Bundesliga-Schnack: Vorschau auf den 12. Spieltag : Bayerns Lewandowski: Warum das Düsseldorf-Spiel so wichtig für ihn ist

Robert Lewandowski traf zuletzt gegen Borussia Dortmund doppelt.
Robert Lewandowski traf zuletzt gegen Borussia Dortmund doppelt.

Lesen Sie hier alles Wissenswerte zum anstehenden 12. Bundesliga-Spieltag.

shz.de von
22. November 2018, 17:58 Uhr

Hamburg | Die Top-Partie des Spieltags

1. FSV Mainz 05 (9.) – Borussia Dortmund (1., Sa., 15.30 Uhr)

Fußballfans schauen gebannt nach Mainz: Wie schlägt sich Tabellenführer BVB nach dem zuletzt gewonnenen Spitzenspiel gegen den FC Bayern und nach der Länderspielpause? Natürlich sind die ungeschlagenen Dortmunder Favorit, aber Achtung: Mainz steht in der Bundesliga-Heimtabelle auf Platz 4 (drei Siege, zwei Unentschieden, eine Niederlage) und gewann zuletzt zwei Spiele in Folge (gegen Bremen und in Freiburg). Dabei ließ Mainz-Coach Sandro Schwarz zwei Mal die selbe Startformation ran – die Rheinhessen sind also eingespielt. Eine Gefahr für den BVB?

Spieler im Fokus: Jean-Philipp Gbamin. Der Mittelfeldspieler traf zuletzt in zwei Partien in Folge, nachdem ihm in zuvor 62 Bundesliga-Spielen nur ein einziger Treffer gelungen war. Grund für den Aufschwung könnte auch ein Gespräch mit Trainer Sandro Schwarz gewesen sein. Der bläute seinem Schützling nämlich ein, dass er bei seinen Torschüssen weniger Risiko eingehen und sich hauptsächlich darauf konzentrieren solle, das Tor zu treffen. Dann bestünde zumindest die Chance, dass ein Treffer daraus entsteht. Zuvor war Gbamin nämlich vor allem durch Schüsse in den Oberrang der Tribüne aufgefallen. Gegen Bremen und Freiburg setzte er die Maßgabe seines Trainers dann um – mit Erfolg.

Tipp der Redaktion: 1:1

Niemand erwartet, dass wir sie schlagen. Wir haben nichts zu verlieren, können nur gewinnen.

Mittelfeldspieler Danny Latza vom FSV Mainz 05

Das Freitagabendspiel

Bayer 04 Leverkusen (13.) – VfB Stuttgart (18., 20.30 Uhr)

Die Saison von Bayer 04 gleicht bislang einer Achterbahnfahrt: Nach den zwischenzeitlich spektakulären Siegen in Bremen (6:2) und im Pokal in Mönchengladbach (5:0) setzte es zuletzt krachende Pleiten gegen Hoffenheim (1:4) und in Leipzig (0:3). Wo geht sie also hin, die Reise des Tabellen-13? Nach dem Gastspiel von Schlusslicht VfB Stuttgart wird man möglicherweise ein Stück weit schlauer sein. Die Statistik macht Hoffnung: In der Bundesliga-Historie siegte Leverkusen bereits 34 Mal gegen Stuttgart – öfter als gegen jede andere Mannschaft.

Tipp der Redaktion: 3:0

Wenn du dich nach der Länderspielpause direkt mit einer Niederlage bis Weihnachten durchbeißen musst, wird es schwer. Ein Sieg ist sehr, sehr wichtig. Sogar wichtiger wegen der Stimmung als wegen der Punkte.

Leverkusen-Keeper Lukas Hradecky im "Kicker"

Die Spiele am Samstagnachmittag (15.30 Uhr)

FC Bayern München (5.) – Fortuna Düsseldorf (17.)

Das Heimspiel der Münchner gegen den Aufsteiger sollte eigentlich "a gmahde Wiesn" sein, wie man in Bayern sagt. Also eine gemähte Wiese, eine klare Sache. Obwohl der Titelverteidiger "nur" auf Platz 5 dümpelt, käme alles andere als ein Heimsieg einer Sensation gleich. Besonders motiviert dürften die Bayern-Stürmer Robert Lewandowski und Sandro Wagner sein: Sie trafen in ihrer Karriere schon gegen alle Bundesligisten – nur nicht gegen die Fortuna. Besonders der Pole dürfte in seiner Stürmerehre gekränkt und heiß darauf sein, seinen 187 Bundesliga-Toren mindestens ein weiteres hinzuzufügen. Bislang traf er zwei Mal auf die Fortuna – und blieb beide Male torlos. Für deren Trainer Friedhelm Funkel ist es bereits das 47. Duell seiner Trainerkarriere gegen die Bayern.

