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DFB-Pokal : Bayern siegt, RB-Trainer Hasenhüttl und Rangnick kritisieren Schiedsrichter

vom

Leipzig präsentiert sich den Münchnern als Rivale auf höchstem Niveau - sogar in Unterzahl. Der RB-Sportchef stürmt aufs Feld.

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2017 | 08:30 Uhr

Leipzig | Der Jubel und die Erleichterung beim ruhmreichen FC Bayern über das Erreichen des eigentlich selbstverständlichen Achtelfinales im DFB-Pokal hatte einen Grund: Gegner RB Leipzig.

Voller Anerkennung zählte Jupp Heynckes die Qualitäten des Gegners auf, der sogar in Unterzahl ab der 54. Minute die Münchner bis ins Elfmeterschießen gezwungen hatte. „Deswegen ist der Sieg letztendlich für uns sehr hoch zu bewerten“, sagte Heynckes nach dem mitreißenden 5:4 der Bayern am Mittwochabend im Elfmeterschießen.

Im DFB-Pokal können die Leipziger, denen RB-Trainer Ralph Hasenhüttl einen „heroischen Kampf“ attestierte, den Bayern den Weg zum Triple nicht mehr versperren. Im Kampf um die Meisterschaft sind diese Leipziger aber schon in ihrem zweiten Jahr ein ernsthafter Kandidat.

 

Am Samstag können sie mit einem Sieg in der Fußball-Bundesliga in München an den Bayern vorbeiziehen und womöglich sogar die Tabellenführung übernehmen. Allerdings könnte sich der unbelohnte Kraftakt des deutschen Vizemeisters gegen den deutschen Meister auch dann noch negativ auswirken. „Ich weiß nicht, ob es so geil ist, wenn du nach so einem 120-Minuten-Fight drei Tage später in München spielen musst“, meinte Leipzigs Offensivkraft Marcel Sabitzer. „Das wird ein sehr schweres Spiel, wo wir über die Grenzen gehen müssen. Das einzig Gute ist, dass Bayern auch 120 Minuten in den Beinen hat.“

Hasenhüttl: 22 Akteuer waren gut, einer hielt das Niveau nicht

120 Minuten, denen es nie an Dramatik und Rasanz mangelte, und selbst in den Pausen und danach die Gemüter in Rage waren. Dass Referee Felix Zwayer den Leipzigern in der 34. Minute einen Elfmeter zu- und dann wieder aberkannte und nach der Pause Naby Keita wegen wiederholten Foulspiels in einer sehr körperlichen und intensiv geführten Parte vom Platz stellte, sorgte bei Hasenhüttl für Unmut und Unverständnis. „Unterm Strich waren 22 Akteure sehr gut auf dem Platz heute, einer konnte das Niveau nicht so ganz halten.“ Auch die Fans beider Lager waren sich über die Leistung des Unparteiischen relativ einig:

Einige sahen aber auch die Schwierigkeit dieser Elfmeter-Entscheidung:

 

Dass RB-Sportdirektor Ralf Rangnick in der Pause wutentbrannt aufs Feld stürmte und das Schiedsrichtergespann per Videobeweis auf dem Smartphone belehren wollte, fand Trainer Hasenhüttl auch nicht optimal. „Das geht natürlich auch nicht. Das kann in dem Fall dazu führen, dass der Schiedsrichter sich denkt: Naja, so darf er mir nicht kommen.“ Bei den Twitter-Fans schürte der Schiedsrichter ebenfalls Ärger:

 

Die Aktion von Rangnick nahmen viele dagegen mit Humor:

 

Mehr Diskussionbedarf: der nächste Elfmeter

Vor 42.558 Zuschauern bekamen die Leipziger allerdings dann doch noch einen Elfmeter, der eher keiner war. Bereits in Unterzahl verwandelte Emil Forsberg (68.) vom Punkt. Nur fünf Minuten später gelang Thiago der Ausgleich. Schon da entlud sich bei den Bayern, die mit drei Siegen unter Heynckes in Serie gegen die viermal nacheinander siegreichen Leipziger angetreten waren, die massive Anspannung.

Als dann kurz vor Mitternacht Leipzigs eingewechselter Torjäger Timo Werner den letzten der fünf RB-Elfmeter in der Entscheidung vom Punkt verschoss, feierte Bayerns Arjen Robben prompt mit nacktem Oberkörper vor der Bayern-Kurve. „Das hat sehr viele Nerven gekostet. Das war Fußball auf sehr hohem Niveau, zwei Topmannschaften gegeneinander“, sagte der Niederländer.

Weitere Ergebnisse der zweiten Runde:                                          

VfL Osnabrück - 1. FC Nürnberg: 2:3 (1:1)             

Hertha BSC  - 1. FC Köln: 1:3 (0:2)             

VfL Wolfsburg - Hannover 96: 1:0 (0:0)             

1. FC Kaiserslautern - VfB Stuttgart: 1:3 (1:1)             

Jahn Regensburg - 1. FC Heidenheim: 2:5 (1:2)             

Werder Bremen - 1899 Hoffenheim: 1:0 (1:0)             

SC Freiburg - Dynamo Dresden: 3:1 (0:0)             

Dienstag:

SC Paderborn 07 - VfL Bochum:  2:0 (1:0)

SV Wehen Wiesbadem - FC Schalke 04: 1:3 (0:2)             

Fortuna Düsseldorf - Bor. Mönchengladbach: 0:1 (0:0)             

Bayer Leverkusen - 1. FC Union Berlin: 4:1 (1:0)             

Schweinfurt 05 - Eintracht Frankfurt : 0:4 (0:1)             

1. FC Magdeburg - Borussia Dortmund: 0:5 (0:1)             

FSV Mainz 05 - Holstein Kiel: 3:2 n.V. (1:0, 2:2)    

SpVgg Greuther Fürth - FC Ingolstadt 04 : 1:3 (0:0)      

(mit dpa)

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