Trotz Kritik an neuem Wettbewerb : Gibraltar bei der EM? Darum macht die Nations League großen Spaß

Joseph Chipolina (r) aus Gibraltar und sein Teamkollege Liam Walker (M) feiern den 1:0-Sieg gegen Armenien. Die Fußballer aus Gibraltar haben nach 22 Pflichtspielniederlagen erstmals gewonnen.
Joseph Chipolina (r) aus Gibraltar und sein Teamkollege Liam Walker (M) feiern den 1:0-Sieg gegen Armenien. Die Fußballer aus Gibraltar haben nach 22 Pflichtspielniederlagen erstmals gewonnen.

Die Nations League hat viele Fans noch nicht überzeugt. Dafür freuen sich die kleinen Fußball-Nationen über unerwartete Erfolge.

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15. Oktober 2018, 15:12 Uhr

Hamburg | Wer erinnert sich nicht mehr mit großer Freude zurück an den Auftritt der isländischen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreich. Die Nordeuropäer qualifizierten sich zum ersten Mal für ein großes Turnier und eroberten die Fußball-Welt im Sturm. Nicht nur sportlich überzeugten die Isländer mit dem Einzug ins Viertelfinale, wo sie dann an Gastgeber Frankreich scheiterten, auch die Fans blieben mit ihrem Gesängen und dem "Huh" im Gedächtnis.

Was hat das alles mit der neugegründeten Uefa Nations League zu tun? Tja, lange Zeit versuchten sich die Isländer als kleine Fußballnation gegen die etablierten Teams durchzusetzen und scheiterten oft knapp. Die Nations League gibt nun den kleinen Nationen die Chance sich unter ihresgleichen für die Europameisterschaft 2020 zu qualifizieren.

Gruppenübersicht der Nations League

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Insgesamt werden vier direkte Startplätze für die EM in zwei Jahren in der Nations League vergeben. Die 55 teilnehmenden Verbände kämpfen in vier Ligen (A,B,C,D) um Abstieg und Aufstieg. Die je vier Gruppensieger aus allen vier Divisionen der Nations League bekommen das Startrecht für eine Playoff-Runde im März 2020. Die besten vier Teams jeder Division spielen dabei in Halbfinale und Finale untereinander je einen Sieger aus, der dann an der EM teilnehmen darf. Somit ist sichergestellt, dass auch kleine Fußball-Nationen bei der EM dabei sein werden. Im Juni 2019 wird der erste Titelträger gekürt. Gastgeber ist der Sieger der Gruppe 3 in Liga A, entweder Portugal oder Italien.

Gibraltar jubelt über ersten Pflichtspielsieg

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Am vergangenen Samstag gelang Gibraltar in der Nations League Historisches. Gibraltar, das zuvor seine ersten 22 Pflichtspiele verloren hatte, feierte dank eines Elfmetertores von Joseph Chipolina in der 50. Minute seinen allerersten Sieg beim 1:0-Sieg in Armenien. Torhüter Kyle Goldwin zeigte einige starke Paraden und rettete Gibraltar den allerersten Erfolg. Am kommenden Dienstag empfängt Gibraltar Liechtenstein. Zwar kann sich Gibraltar in seiner Gruppe nicht mehr direkt qualifizieren, da Mazedonien mit drei Siegen auf dem ersten Platz steht und nicht mehr eingeholt werden kann, aber der erste Sieg der Verbandsgeschichte gibt Selbstvertrauen. Gewinnen macht Spaß.

Die anderen aktuellen Gruppenersten in der Liga D heißen Georgien, Weißrussland und der Kosovo und Mazedonien. Eines dieser Teams könnte in zwei Jahren bei der EM 2020 zum Beispiel auf Titelverteidiger Portugal oder Weltmeister Frankreich treffen. Auch Luxemburg oder die Faröer Inseln feierten in der Nations League schon Siege. Für diese Nationen ist der neue Wettbewerb ein toller, neuer Wettbewerb, auch weil diese Teams aufsteigen und sich dadurch weiterentwickeln können.

Um diesen Pokal geht es bei der Nations League:

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Löw verteidigt Wettbewerb – Klopp wütete

Auch die großen europäischen Fußball-Nationen profitieren von dem neuen Wettbewerb. Immer wieder beklagten die Trainer die tristen Qualifikationsspiele gegen kleinere Nationen, wie zum Beispiel Gibraltar oder San Marino. Diese Partien fallen zwar nicht komplett weg, da die EM-Qualifikation im kommenden Jahr weiterhin stattfinden wird, aber sie werden weniger. Bundestrainer Joachim Löw erklärte: "Für uns, für mich als Nationaltrainer, ist die Nations League eine gute Erfindung. Weil wir gegen Topnationen spielen, weil es um etwas geht. Es ist ein Wettbewerb." Gleich zweimal spielt Deutschland in der Liga A in Gruppe 1 gegen Frankreich und Erzrivale Niederlande. Auch in den anderen Gruppen stehen fast nur Topduelle auf dem Programm, wie zum Beispiel Spanien - England, Belgien - Schweiz oder Portugal - Italien.

Recht machen kann man es aber natürlich auch nicht jedem. Vor allem die Clubtrainer wettern gegen den neuen Wettbewerb und beklagen die Mehrbelastung der eigenen Spieler. Jüngst kritisierte Liverpool-Coach Jürgen Klopp die Nations League als "sinnlosester Wettbewerb der Welt".

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