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Bundesliga-Kolumne : Abstiegs-Angst und teure Kicker: Das war der 23. Spieltag

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Meisterschaft scheint vergeben, doch am Tabellenende wird es doch noch spannend. Jürgen Muhl kommentiert den vergangenen Spieltag.

shz.de von
erstellt am 29.Feb.2016 | 10:20 Uhr

Spannung kommt auf: Ja, es könnte doch noch dramatisch werden im Abstiegskampf. Sah es lange Zeit danach aus, als lägen Hannover 96 und 1899 Hoffenheim hoffnungslos am Tabellenende, hat sich bei noch elf ausstehenden Spieltagen die Situation geändert. Hannovers überraschender Sieg in Stuttgart bringt Power ins untere Tabellendrittel. Kann Thomas Schaaf in einem Club, der sich eigentlich schon aufgegeben hat, und dessen Bosse offen über die 2. Liga sprechen, noch einmal Akzente setzen? Schon in dieser Woche wird es weitere Aufschlüsse geben – am Dienstag gegen den VfL Wolfsburg und am Sonnabend bei Schaafs altem Club in Bremen. Ein besonderes Abstiegsduell. Nicht nur angesichts der Personalie Thomas Schaaf.

Krisenstimmung an der Weser. Auf das Heim-Remis gegen Hoffenheim folgte ein enttäuschendes Unentschieden gegen Darmstadt. Hätte Claudio Pizarro nicht kurz vor Schluss noch den Ausgleich erzielt, wäre es wohl um Viktor Skripnik schon geschehen gewesen. Sportchef Thomas Eichin nimmt Skripnik aber gar in Schutz – wie man es in Bremen immer gehalten hat, wenn ein Trainer auf der Kippe stand.

Ein Abstieg wäre ein Desaster, verfügt Werder doch nicht über die Finanzmittel, ein Jahr in der 2. Liga mit Erstligakonditionen zu überstehen. Insofern könnte es am Weserbogen doch noch zu einer Entscheidung kommen, die man sich bei Werder nicht wünscht, die aber bei dieser Gemengelage nicht zu umgehen ist. Auch der bescheidene Skripnik wird an Punkten gemessen.

 

Deutliche Worte: Der frühere Aufsichtsratschef des HSV, Alexander Otto, hat den Vereinsvorstand in einem Radiointerview kritisiert. „Wir leben über unsere Verhältnisse mit einem sehr teuren Kader. Die Leistungen passen nicht zum Etat“, sagte Otto vor der glanzlosen Vorstellung gegen Aufsteiger Ingolstadt. Auf fast 70 Millionen Euro sind die Personalkosten der Hamburger in dieser Saison gestiegen. Und das bei rund 90 Millionen Euro Schulden. Eine mutige Haushaltsführung, um es zurückhaltend zu formulieren. Der Hamburger Geschäftsmann spricht von einer „sehr ernsten Situation“. Und dass Otto es gut meint mit seinem Verein, weiß jeder im Umfeld. War er es doch, der den Bau des Nachwuchs-Campus mit einer Finanzspritze in Höhe von zehn Millionen Euro auf den Weg gebracht hat.

Auch im Auftreten zeigten sich einige HSV-Profis nach dem Abpfiff von der schlechten Seite. „Das ist ein ekelhafter Gegner“, moserte Lewis Holtby und meinte damit Ingolstadt. Ganz mieser Stil vom Mittelfeldspieler, der die neuesten HSV-Auflagen, doch bitteschön bescheiden aufzutreten und Benehmen an den Tag zu legen, wohl nicht begriffen hat.

 

Vier Spiele am Sonntag: Das war die besondere Konstellation dieses Bundesliga-Spieltags. Weil mit Augsburg, Dortmund, Leverkusen und Schalke vier deutsche Mannschaften in der Europa League beschäftigt waren, kam es zu dieser Fülle von Spielen ausgerechnet an einem Sonntag, auf den eine Englische Woche mit Begegnungen am Dienstag und Mittwoch folgt.

Heute hat auch der Fußball mit dem 29. Februar einen geschenkten Tag. Und erst recht Uli Hoeneß. Er ist ab heute wieder ein freier Mann.

 

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