4:1-Auswärtssieg : Bailey zaubert Hackentor: Bayer demütigt Hoffenheim

Leon Bailey freut sich über sein Hackentor zum zwischenzeitlichen 1:0.
Leon Bailey freut sich über sein Hackentor zum zwischenzeitlichen 1:0.

Bayer Leverkusen empfiehlt sich für einen Champions-League-Platz: Im Stile einer Spitzenmannschaft schlägt die Herrlich-Mannschaft bei 1899 Hoffenheim zu und ist nun Zweiter.

shz.de von
20. Januar 2018, 19:05 Uhr

So ein schönes Tor, räumte Heiko Herrlich freimütig ein, «habe ich nie geschossen». Auch der frühere Bundesliga-Stürmer und heutige Trainer von Bayer Leverkusen staunte über den Hacken-Treffer von Leon Bailey.

Der Senkrechtstarter aus Jamaika hatte mit seinem Kunststück in der 43. Minute den 4:1 (1:0)-Sieg der Werks-Elf bei 1899 Hoffenheim eingeleitet. «Ich habe das instinktiv gemacht. Ich stand mit dem Rücken zum Tor. Ich wusste, das Tor bewegt sich ja nicht», erklärte der Mann des Tages. In der Tabelle rückte Leverkusen auch dank des starken Bailey zumindest vorläufig auf Platz zwei vor.

Im Duell zweier Europacup-Aspiranten in der Fußball-Bundesliga war Herrlichs Mannschaft einfach cleverer und glücklicher als das Team von Julian Nagelsmann, das zweimal die Latte traf. Vor 28.017 Zuschauern in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena erzielten Julian Baumgartlinger (53. Minute) und Lucas Alario (70./90.+3) die weiteren Treffer für die Gäste.

Für die Kraichgauer war es die zweite Heimniederlage dieser Spielzeit nach dem 1:3 gegen Mönchengladbach und eine Woche vor der Partie beim FC Bayern ein herber Rückschlag. Das Anschlusstor des unauffälligen Adam Szalai (87.) kam zu spät. Nagelsmann war sichtlich angefressen, nachdem sein Team am Ende gnadenlos ausgekontert wurde. «Leverkusen gehört zu den Top drei Teams der Bundesliga. Es kann mir keiner erzählen, dass der Gegner in den ersten 55 Minuten besser war als wir», sagte der 30-Jährige. «Der große Unterschied ist halt, die schießen zweimal aufs Tor und zweimal rein. Wir schießen achtmal aufs Tor und keinmal rein.»

Während Bailey für seinen siebten Saisontreffer gefeiert wurde, fand das Duell der beiden derzeit erfolgreichsten deutschen Torjäger lange nicht statt: Der künftige Schalker Mark Uth (neun Saisontreffer) fand sich nach seiner schwachen Vorstellung in Bremen bei den Gastgebern auf der Bank wieder und kam erst nach einer knappen Stunde.

Auf Bayer-Seite stürmte Kevin Volland (zehn Treffer) von Anfang an. Der Ex-Hoffenheimer und zehnfache Nationalspieler rochierte und rannte viel, konnte sein 50. Erstliga-Tor aber nicht verbuchen. Für Bailey fand er nur respektvolle Worte: «Das ist eine absolute Rakete!» Wenn der 20-Jährige und Teamkollege Karim Belarabi «gegeneinander sprinten, dann ist das eine andere Sportart.»

Im offensiven Mittelfeld fehlten der TSG ohne den verletzten Kerem Demirbay und zuletzt angeschlagenen Nadiem Amiri zwei wichtige Takt- und Passgeber. Auch die Gäste kamen zunächst nicht richtig in Tritt und hatten Glück, dass ein abgefälschter Flankenball von Youngster Dennis Geiger an der Latte der Leverkusener Gehäuses landete (26.).

Beide Mannschaften suchten weiter nach einer spielerischen Linie - bis Bailey alle verblüffte: Eine Hereingabe von Julian Brandt verwandelte er mit dem Rücken zum Tor. Mit einem Knalleffekt startete Hoffenheim dann in den zweiten Durchgang: Lukas Rupp traf aus 23 Metern die Latte. Baumgartlinger schockte die Hoffenheimer aber mit einem präzisen Flachschuss zum 2:0 ins Eck.

Nagelsmann brachte neben Uth noch den zuletzt formschwachen Andrej Kramaric und auch Amiri, doch seine Spieler rannten ins offene Messer: Brandt schoss alleine vor Keeper Oliver Baumann zunächst am Tor vorbei, ehe Alario auf Vorarbeit Baileys mit dem dritten Treffer frühzeitig alles klar machte.

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