Tipp der Redaktion: 3:1

Wir fahren da hin, um ein normales Spiel zu machen. Es geht nicht darum, sich ein Trikot oder ein Autogramm zu sichern, wir spielen schließlich in derselben Liga um Punkte. Die Bayern sind auch nur Menschen. Sie sind die großen Stars, aber es ist ein Fußballspiel. Und wenn ich ihnen den Ball abjagen kann, dann werde ich es tun!

Flügelspieler Benito Raman (Fortuna Düsseldorf)

Ist Oliver Kahn der passende Hoeneß-Nachfolger?

Hertha BSC (8.) – TSG Hoffenheim (6.)

Ein Dreier noch, dann würde die TSG einen Vereinsrekord einstellen: Fünf Bundesliga-Siege in Serie. Das Team der Stunde hat mit dem Auswärtsspiel in Berlin eine schwierige Aufgabe vor sich, kann dabei aber noch einen weiteren Bestwert ausbauen: In den vergangenen 45 Bundesliga-Spielen der Hoffenheimer gab es kein 0:0 mehr – das ist die längste Serie in der Bundesliga. Die Statistik spricht dafür: Noch nie endete ein Duell beider Mannschaften torlos.

Tipp der Redaktion: 2:2

Er ist ein anderer Spieler, eine andere Kategorie. Aber er muss es auch erstmal bestätigen. Bisher sieht es ganz ordentlich aus. Auch unser Fitnesstrainer kann noch mitreden und entscheiden, ob es für 90 Minuten reicht. Aber die Entscheidung ist nicht einfach. Wir wollen da kein Eigentor schießen, trotz Trainingssteuerung, trotz Datenbank.

Hertha-Trainer Pal Dardai über die Rückkehr von Hoffnungsträger Marko Grujic


VfL Wolfsburg (12.) – RB Leipzig (3.)

Im Schatten der viel umjubelten Dortmunder, Gladbacher und Frankfurter hat sich RB Leipzig mittlerweile bis auf Platz 3 der Bundesliga vorgepirscht. Wesentlicher Bestandteil der Aufholjagd: die stabile Defensive der Sachsen. Zuletzt blieb die Rangnick-Mannschaft in fünf Bundesliga-Spielen ohne Gegentor. Insgesamt ist Leipzig seit zehn Bundesliga-Spielen ungeschlagen (sechs Siege und vier Remis) – die zweitlängste Erfolgsserie in der Geschichte RBs. Der Clubrekord steht bei 13 Partien ohne Niederlage. Aber: Leipzig-Trainer Ralf Rangnick gewann nur seine erste Bundesliga-Partie in Wolfsburg. Es folgten acht sieglose Besuche (drei Unentschieden und fünf Niederlagen).

Tipp der Redaktion: 0:2

Sie gehören momentan zu den spielstärksten und aufstrebendsten Teams der Liga

Wolfsburg-Trainer Bruno Labbadia über RB Leipzig

FC Augsburg (10.) – Eintracht Frankfurt (4.)

Überraschungsmannschaft Eintracht Frankfurt hat bereits drei Auswärtssiege eingefahren, die Augsburger dagegen nur einen Heimerfolg. Wirbelt das magische Dreieck der Hessen mit Ante Rebic, Luka Jovic und Sebastien Haller auch in der Fuggerstadt? Das Trio war bislang an 92 Prozent aller Frankfurter Bundesliga-Tore in dieser Saison beteiligt (24 von 26). Dagegen mutet die spektakuläre Saisonleistung des lange verletzten Augsburger Stürmers Alfred Finnbogason beinahe kümmerlich an: Der Isländer erzielte in seinen sechs Einsätzen schon sieben Tore – allerdings droht er wegen Adduktorenproblemen auszufallen.

Spieler im Fokus: Sebastien Haller. Der Franzose ist der Leuchtturm im wirbelnden Sturmtrio der Eintracht. Seine Vorarbeit ist entscheidend, um seine beiden Kollegen Rebic und Jovic zur Geltung zu bringen. Nicht umsonst führt Haller zwei individuelle Statistiken in der Bundesliga an: Der 24-Jährige gewann im bisherigen Saisonverlauf schon 178 Zweikämpfe – mit deutlichem Abstand die meisten aller Bundesligaspieler. Außerdem behauptet sich Haller auch in der Luft: Seine 62 gewonnenen Kopfballduelle sind ebenfalls Topwert.

Tipp der Redaktion: 2:3

Es ist schon ärgerlich, wenn man immer wieder verletzte Spieler zurückbekommt.

FCA-Trainer Manuel Baum über die Länderspielpause, aus der Finngogason, Koo und Götze angeschlagen zurückkehrten

FC Schalke 04 (14.) – 1. FC Nürnberg (15., Sa., 18.30 Uhr)

Der Tabellen-14. trifft auf den 15. – auf den ersten Blick nicht unbedingt eine Partie mit Top-Spielcharakter. Doch für beide Teams ist die Luft im Abstiegskampf richtig dünn: Schalke ist angesichts der kommenden Aufgaben (in Hoffenheim, zu Hause gegen den BVB, in Augsburg) quasi zu einem Sieg verdammt – die Nürnberger sollten endlich damit beginnen, ihre kümmerliche Auswärtsbilanz (zwei Punkte, 3:17 Tore) aufzubessern. Die entscheidenden Fragen: Kann Schalke seine kümmerliche Torausbeute (erst acht Treffer in elf Spielen) endlich ausbauen? Oder hält Schießbude FCN (24 Gegentore) den Laden endlich mal dicht?

Tipp der Redaktion: 2:1

Drei Punkte sind eigentlich Pflicht.

Schalke-Keeper Ralf Fährmann über den Stellenwert der Partie

Die Sonntagsspiele

SC Freiburg (11.) – SV Werder Bremen (7., 15.30 Uhr)

Gegen keinen anderen aktuellen Bundesliga-Club hat Bremen eine so gute Bilanz wie gegen Freiburg (21 Siege, sechs Remis und neun Niederlagen). Vor allem im Breisgau war der SV Werder zuletzt erfolgreich und gewann sieben der letzten zehn Auswärtsspiele. Das Fortsetzen der Serie käme den zuletzt schwächelnden Bremern gerade recht – zuletzt setzte es drei Niederlagen in Serie. Freiburg punktete kürzlich zwar überraschend beim FC Bayern (1:1), konnte diese Überraschung aber im Heimspiel gegen Mainz nicht vergolden (1:3).

Tipp der Redaktion: 2:1

Ich habe keine gute Quote gegen Werder. Ich habe mal einen Elfmeternachschuss hingekriegt, aber ansonsten noch nicht so viel gerissen. Ich würde mich natürlich freuen, wenn es jetzt mal wieder klappt mit einem Tor, am liebsten gepaart mit einem Sieg.

Der ehemalige Bremer und heutige Freiburger Stürmer Nils Petersen

Max Kruse und das Übergewicht: Ein schwerwiegendes Problem?

Borussia Mönchengladbach (2.) – Hannover 96 (16.)

Fünf Spiele, fünf Siege – der Tabellenzweite ist im heimischen Borussia-Park eine Macht. Dass diese Bilanz gegen den Tabellen-16. ausgerechnet nicht ausgebaut werden sollte, daran zweifeln nur wenige Fußballexperten. Zumal die Gladbacher acht der vergangenen neun Heimspiele gegen die Niedersachsen gewannen. Außerdem fällt bei den Gästen mit Ihlas Bebou einer der wichtigsten Spieler verletzungsbedingt aus. Doch Hannover 96 ist nicht zu unterschätzen und ganz gut drauf, holte sieben seiner insgesamt neun Zähler in den vergangenen fünf Bundesligaspielen.

Tipp der Redaktion: 3:0

Wenn es die Zeit zulässt, gucke ich jedes Spiel von 96. Und ich lese auch die lokalen Medien im Internet. Ich habe nach wie vor einen besonderen Bezug zum Verein, weil ich dort eine tolle Zeit erlebt habe.

Der Ex-Hannoveraner und jetzige Gladbach-Mittelfeldspieler Lars Stindl


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