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Kommentar : Beiersdorfers Entlassung beim HSV: Comedy mit „Calli“

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Mit der Calmunds Bekanntgabe von Beiersdorfers Aus hat der HSV eine neue Stufe auf der Peinlichkeitsskala erreicht.

shz.de von
erstellt am 13.Dez.2016 | 10:37 Uhr

Hamburg | Die Mitarbeiter der Presseabteilung des Hamburger SV werden sich am Sonntagabend, so gegen 19.30 Uhr, vermutlich gewünscht haben, gerade im Urlaub zu sein. Oder bei einem anderen Verein. Oder auf einem anderen Planeten. Es war der Moment, in dem Reiner „Calli“ Calmund live und exklusiv im TV bekanntgab, dass die Zeit von Dietmar Beiersdorfer als HSV-Vorstandschef abgelaufen ist. Auf der nach unten offenen Peinlichkeitsskala hat der Fußball-Bundesligist damit eine neue Bestmarke aufgestellt.

Sicher, Storys aus der Bundesliga sind begehrt und umkämpft. Es gehört dazu, dass Medien spekulieren, bevor ein Verein Vollzug meldet. Aber dass der einstige Leverkusen-Manager Calmund, der beim HSV nie ein Amt inne hatte, vor laufenden Kameras die Abberufung Beiersdorfers verkündet, wirkt wie Comedy – und ist für den Club erniedrigend.

Wie es zu dem Kommunikationsdesaster kommen konnte? Tja, womöglich sind für die Beantwortung dieser Frage folgende Informationen ganz hilfreich: Calmund ist eine Art Berater von Clubinvestor Klaus-Michael Kühne. Dessen engster Vertrauter wiederum, Karl Gernandt, ist HSV-Aufsichtsratschef. Und der Aufsichtsrat entlässt und bestellt den Vorstand.

Wie auch immer: Als Reaktion auf den Calmund-Auftritt gab der HSV zwei Stunden später – und damit mehrere Tage früher als  geplant –  die Entlassung Beiersdorfers und die Verpflichtung von Heribert Bruchhagen bekannt. Das wirkt fremdbestimmt und gehetzt, und das ist es auch.

Dass Bruchhagens Amtszeit mit einer monströsen Indiskretion begonnen hat,  sagt derweil viel über den  Zustand des Clubs aus. Es ist aber auch eine Chance, denn:  Die Missstände beim HSV sind derart offensichtlich, dass der neue Boss sie nicht lange suchen muss. Er kann sofort anfangen, sie zu beseitigen.

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