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Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart : Abstiegskampf: Vier gute Gründe, warum Werder heute trotzdem gewinnt

vom

Unsere Redakteurin glaubt an den Sieg ihrer Mannschaft heute Abend. Darauf ansprechen sollte man sie aber lieber nicht.

von
erstellt am 02.Mai.2016 | 15:53 Uhr

Bremen | „Ich will nicht darüber reden“, „sprich mich nicht an!“ – so habe ich es seit Sonnabend, 17.20 Uhr, gehandhabt. Denn um 17.20 Uhr stand fest, dass der Spieltag für Werder Bremen schon mal schlechter nicht hätte beginnen können. Hoffenheim und Frankfurt gewinnen. Beide! Kurz vor Schluss! Und überhaupt: Ist das dein Ernst, Sandro Wagner?! Werder rutscht auf einen direkten Abstiegsplatz. Nein: „Sprich mich nicht an!“

Heute wurde ich dann doch wieder angesprochen. Ein Anruf aus der Onlineredaktion: „Na, wie geht es dir so wegen heute Abend?“ Also, was soll’s. Das kann ja auch therapeutisch wirken…

Ja, ich habe Angst. Wenn ich an 20.15 Uhr denke, geht mir die Düse. Unruhig rutsche ich schon den halben Tag auf meinem Bürostuhl hin und her, schwanke zwischen Zuversicht und Hoffnungslosigkeit. Denn es ist ja, wie es ist: Gewinnt Werder heute Abend nicht gegen den VfB Stuttgart, dann wird es eng. Also noch enger. Ganz, ganz eng. Und ein Abstieg hätte unabsehbare Folgen für den Verein.

Dieses Montagabendspiel steht im Zeichen der Abstiegsangst. Das wird eine Zitterpartie. Und trotzdem: Es gibt richtig gute Gründe, warum mein verlängertes Bundesliga-Wochenende sich heute doch noch zum Guten wenden könnte – nein, wird.

1. Die Green-White-Wonderwall

Werders Fans werden wieder wie eine Wand hinter der Mannschaft stehen. Wie gewohnt mit feinem Gespür, ganz viel Leidenschaft und Leidensfähigkeit und mit der richtigen Raute im Herzen. Das sieht beim VfB anders aus. Der Gästeblock bleibt heute ziemlich leer. Ein Großteil der Stuttgarter Fanszene boykottiert das Montagsspiel. Dass den Auswärtsfans zugemutet wird, an einem Montag hin und zurück über 1200 Kilometer abzureißen, ist eine Frechheit – für Werder aber sicherlich ein Vorteil.

2. O Captain! My Captain!

Clemens Fritz’ Rücktritt vom Rücktritt sorgte unter der Woche für Begeisterung. Was für ein Zeichen von dem 35-Jährigen, der seine Karriere so nicht beenden will und notfalls auch mit Werder in die zweite Liga geht. Da hat einer die richtige Einstellung. So einen Kapitän braucht ein Team. Und auch wenn es objektiv betrachtet etwas bedenklich ist, wie sehr Werder von zwei Spielern abhängig ist, die zusammen 72 Lenze jung sind - die Mannschaft wird das noch einmal zusätzlich pushen. 

3. Die Statistik-Keule

Werder ist seit acht Heimspielen gegen den VfB ungeschlagen. 169 Mal traf der SVW schon gegen die Stuttgarter. So viel wie gegen keinen anderen Verein. Sieben Heimniederlagen kassierten die Bremer bisher in dieser Saison, noch nie verloren sie acht Mal zu Hause. Und dann steht Werder ja auch noch endlich mal eine ähnlich schlechte Defensive gegenüber... Lassen wir das mit den Statistiken. Mir wird schwindelig. 

4. Wichtig ist auf dem Platz

Eigentlich kann Werder doch was! Jedenfalls genug, um nicht abzusteigen. Das hat das Team zuletzt etwa gegen Wolfsburg oder Bayern und von mir aus auch in der zweiten Hälfte gegen den HSV eindrucksvoll, mit viel Kampfgeist und sogar zeitweise aufblitzender spielerischer Qualität unter Beweis gestellt. Wenn die Bremer heute Abend in diese Spur zurückfinden, kann eigentlich gar nichts schief gehen.

Werder hat alles noch in der eigenen Hand,  mit einem Restprogramm, das alle Chancen bietet. Vertun sie diese Chancen, dann haben sie den Klassenerhalt  – so schmerzlich das ist  – auch einfach nicht verdient.

Und jetzt sprich mich bitte nicht mehr an.

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