La Liga : Ramos und Eibar: Neuer Ärger für Real Madrid

Real Madrid ging in Eibar mit 0:3 unter. /AP
Real Madrid ging in Eibar mit 0:3 unter. /AP

Real Madrid ist schon wieder in der Krise angekommen. Ein lustloser Auftritt in einer baskischen Kleinstadt und der Ärger um die Doping-Vorwürfe gegen Sergio Ramos sorgen für Unmut. Ausgerechnet Ramos wirft seinen Kollegen vor, «keinen Bock» gehabt zu haben.

shz.de von
25. November 2018, 19:37 Uhr

Erst der Doping-Wirbel um Sergio Ramos, dann die Pleite in der baskischen Fußball-Provinz. Bei Real Madrid ist der Aufschwung unter dem neuen Trainer Santiago Solari schon wieder dahin.

Nach dem 0:3 beim Kleinstadt-Club SD Eibar sparten die spanischen Blätter nicht mit Häme für die Königlichen um den deutschen Ex-Weltmeister Toni Kroos.

«Das schlechteste Real Madrid der gesamten Saison», kommentierte die eigentlich wohlgesinnte «Marca» und fügte hinzu, Eibar hätte die Partie noch weit höher gewinnen müssen. Die Zeitung «AS» meinte: «In Eibar ist der Solari-Effekt verpufft.» Der Abstand zum neuen Tabellenführer FC Sevilla, der am Sonntag 1:0 gegen Real Valladolid gewann, beträgt bereits sechs Punkte, der auf den zweitplatzierten FC Barcelona fünf Zähler. Real rangiert mit 20 Punkten gerade einmal auf Platz sechs.

Erst vor knapp zwei Wochen war Solari, der Ende Oktober als Interimstrainer eingesprungen war, offiziell zum neuen Chefcoach erklärt worden. Es folgten vier Siege, in der Copa del Rey, der Liga und der Champions League. Und ausgerechnet jetzt, bei der ersten Bewährungsprobe, seit ihm die Clubführung das Vertrauen ausgesprochen hat, blamiert sich die Mannschaft dermaßen gegen ein No-Name-Team aus einem 27.000-Einwohner-Städtchen. Zu beschönigen war da nichts mehr. Solari brachte es nach dem Abpfiff auf den Punkt: «Wir waren einfach nicht auf der Höhe.»

Auch Kapitän Ramos machte aus seiner Unzufriedenheit mit der Teamleistung keinen Hehl. «Wenn man nicht die richtige Einstellung hat und die Diskrepanz zum Gegner dermaßen groß ist, wenn man keinen Bock hat und keine Intensität, dann verliert man», zitierten spanische Medien den 32-Jährigen.

Ausgerechnet Ramos machte sich also zum Generalkritiker, dabei hatte er sich schon vor der Partie selbst verteidigen müssen, nachdem der «Spiegel» unter Berufung auf die Enthüllungsplattform Football Leaks von angeblichen Ungereimtheiten bei Dopingkontrollen berichtet hatte.

Demnach soll sich der Abwehrstar zum einen vor einem Dopingtest im April nach einem Spiel gegen den FC Málaga einem Kontrolleur der Anti-Doping-Agentur AEPSAD widersetzt haben und entgegen der Richtlinien zum Duschen gegangen sein. Zum anderen soll er nach dem Champions-League-Finale 2017 gegen Juventus Turin eine auffällige Dopingprobe abgegeben haben. Der Abwehrspieler soll positiv auf ein kortisonhaltiges Präparat getestet worden sein, das nach vorheriger Anmeldung vor einem Wettkampf eingenommen werden darf, im Wettkampf aber nicht erlaubt ist.

Ramos selbst wies die Vorwürfe entschieden von sich, auch wenn die vorgelegten Dokumente einen anderen Eindruck erwecken. «Ich habe mich niemals und werde mich niemals an jeglicher Form von Doping beteiligen», schrieb er in einer Stellungnahme. Auch Real dementierte die Beschuldigungen. «Sergio Ramos hat nie die Dopingkontrollregeln verletzt», teilte der Rekordmeister mit. Die Europäische Fußball-Union UEFA wehrte sich in einer Stellungnahme gegen eine angebliche Verschleierung positiver Dopingergebnisse.

Unterstützung bekam Ramos aus Barcelona, von seinem Teamkollegen in der Nationalelf, Jordi Alba. «Es geht mich zwar nichts an, aber ich mag es nicht, wenn solcher Unsinn verbreitet wird», sagte der Linksverteidiger des FC Barcelona.

Für Albas Team verlief das Wochenende etwas glimpflicher als für Real. Dank eines späten Tores kamen die Katalanen bei Atlético Madrid immerhin noch zu einem 1:1, die Tabellenführung waren sie am Sonntag trotzdem los. Den Treffer in der 90. Minute erzielte der zuletzt wegen undisziplinierten Verhaltens in die Kritik geratene Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé, der erst zehn Minuten vor Schluss eingewechselt wurde. «Er hat sich eine Begnadigung verdient», meinte «AS».

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