Bayern-Präsident : Hoeneß bedauert Beleidigung – und gibt sich ungewohnt zurückhaltend

Uli Hoeneß bereut seine Attacke auf Juan Bernat.
Uli Hoeneß bereut seine Attacke auf Juan Bernat.

"Wir sind nicht so arrogant, wie ihr alle glaubt", sagt der 66-Jährige vor dem Duell bei Borussia Dortmund.

shz.de von
08. November 2018, 07:27 Uhr

München | Niko Kovac war erleichtert. Der Pflichtsieg gegen AEK Athen und der fast sichere Achtelfinaleinzug in der Champions League sollen dem FC Bayern wieder mehr Zuversicht für den brisanten Bundesliga-Gipfel bei Borussia Dortmund bringen. "Siege sind immer für das Selbstvertrauen gut", erklärte der unter Zugzwang stehende Trainer des deutschen Fußball-Rekordmeisters.

Beim 2:0 (1:0) gegen die Griechen habe sein Ensemble zudem eine "Vielzahl an Chancen" gehabt und "zu Null" gespielt, hob der 47-Jährige am späten Mittwochabend hervor. Doch im deutschen Clásico gegen den BVB reicht eine Leistung wie gegen Athen bestimmt nicht zum Erfolg. Mit vier Punkten Vorsprung führt Dortmund die Tabelle an, ein den Bayern drohender Rückstand von sieben Zählern könnte wegweisend im Titelkampf sein.

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Gegen Athen ließ ein Doppelpack von Robert Lewandowski in dessen 100. Europapokalspiel Kovac in schwierigen Bayern-Wochen durchatmen. "Die Tore waren für die ganze Mannschaft wichtig. Ein klarer Sieg ist für das Selbstbewusstsein sehr wichtig", sagte der Torjäger. "Ich hoffe, wir zeigen das auch am Samstag und verbessern das, was heute noch gefehlt hat."

Kovac sieht Spitzenreiter Dortmund als "leichten Favoriten". Auch Präsident Uli Hoeneß stimmte bei seinen nächtlichen Worten ungewöhnliche öffentliche Zurückhaltung an. "Wir fahren nicht als Favorit nach Dortmund, sondern als Außenseiter zum ersten Mal seit langer Zeit", sagte Hoeneß. "Man kann ja nicht nach Dortmund fahren und sagen, ich will einen Dreier einfahren. Dortmund hat bis jetzt eine sehr gute Saison gespielt, gar keine Frage."

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Für den Fall, dass es in dieser Saison nicht mit dem nationale Titel klappen sollte, gibt sich Hoeneß gelassen. "Wir sind nicht so arrogant, wie ihr alle glaubt. Die Meisterschaft würden wir gerne immer haben, aber wenn es mal nicht so ist, wird der FC Bayern auch nicht untergehen", sagte er.

Trainer Niko Kovac genieße nach wie vor das volle Vertrauen des Clubs: An seiner Aussage, er werde den 47-Jährigen "bis aufs Blut verteidigen", habe sich "nichts" geändert, erklärte Hoeneß. "Meine Aussagen gelten nicht immer nur für zwei, drei Wochen ", entgegnete er auf die Frage, wie fest Kovac denn nun wirklich noch im Sattel sitze.

Eine Medienschelte wie vor knapp einem Monat in der legendären Pressekonferenz an der Säbener Straße wollte der Bayern-Patron dieses Mal nicht abhalten. Dennoch bekräftigte er, alles "im Wesentlichen" noch einmal genauso zu machen. Nur eine Sache bereut der 66-Jährige offenkundig: "Es hat mir sehr leid getan, Juan Bernat beleidigt zu haben, seine Spielweise in einem Spiel. Das würde ich so nicht mehr machen."

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