River Plate gegen Boca Juniors : Copa Libertadores: Finale auf unbestimmten Zeitpunkt verlegt

Boca-Spieler Pablo Perez wurde bei der Attacke am Auge verletzt.
Boca-Spieler Pablo Perez wurde bei der Attacke am Auge verletzt.

Nachdem der Bus der Boca Juniors auf dem Weg zum Riber-Stadion angegriffen wurde, ist das Spiel verlegt worden.

shz.de von
25. November 2018, 18:35 Uhr

Buenos Aires | Das Finale der Copa Libertadores zwischen den argentinischen Stadtrivalen River Plate und Boca Juniors ist erneut vertagt worden. Der Präsident des südamerikanischen Dachverbands CONMEBOL, Alejandro Domínguez, teilte über den Fernsehsender Fox Sports am Sonntag mit, das Spiel sei auf Antrag der Boca Juniors nach den schweren Ausschreitungen am Samstag in Buenos Aires auf einen noch nicht festgelegten Termin verlegt worden.

Das Final-Rückspiel hatte eigentlich am Samstag ausgetragen werden sollen. Nach einem Angriff von River-Fans auf den Mannschaftsbus der Boca-Profis wurde das Spiel zweimal verschoben und dann um einen Tag verlegt. Die Boca Juniors beantragten am Sonntag, das Spiel nur "unter gleichwertigen Bedingungen" auszutragen. Diese Bedingungen seien zur Zeit nicht gegeben.

Neuer Spieltermin wohl nach G20-Gipfel

Domínguez erklärte, Boca habe vier oder fünf Profis, die gesundheitlich nicht imstande seien, anzutreten. Der Dachverband werde in den nächsten Tagen einen neuen Spieltermin festlegen. Der werde aber sicherlich nach dem G20-Gipfel liegen, der am 30. November und 1. Dezember in der argentinischen Hauptstadt stattfindet.

Mehrere Boca-Profis hatten am Samstag Schnittwunden erlitten und später über Atembeschwerden geklagt. Der Bus war vor Ankunft am River-Stadion mit Steinen und anderen Gegenständen beworfen worden. Pfeffer- oder Tränengas drang durch die zerstörten Busfenster.

Weiterlesen: Attacken mit Steinen und Tränengas auf Fußballer in Buenos Aires

Anpfiff zuvor zweimal verschoben

Die Verlegung des Endspiels am Samstag wurde erst nach zweifacher Verschiebung des Anpfiffes beschlossen. Tévez erklärte, Boca Juniors befinde sich nicht in dem Zustand, antreten zu können. Die Conmebol wolle sie jedoch zwingen, trotz der Verletzung von Pérez das Finale auszutragen. Drei Mal habe das Team das blaugelbe Trikot an- und wieder ausgezogen, bis endlich die Verlegung auf Sonntag bekanntgegeben wurde. Am Sonntag folgte dann die Entscheidung, das Spiel noch einmal zu verschieben.

2100 Polizisten waren im Einsatz.
dpa/Sebastian Pani
2100 Polizisten waren im Einsatz.

2100 Polizisten waren im Einsatz

Die 66.000 Eintrittskarten für das Rückspiel um den Titel der südamerikanischen Champions League waren allesamt an River-Fans verkauft worden. Seit 2013 dürfen in ganz Argentinien wegen zahlreicher Gewalttätigkeiten keine Gästefans mehr ins Stadion. Vor dem Stadion kam es zu zahlreichen Zusammenstößen von Fans ohne Ticket mit der Polizei, bei denen 56 Menschen festgenommen wurden. Es waren 2100 Polizisten im Einsatz.

River Plates Präsident Rodolfo D'Onofrio musste fliehen, als bei einem Gespräch mit dem Sender Fox Sports im einem Gang des Stadions eine Menschenmasse auf ihn zurannte. Die frustrierten Fans suchten den Ausgang. Viele von ihnen hatten bis zu sechs Stunden in der Sonne vergeblich auf den Spielanpfiff gewartet.

Der Sicherheitssekretär der Stadt Buenos Aires, Marcelo D'Alessandro, schrieb die Verantwortung für die Ausschreitungen kriminellen Fans zu, gegen die die Justiz ermittle. D'Alessandro bezog sich auf eine Hausdurchsuchung in der Wohnung eines berüchtigten Anführers von gewalttätigen River-Fans, bei der am Freitag 300 Tickets für das Finale und zehn Millionen Peso (240.000 Euro) beschlagnahmt wurden.

Der illegale Weiterverkauf von Tickets zu Preisen von bis zu umgerechnet 5000 Euro florierte vor dem Finale.


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