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Start der Premier League: Die Trainer sind die Stars

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erstellt am 16.Aug.2013 | 12:11 Uhr

London (dpa) - Die Trainer sind die Stars. Wenn an diesem Samstag in England die neue Saison in der Premier League beginnt, stehen die Protagonisten am Spielfeldrand. Das liegt zum einen daran, dass die ganz großen Transfers auf die Insel nicht geklappt haben und Fußballprofis wie Edinson Cavani, Falcao, Gonzalo Higuain oder Cesc Fabregas dem Ruf nicht gefolgt sind, zum anderen aber vor allem daran, dass ausgerechnet die besten drei Vereine der vergangenen Saison mit einem neuem Coach ins Rennen um den Titel gehen.

«In England geht das zwar schnell, aber das in United, City und Chelsea wirklich die ersten drei Mannschaften der vergangenen Saison ihre Trainer wechseln, hat mich schon überrascht», sagte Per Mertesacker der Nachrichtenagentur dpa. Sein FC Arsenal geht indes in die 18. Saison mit Arséne Wenger. Er glaubt, das könnte im Kampf um die Champions-League-Plätze durchaus ein Vorteil sein.

Auch für das englische Fußball-Magazin «FourFourTwo» sind die Trainer die Helden der neuen Runde. Auf dem Cover der aktuellen Ausgabe haben die Grafiker die neuen Coaches Jose Mourinho (Chelsea), Manuel Pellegrini (ManCity) und David Moyes (ManUnited) in Szene gesetzt, dahinter folgen Wenger (Arsenal) und mit gebührendem Abstand Andre Villas-Boas (Tottenham) und Brendan Rodgers (Liverpool). Auf der Illustration tragen alle sechs einheitliche schwarze Anzüge, weiße Hemden und schmale Krawatten. Sie wirken glamourös, selbstbewusst und unaufhaltsam. So als könne jeder einzelne von ihnen die Welt retten. An der Spitze der Gruppe steht Mourinho. Das ist kein Zufall.

Seit der Rückkehr des Portugiesen an die Stamford Bridge wird Chelsea als ernster Titelkandidat gehandelt. Immerhin hat Mourinho in seiner ersten Amtszeit bei den «Blues» zwischen 2004 und 2007 kein einziges Heimspiel in der Liga verloren und zweimal die Meisterschaft gewonnen. Der «Independent» legte sich in seiner Vorschau auf Chelsea als Meister fest. Auch die Leser des «Guardian» stimmten für den Club von André Schürrle. Die Buchmacher sind ebenfalls dieser Meinung.

Die schwerste Aufgabe der drei großen Favoriten hat David Moyes. Der Schotte soll in seinem ersten Jahr bei ManUnited den Titel verteidigen und Sir Alex Ferguson vergessen machen. Sein Vorgänger hatte in 27 Jahren 38 Trophäen gesammelt. In der Vorbereitung stellte Moyes das andauernde Wechseltheater um Stürmer Wayne Rooney vor Probleme, auf dem Transfermarkt haben die «Red Devils» keinen nennenswerten Zugang vorzuweisen. Zu allem Überfluss beginnt der Rekordmeister die Runde mit einem schweren Auswärtsspiel in Swansea. Es folgen die Begegnungen mit Chelsea, Liverpool, Crystal Palace und das Stadtduell gegen die «Citizens». «Das ist der schwerste Start, den United seit 20 Jahren hatte. Ich hoffe, das liegt nicht daran, dass wir die Liga mit einem komfortablen Vorsprung gewonnen haben», erklärt Moyes.

ManCity hat auf dem Transfermarkt die Muskeln spielen lassen. Insgesamt durfte sich Coach Pellegrini seinen Amtsantritt mit 90 Millionen Pfund versüßen. Der Vizemeister verpflichtete Fernandinho aus Donezk, Steven Jovetic aus Florenz und die Spanier Alvaro Negredo und Jesus Navas. Pellegrini ist sicher, dass das reicht, um ManU den Titel wieder zu entreißen. «Ich glaube, wir haben die beste Mannschaft in England. Dank unserer vier neuen Spieler sind wir deutlich besser geworden», sagte der Chilene, der Roberto Mancini beerbte.

Hinter den großen Drei hoffen Arsenal, Tottenham und Liverpool, den planmäßigen Zieleinlauf durcheinanderzuwirbeln. Am meisten investiert haben die Spurs. Coach Andre Villas-Boas konnte den spanischen Torjäger Roberto Soldado, den Brasilianer Paulinho und Nacer Chadli (FC Twente) für sein Team gewinnen, muss aber mit der ständigen Sorge leben, dass sein Star Gareth Bale noch zu Real Madrid abwandert. Der Waliser wird wegen einer Fußverletzung bis in den September fehlen. Liverpool muss in den ersten sechs Spielen auf den gesperrten Torjäger Luis Suarez warten. Der Uruguayer liebäugelt zudem mit einem Wechsel zu Arsenal. Dort glaubt Nationalspieler Lukas Podolski, sei man bereit, um den Titel zu spielen. «Wir gehören zu den Kandidaten. Durch die Trainerwechsel ist diese Saison speziell. Mal sehen, was passiert», sagte der Stürmer auf der Arsenal-Homepage.

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