Altes Erfolgsrezept fruchtet

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19. September 2011, 09:05 Uhr

Zum Glück hat Thomas Blasczyk ein so gutes Gedächtnis. Denn der Trainer von Handball-Zweitligist TSV Nord Harrislee erinnerte sich im ersten Heimspiel der Saison noch genau an das letzte Spiel gegen den TSG Wismar. Und so brachte auch dieses Mal eine Umstellung in der Abwehr den Sieg für den Nord-Express. "Man hat gemerkt, dass wir nach der klaren Auftaktniederlage unter Druck standen. So haben wir gerade in der ersten Halbzeit viele Fehler gemacht. Doch die Mannschaft hat unheimlichen Willen bewiesen und deshalb bin ich sehr zufrieden", sagte Blasczyck nach dem am Ende verdienten 35:31 (17:18).

Die Anfangsphase gehörte gleich dem Nord-Express. Die Abwehr stand sicher und provozierte einige Ballverluste der Gäste. Mit Volldampf ging es nach vorne und so stand es nach nur vier Minuten schon 5:3. Mit der Zeit häuften sich jedoch die leichten Ballverluste auf Seiten Harrislees. Allein zehn "Turnovers" leistete sich der TSV im ersten Durchgang. Zudem ließ sich dann die Nord-Abwehr ein ums andere Mal von Wismar düpieren. Mit einem einzigen Spielzug, der immer wieder klappte und den TSG-Spielerinnen stets die Möglichkeit gab, frei vom Kreis einzuschießen. "Da haben wir viel zu schnell die Führung weg gegeben. Trotz unserer Videoanalyse passte unsere Zuordnung in der Abwehr überhaupt nicht", monierte Blasczyck. So wurde aus dem 7:5 (9.) schnell ein 9:13-Rückstand (17.). Vor allem die bärenstarke Kreisläuferin Stefanie Laas (elf Treffer) bekam Nord Harrislee nicht in den Griff. Erst mit der Hereinnahme von Lena Schulz bekam der Nord-Express wieder mehr Dampf und konnte bis zur Pause erneut verkürzen.

"Uns war klar, dass wir nicht wieder 18 Gegentore kassieren dürfen, um die beiden Punkte bei uns zu behalten. Zum Glück kann ich Melanie Steffensen auch nachts um drei wecken und sie weiß, wie Handball funktioniert", analysierte Harrislees Trainer und beorderte seine Geheimwaffe zur Bewachung von Wismars Franca Kühne. "Was im letzten Jahr funktioniert hat, könnte auch dieses Mal funktionieren", so Blasczyks Überlegung. Und sein Trumpf stach erneut. Wismars Angriff geriet ins Stocken und fand kaum noch Lösungen gegen die offensive Nord-Abwehr. Zudem steigerte sich nun Mareike Vogel im Tor deutlich und hielt Harrislee den Rücken frei. Nord zog bis auf 25:21 (44.) davon und gab diesen Vorsprung auch nicht mehr her. Angeführt von Jana Lembke ließ der Nord-Express keine Spannung mehr aufkommen und fuhr die wichtigen ersten beiden Punkte in der neuen Zweiten Bundesliga ein. "Im zweiten Durchgang sind wir auf einer Welle geschwappt und haben teilweise richtig gut gespielt. Es war aber noch nicht alles rund und wir haben noch viel Luft nach oben", sieht Blasczyk noch Steigerungspotenzial für die kommenden Spiele.

TSV Nord Harrislee: Vogel, Kruse - Pries (5), Steffensen, Schulz (6), Miegel (1), Petersen, Behrendsen (6), Vogeler (2), Lembke (9), Maier (1), Legarth (5/2).

TSG Wismar: Steiner, Borkowski - Laas (11), Hipler, Kühne (4), Tegler (1), Kollecker (3/1), Yermachek (4/3), Pinkohs (2), Wolter (6).

Siebenmeter: 2/2 - 5/4.

Zeitstrafen: 0-3.

SR: Daniel Porebska/Tobias Schween.

Zuschauer: 200.

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