Als "Störche" zum Titel?

Avatar_shz von
09. Januar 2012, 09:05 Uhr

Wann die Bezeichnung genau geboren wird, ist nicht überliefert. Allerdings: Als "Störche" sind die Holsteiner zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch nicht bekannt. Zwar ist das erste Vereinslokal das "Storchnest" in der Gutenbergstraße nahe des städtischen Sportplatzes (heute Prof.-Peters-Platz). Doch mit Grundsteinlegung für das Holstein-Stadion wird im August 1911 das "Würzburger" an der Holtenauer Straße zum offiziellen Vereinstreffpunkt - und von "Störchen" ist in den zeitgenössischen Publikationen noch nicht die Rede.

Und so sind die weißen Hosen und roten Stutzen als Herkunft des Namens wahrscheinlicher. Die Vereinsfarben sind auch bereits von Beginn an blau-weiß-rot. Doch die Spielkleidung wechselt in den Anfangsjahren. Zunächst sind es quergestreifte Hemden, in denen der junge FV Holstein aufläuft. Dann sind es nach damaliger Mode weiße Shirts mit blau-weiß-roter Schärpe (Rivale KFV trägt weiß mit grün-schwarzer Schärpe), die Holsteins Spieler tragen. 1910 heißt es dann in der ersten gedruckten Vereinssatzung: "Die Spielkleidung besteht aus blauen Jerseys mit weißem H auf der linken Brustseite, schwarzen Kniehosen und schwarzen Strümpfen." In diesem Dress erreicht Holstein auch noch 1910 das erste Endspiel, das gegen Karlsruhe verloren geht.

Erst 1911 werden weiße Hosen und die storchenähnlichen roten Stutzen obligatorisch. Der genaue Zeitpunkt ist nicht überliefert. Doch es ist gut möglich, dass in eben jener Meistersaison das sprichwörtliche "Störche"-Outfit geboren wird. In jedem Fall ist es das, das auch die Meisterspieler tragen. Und somit sind schon irgendwie die "Störche" Deutscher Meister. Auch wenn das damals noch niemand sagt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen