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News vom Ex-Dortmunder : #liverpöhler: Jürgen Klopp wird Trainer beim FC Liverpool

vom
Aus der Onlineredaktion

Der magischen Anziehungskraft des legendären FC Liverpool konnte Jürgen Klopp nicht widerstehen. Am Freitag wird Wunschkandidat an der Anfield Road vorstellig.

shz.de von
erstellt am 08.Okt.2015 | 17:26 Uhr

Liverpool | Binnen Minuten überschlugen sich die britischen Medien, allein die offizielle Bestätigung des FC Liverpool für das spektakuläre Engagement von Kult-Trainer Jürgen Klopp ließ weiter auf sich warten. Der 48-Jährige einigte sich den Berichten zufolge aber am Donnerstag auf ein Engagement bei dem britischen Traditionsverein. Die Vertragslaufzeit soll zunächst drei Jahre betragen. Im Internet kursieren Fotos, auf denen Klopp am Flughafen gesichtet wird, um in Richtung Merseyside aufzubrechen. Für Freitag, 11 Uhr Ortszeit hat der FC zu einer Pressekonferenz geladen, bei der der neue „Retter“ offenbar vorgestellt wird.

Der Wunschkandidat der „Reds“-Fans soll den amerikanischen Vereinsbesitzern einen Platz unter den ersten Vier am Ende der Saison in der Premier League in Aussicht gestellt haben. Sprich: Einen Champions-League-Rang will der deutsche „Retter“ erreichen.

Die Zusammenarbeit mit Rodgers war am Sonntag beendet worden. Zuvor hatte der FC Liverpool, der im Sommer 112 Millionen Euro in neue Spieler investierte, beim Merseyside-Derby gegen den Stadtrivalen FC Everton nur 1:1 gespielt. In der Tabelle belegt das Team mit zwölf Punkten aus acht Spielen den zehnten Rang. Zudem hatte sich das Team auch noch in der Europa League am Donnerstag an der Anfield Road mit einem dürftigen 1:1 gegen den Schweizer Verein FC Sion blamiert.


Auf Twitter herrscht seit der Neuigkeit ein buntes Treiben unter dem Hashtag #liverpöhler. Als „Pöhler“ galt früher ein besonders draufgängerischer Spieler, ein Ballakrobat. „Gehn wa pöhlen?“ bedeutet auf Norddeutsch übersetzt: „gehen wir bolzen?“. Jürgen Klopp trug zu Dortmunder Zeiten regelmäßig seine Lieblingskappe mit dem Aufdruck des ruhrpottdeutschen Wortes.

Mögliche letzte Zweifel an Klopps neuer Arbeitsstelle waren zuvor auch noch ausgelöscht worden. Das „Liverpool Echo“ berichtete, dass gleich vier Mitarbeiter aus dem alten Trainerstab den Verein verlassen sollen, weil sie in Klopps Plänen keine Rolle spielen würden. Stattdessen soll Klopp seinen einstigen Weggefährten aus gemeinsamen Mainzer und Dortmunder Tagen, Zeljko Buvac, offensichtlich mitbringen. Der „Mirror“ nannte ihn bereits als den „loyalen Leutnant“. Zudem will Klopp auch Peter Krawietz mit an Bord holen.

Was die Mannschaft betrifft, will Klopp laut „Mirror“ ohne größere Investition die Liverpooler um den deutschen Fußball-Nationalspieler Emre Can von Platz zehn in der Premier League nach oben führen. Seine erste Bewährungsprobe hätte er am 17. Oktober in London gegen die Tottenham Hostpur. „Der Deutsche hat den Reds-Bossen gesagt, dass er mag, was er auf DVD's von der Mannschaft gesehen hat und dass nur wenige kleine Schritte im Transferfenster im Januar nötig sind“, schrieb das Blatt am Donnerstag.

In England war schon nach den ersten konkreten Gerüchten am Montag die Klopp-Manie losgebrochen. Klopp of the Kops, King Klopp, Rock around the Klopp – kaum ein Worspiel wurde ausgelassen. Englische Medien entfachten in den letzten Tagen einen Wettbewerb buntester Themenkomplexe über den zweimaligen Meistertrainer.

Auch ehemalige Vereinsgrößen der Liverpooler sprachen sich für den zweimaligen Meistercoach aus. „Es muss Jürgen Klopp sein. Er ist der perfekte Mann, um von Brendan Rodgers zu übernehmen. Er hat die Qualifikationen und, noch wichtiger, er kann den Fans ihren Glauben an das Team zurückgeben“, sagte Jan Molby im „Liverpool Echo“. Ancelotti habe Erfahrung und Klopp eine Aura. „Er ist ein bisschen verrückt, aber ich mag ihn“, meinte Jamie Redknapp in der „Daily Mail“.

Der Name des 48 Jahre alten Klopp wurde schon des Öfteren im Zusammenhang mit dem FC Liverpool genannt. Der ehemalige Coach des FSV Mainz 05 und von Borussia Dortmund nahm nach seinem jahrelangen Engagement beim BVB vorerst eine Auszeit. In früheren Interviews hatte Klopp betont, dass er aufgrund der Wichtigkeit seiner Worte bei der Teamführung nur in Deutschland oder England arbeiten könne.

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Trotz hoher Ansprüche hinkt der Traditionsclub aus der Beatles-Stadt seit Jahren den eigenen Zielen hinterher. Seit 25 Jahren wartet man inzwischen auf die 19. Meisterschaft. Die Situation erinnert aber an das Borussia Dortmund des Jahres 2008: Ein schlafender Riese, den Klopp durch gehöriges Umkrempeln zu neuem Glanz erweckte. Nach Felix Magath wird Klopp der zweite deutsche Trainer in der Geschichte der Premier League. Felix Magath war bei seinem Versuch sportlich letztlich gescheitert und mit dem FC Fulham abgestiegen.

Deswegen aber sollte sich Klopp nach Ansicht von Trainer-Ikone Sir Alex Ferguson keine Gedanken machen. „Es gibt keinen Grund, das nicht souverän anzugehen“, sagte der Ex-Teammanager von Manchester United in einem Interview dem „Kicker“ (Donnerstag): „Ich kann, in welcher Form auch immer, keine Ausrichtung gegen einen deutschen Trainer erkennen.“ Klopp soll bei den Liverpoolern das schaffen, woran Brendan Rodgers scheiterte: Vielversprechende Talente fordern und fördern, anstatt gestandene Profis für viel Geld zu holen.

Nach 18 Neuzugängen an der legendären Anfield Road in den vergangenen zwölf Monaten, darunter auch der ehemalige Hoffenheimer Roberto Firminho in der Sommerpause für schlappe 41 Millionen Euro, will Klopp offensichtlich nur noch etwas nachjustieren. Nur wenige Schritte in der nächsten Transferperiode seien notwendig, soll er den Besitzern von der amerikanischen Fenway Sports Group versichert haben.

Laut dem „Express“ müsste Klopp allerdings um den Verbleib von Spielmacher Philippe Coutinho kämpfen. Um die Dienste des brasilianischen Mittelfeldspielers bemühen sich angeblich die spanischen Spitzenclubs FC Barcelona und Real Madrid. Auch Ligarivale Manchester City soll Interesse an dem 23-Jährigen haben. Sollte Liverpool sich nicht fürs internationale Geschäft qualifizieren können, wäre ein Verbleib Coutinhos mehr als fraglich. Geht Klopps Top-Vier-Mission aber auf, muss er sich auch darum keine Gedanken machen.

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