Deutliche Worte : Ex-Werder-Manager Lemke kritisiert Superliga: "Wäre furchtbare Entwicklung"

Willi Lemke war in den 1980ern und 1990ern Manager von Werder Bremen.
Willi Lemke war in den 1980ern und 1990ern Manager von Werder Bremen.

Lemke glaubt allerdings nicht, dass Bayern München die Bundesliga verlassen würde.

shz.de von
07. November 2018, 10:20 Uhr

Bremen | Für Werder Bremens langjährigen Manager Willi Lemke wäre die mögliche Einführung einer europäischen Superliga "verheerend" für den deutschen Fußball. "Die Gier der großen Clubs nach noch mehr Geld könnte den Fußball und speziell die Bundesliga in der altbewährten Form kaputtmachen", sagte Lemke der "Bild"-Zeitung. Für den, der den Fußball liebt, "wäre das eine furchtbare Entwicklung".

Nur Kommerz im Blick

Die Planer einer solchen Liga hätten nur den kommerziellen Erfolg im Blick, moniert Lemke und warnt zugleich: "Wenn du immer nur Kaviar isst, schmeckt er dir auch bald nicht mehr." Der 72-Jährige rechnet aber nicht damit, dass Branchenprimus FC Bayern die Bundesliga verlassen würde. "Es wäre für sie dann ein Spiel mit dem Feuer. Aber dazu wird es nicht kommen, dazu sind die Bayern zu schlau."

Weiterlesen: Trotz Bayern-Bekenntnis: Liga diskutiert über Super League

Die Liga müsse den Interessen der Münchner auch nicht entgegenkommen. "Das machen die Vereine schon seit Jahrzehnten. Auch deshalb ist der Kampf um die Deutsche Meisterschaft in den letzten Jahren so langweilig geworden", ergänzte Lemke.

Eine Beraterfirma soll Real Madrid im Oktober Pläne für die Einführung einer Superliga als Konkurrenz zur Champions League vorgelegt haben, hatte "Der Spiegel" am Freitag berichtet. Demnach sei vorgesehen, dass 16 Topclubs, darunter der FC Bayern München und Borussia Dortmund, eine Absichtserklärung im Laufe dieses Monats unterzeichnen. Funktionäre beider Vereine sagten am Wochenende, davon keine Kenntnis zu haben.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen