler konzentrieren. Doch Meyer holte sich bei seinem Debüt auf der TSV-Bank mit der 1:8-Niederlage in Henstedt-Ulzburg gleich eine denkwürdige Packung ab. Und auch die folgenden Pleiten gegen den VfR Neumünster (0:2), ETSV Weiche (2:4) und VfB Lübeck (1:4) sowie das wenig befriedigende Remis in Eckernförde waren harter Tobak. Zu hart wohl für den so hoffnungsvoll angetretenen Coach, denn Meyer stellte bereits nach fünf Partien sein Amt zur Verfügung. Für beide Seiten schien das die beste Lösung, denn Meyers Maßnahmen griffen nicht. Seine Vorstellungen vom Fußball waren in Bordesholm nicht umsetzbar. Erneut bewies Peer Rogge Charakter und übernahm auf Wunsch der gesamten Mannschaft den längst in den Tabellenkeller abgerutschten TSV. Doch mehr als ein mageres Remis gegen den Heider SV sprang in den vier folgenden Begegnungen bis Weihnachten auch nicht mehr heraus.

"Ich glaube, dass es für alle Beteiligten eine richtig anstrengende Achterbahnfahrt war. Drei Trainerstile haben während der Vorrunde auf die Mannschaft gewirkt, das hat sicherlich für Verwirrung gesorgt. Wir haben uns eigentlich erst zum Ende der Hinrunde richtig gefunden. Klar ist aber, dass wir deutlich mehr Spiele hätten gewinnen müssen", so Hoffnungsträger Peer Rogge.

Seit neun Spielen wartet der TSV Bordesholm inzwischen auf einen "Dreier". Der letzte Sieg datiert vom 19. September, damals wurde der TSV Kropp mit 4:1 in die Schranken gewiesen. Der Rückstand zum rettenden Ufer beträgt derzeit satte sieben Punkte und mit 43 Gegentreffern ist der TSV die Schießbude der Liga. Selbst Schlusslicht Schleswig 06 kann auf eine bessere Bilanz verweisen. Dennoch zeigt sich Peer Rogge optimistisch: "Ich kann mir in der Rückrunde als Vertretungslehrer für Sport, Englisch und Geographie meine Zeit gut einteilen. Ich denke, dass ich der Mannschaft und dem Verein helfen kann, den Klassenerhalt doch noch zu packen. Wir hoffen darauf, gut aus den Startlöchern zu kommen. Wir setzen auf einen echten Lauf!"

Eingesetzte Spieler: Blum, Lemke, Zeller (je 15), Hansen, M. Schultz, von Levern (je 14), Hübsch (13), Miethke, Sielas (je 12), Landt-Hayen, C. Schultz (je 11), Dose, Kock, Kollwitz, Theen (je 10), P. Rogge (6), Wehner (5), F. Rogge (4), Weschler (3), Burmeister, Hamann (je 2), A. Gabriel (1).

Torschützen: Lemke (7), Zeller (5), C. Schultz (4), Landt-Hayen (2), Hansen, Kollwitz, von Levern, Weschler (je 1).

Elfmeter für: 3/3 (Zeller 2/2, Weschler 1/1).

Elfmeter gegen: 2/2.

Gelb-Rote Karten: Lemke, Zeller.

Rote Karten: keine.

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