zur Navigation springen

Wettskandal in Dänemark : Fünf Deutsche bestechen Fußballspieler des FC Vestsjælland

vom
Aus der Onlineredaktion

Zwei Spiele sollte der FC Vestsjælland in der dänischen Superliga verlieren. Die Gruppe um die fünf Deutschen heimste hohe Wetterlöse ein.

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2015 | 13:38 Uhr

Stuttgart/Slagelse | Die Fußballwelt in Dänemark ist erschüttert: Am vergangenen Freitag haben fünf Deutsche vor einem Stuttgarter Gericht Manipulationsvorwürfe in der dänische Superliga gestanden. Dabei geht es unter anderem um zwei Spiele des FC Vestsjaelland. Die Gruppe soll mindestens einen Spieler vor den zwei Niederlagen gegen Esbjerg (1:4) am 1. November 2014 und gegen den FC Kopenhagen (0:2) am 22. Februar 2015 bestochen haben. Das berichtet die dänische Zeitung „Ekstra Bladet“. Für die Niederlagen sollen die Männer im Alter zwischen 38 und 42 Jahren hohe Wetteinsätze eingestrichen haben.

Der letzte große Wettskandal im deutschen Fußball liegt sechs Jahre zurück. 2009 wurden in Deutschland 32 Partien durch Betrüger beeinflusst. Europaweit waren 200 Spiele von Manipulationen betroffen. 2005 manipulierte der Schiedsrichter Robert Hoyzer zusammen mit kroatischen Hintermännern Partien der 2. Bundesliga, der Regionalliga sowie des DFB-Pokals.

Die Polizei in Stuttgart und Bochum hat durch das Abhören von Telefonen herausgefunden, dass die zwei Hauptangeklagten Kubilay D. und Deniz Y. durch einen Mittelsmann Kontakt zum dem Spieler hergestellt hatten. Er erhielt 450.000 Dänische Kronen. Der Spieler sollte so spielen, dass die Mitglieder der Gruppe ihre Sportwetten gewinnen.

Die deutschen Behörden interessierten sich in dem Prozess lediglich um die fünfköpfige Gruppe und deren Aktivitäten in Deutschland, nicht aber um die dänischen Verbindungsmänner. Wie viele Spieler des FC Vestsjælland einen Anteil von den 450.000 Kronen bekommen haben, ist daher unklar.

Die Männer müssen sich wegen bandenmäßigen Betrugs und räuberischer Erpressung verantworten. In Stuttgart hatten sie den Inhaber eines Wettbüros bedroht, weil er skeptisch geworden war und Gewinne nicht auszahlen wollte. Das berichtet die „Stuttgarter Zeitung“. Dies führte zur Festnahme der Gruppe.

Erfolglos blieb ein weiterer Bestechungsversuch in der Dritten Liga in Deutschland. Das Spiel zwischen Großaspach und Duisburg sollte manipuliert werden, die Kontaktaufnahme zum damaligen Großaspacher Trainer Uwe Rapolder misslang jedoch.

Durch ihr Geständnis wird sich die Haftstrafe der Angeklagten deutlich reduzieren. Kubilay D. muss mit 22 bis 24 Monaten Gefängnis rechnen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert